Neu: kostbarer Whisky von der Kapfenburg

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Sie freuen sich über den neuen Whisky von der Kapfenburg: von links Peter Maier, JVA-Vollzugsbeamter und Betriebsleiter der Brennerei, Walter Weber, Dienststellenleiter der JVA-Außenstelle, und Moritz von Woellwarth, der Leiter der Internationalen Musikschulakademie und Kulturzentrum Schloss Kapfenburg.
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Schnapsbrennen hat auf dem einstigen Deutschordensschloss eine lange Tradition. Jetzt gibt es ein weiteres, hochprozentiges Erzeugnis.

Lauchheim-Hülen Schloss Kapfenburg steht für Musik. Für Konzertabende, das Kapfenburg-Festival, die Internationale Musikschulakademie. „Schloss Kapfenburg“ steht aber auch für Hochprozentiges: Auf dem Hof des Schlosses, der Staatsdomäne, werden Schnäpse gebrannt und Liköre hergestellt. Neu im Sortiment ist jetzt auch Whisky.

Der Hof wird betrieben als Außenstelle der Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Hall. Hier sind Häftlinge im sogenannten offenen Vollzug untergebracht. Zwischen 30 und 35 Männer, „die ihre Haftstrafe nahezu verbüßt haben und kurz vor der Entlassung stehen oder die sich bewährt haben“, und bei denen man nicht von Fluchtgefahr oder Gefahr für die Bevölkerung ausgehe, erläutert Teresa Mazzarella sinngemäß. Sie ist Geschäftsführerin des vollzuglichen Arbeitswesens in der Außenstelle. Am eigentlichen Prozess des Schnapsbrennens seien die Häftlinge übrigens nicht beteiligt, sondern nur an den vorbereitenden Arbeiten, berichtet Peter Maier, Betriebsleiter der Brennerei. Zum Beispiel seien die Männer beim sogenannten Einmaischen dabei. Dabei wird Malzschrot mit Wasser gemischt, in 600-Liter-Bottiche gefüllt und später Hefe zugesetzt, um durch Gärung Alkohol zu erzeugen.

Seit 1989 wird in der JVA-Außenstelle Schnaps gebrannt. Die Tradition an diesem Ort ist um einiges älter: Urkundlich belegt ist die erste Brennerei und Brauerei auf dem ehemaligen Deutschordensschloss bereits seit 1432.

Etwa fünf Tonnen Früchte von den Streuobstwiesen an der Kapfenburg und am Ellwanger Schloss verarbeitet man jedes Jahr, unter anderem Mirabellen, Äpfel und Birnen, Zwetschgen, Kirschen. Walter Weber, Leiter der Außenstelle: „Das süßeste und beste Obst kommt in die Brennerei.“

Für das Brennen von Whisky nutzt man Gerste aus eigenem Anbau. Hefe und spezielles Malz werden zugekauft. Im historischen Maischelager der Kapfenburg ruhen die Bottiche bei konstanten Temperaturen von durchschnittlich sechs bis sieben Grad. Bei diesem Gärvorgang bekommt der Whisky seine erste Geschmacksnote, bevor es ans eigentliche Brennen geht. Abgefüllt wird der 43-prozentige Whisky auf der Kapfenburg in Fässer aus amerikanischer Eiche. Maier: „Mindestens drei Jahre muss er dann im Fass lagern.“ 

Der Geschmack: mild, „nicht so torfig wie schottischer Whisky“, befindet Moritz von Woellwarth, Direktor der Musikschulakademie. Der Whisky von der Kapfenburg könne „durchaus mit deutschen Whiskys konkurrieren“.  Von Woellwarth: „Probieren kann man ihn im Restaurant Fermata und am 24. März auch beim Turnaround-Jazzkonzert im Bandhaus. Da wird er glasweise verkauft zum Verkosten.“

 

Wo gibt's ihn und was kostet er?

  • Den Whisky von der Kapfenburg gibt es in 0,5 und 1-Liter-Flaschen. Kaufen: direkt auf der Staatsdomäne mit gelbem Etikett und historischem Schloss-Foto. Auf Schloss Kapfenburg mit eigenem, blau-weißen neuen Design, außerdem online. Der halbe Liter kostet bei der Staatsdomäne 26 Euro, auf Schloss Kapfenburg 36 Euro; mit dem Aufpreis unterstütze der Käufer den Betrieb der Internationalen Musikschulakademie, so Moritz von Woellwarth. Mehr Infos: Staatsdomäne, Tel. (07363) 9600-0, Schloss Kapfenburg: (07363) 9618-0
Sie stellen den neuen Whisky von der Kapfenburg vor: von links Peter Maier, JVA-Vollzugsbeamter und Betriebsleiter der Brennerei, Walter Weber, Dienststellenleiter der JVA-Außenstelle, und Moritz von Woellwarth, der Leiter der Internationalen Musikschula
Das Sortiment an Bränden (obere Reihe) und Likören (unten), die hier hergestellt werden, ist groß.
Das Brenngerät: Nach dem Durchlauf kommt der Whisky ins Eichenfass, wo er mindestens drei Jahre lagert.
Die Fässer aus amerikanischer Eiche sind von innen beflammt - "getoastet" nennt das der Fachmann. Das gibt dem Whisky beim Lagerungsprozess einen besonderen Geschmack. Jedes Fass hat ein Volumen von 100 Liter.
Whisky von der Kapfenburg.

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