In Hülen fliegen Christbäume durch die Nacht

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Gemütlich war es beim Winterdorfplatzfest vor dem Feuerwehrhaus in Hülen
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Der Christbaum-Weitwurf beim Winterdorfplatzfest sorgt zu Jahresbeginn für gute Laune.

Lauchheim-Hülen.  Was für ein kurioser Wettbewerb und was für ein uriges Winterdorfplatzfest, zu dem die Menschen in Scharen kommen. Die Dorfgemeinschaft Hülen hat am Vorabend zu Dreikönig wieder einmal Christbäumen das Fliegen gelehrt und die Nacht zum Tag gemacht. 

Die Weihnachtszeit ist fast vorbei, und doch hängt der Himmel scheinbar noch voller Lichter. Es sind die hölzernen Hütten, das Feuerwehrhaus und die Schächte der wärmenden Öfen, aus denen es leuchtet. Alles ist eingerahmt von Tannenbäumchen und einem Gatter. Dazwischen herrscht fröhliches Gemurmel. Kinder huschen durch die Menge. Es dampft aus Kesseln und Töpfen und der Duft nach süßen Waffeln strömt über den Platz. Viele gönnen sich noch eine kleine Stärkung. Was gut ist, denn ein paar Schritte weiter wird einiges von ihnen verlangt. 

Es ist bereits die siebte Auflage eines Spektakulums, an dem das halbe Dorf und Menschen aus der Umgebung mitmischen. Der Christbaum-Weitwurf lockt viele und wo mancherorts die edlen Nordmanntannen schon auf der Christbaumsammelstelle gelandet sind, bekommen sie in Hülen plötzlich wieder eine besondere Beachtung. „Die Idee dazu entstand bei einem zufälligen Treffen aus einer Sommerlaune heraus“, sagt Anna-Maria Krupka und lacht. Mehr will sie nicht verraten. Im Gespräch mit der SchwäPo erzählt sie dann, wie sich nach dem ersten Winterdorfplatzfest im Januar 2015 schließlich die „Dorfgemeinschaft Hülen“ als eingetragener Verein gegründet hat. Krupka ist Vorsitzende und weiß: „Der Erlös aus den verschiedenen Aktionen kommt immer einem gemeinnützigen Zweck zugute.“ 

Zurück zum Christbaum-Weitwurf. Bei dem schwäbischen Kräftemessen geht es um Schneller, Höher, Weiter. Wobei eindeutig der Spaß im Vordergrund steht und nur das „Weiter“ entscheidend sein mag. Uschi Seefried kommt extra von Neresheim nach Hülen, um mitzumachen. Sie kennt sich aus. Hat sie doch sogar schon einmal gewonnen. Welche Technik sie wählt? „Ich werfe den Baum immer mit der Spitze vorneweg“, erklärt sie und gibt mit dem Handballen Druck. Es nadelt und sticht. Ein kurzer Anlauf genügt und schon fliegt ein Christbaum durch die Nacht. 6,06 Meter zeigt das Maßband am Ende.

Etwas aufgeregt wirkt Leo Kuhner. Er hat schon ganz rote Backen. Der Neunjährige ist mit seiner Oma aus Ebnat unterwegs und landet einen respektablen Wurf mit 3,14 Meter.

Gewertet wird in verschiedenen Kategorien, Frauen, Männer, Mädchen und Jungen. Auch die Bäumchen sind unterschiedlich groß und schwer.

Für wen es für einen Platz auf dem Treppchen gereicht hat, zeigt sich später bei der Siegerehrung. Die Ergebnisse des Wettbewerbs: Frauen: Yvonne Meisner (6,30 m), Uschi Seefried (6,06 m), Sabrina Humpf (5,96 m). Männer: Johannes Humpf (8,73 m), Markus Rup (7,15 m), Markus Mayer (7,14 m). Mädchen: Lilli Fleischmann (4,10 m), Pia Spruck (3,36 m), Tabea Hornauer (2,76 m). Jungen: Johannes Schönherr (7,37 m), Felix Rösler (6,80 m), Jakob Fleischmann (3,80 m). ⋌Doris Weber

Johannes Schönherr schafft beim Christbaum-Weitwurf in Hülen 7,37 Meter und landet auf dem Siegertreppchen. Foto: we

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