Lauchheim prüft Einsparung bei Straßenbeleuchtung

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Lauchheim will alte Leuchten auf LED-Technik umstellen. Ob nachts auch wieder das Licht ausgeschaltet wird, darüber sind sich die Gemeinderäte noch uneins. Foto: we
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Vollständige Umrüstung auf LED oder noch mehr?Alle Möglichkeiten bleiben offen.

Lauchheim. Eine Machbarkeitsstudie soll vorausgeschickt werden. Erst dann will der Gemeinderat Lauchheim zur Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik weitergehende Entscheidungen treffen. In der Sitzung vom Donnerstag beschäftigte sich das Gremium mit der aktuellen Situation und den möglichen Einsparpotenzialen beim Energieverbrauch.

Noch gut ein Drittel der Leuchten mit alter Technik

So gibt es in Lauchheim unter den insgesamt 764 Lichtpunkten noch 262 Lichtpunkte und damit gut ein Drittel mit konventioneller Technik. Wie es heißt, besage eine gesetzliche Vorgabe, dass die Straßenbeleuchtung bis zum Jahr 2030 vollständig auf LED umgerüstet werden muss. Auch Fördermittel soll es geben. Allein die Zeit, die formell alles brauche, drängt, weswegen die Lauchheimer Räte nun eine sofortige Umrüstung ohne Förderungen in Erwägung ziehen.

12 000 Euro betragen die Kosten einer Machbarkeitsstudie, 145 000 Euro die Umrüstung auf LED. Nach den Ausführungen von Bürgermeisterin Andrea Schnele könnten durch die Umrüstung der 262 konventionellen Lichtpunkte jährlich rund 17 500 Euro sowie 70 000 Kilowattstunden (kWh) Energie eingespart werden.

Von der EnBW-ODR informierten Stefanie Stengel-Mack und Martin Kling über weitere Möglichkeiten der Energieeinsparung. Demnach würden in Lauchheim einige Lampen nachts, wenn die Verkehrsbelastung nicht mehr so hoch sei, bereits auf 50 Prozent gedimmt. Was auch künftig umgerechnet auf einhundert neue Leuchten eine Einsparung von rund 7000 Euro bringe. Eine komplette Abschaltung sei wegen erforderlicher technischer Umrüstung nicht so einfach möglich. Auch obliege es einer Gemeinde dazu beizutragen, die Verkehrssicherungspflicht zu gewährleisten. Von einer „Grauzone“ war die Rede und von Maßnahmen, die getroffen werden müssten, sollten Lampen ausbleiben.

Nachtabschaltung bringt 17 Prozent Einsparung

Ein Rechenbeispiel folgte dennoch. So betrage die übliche jährliche Leuchtdauer 4200 Stunden. Diese verringere sich auf 3100 Stunden, sofern das Licht zwischen 1 Uhr und 4 Uhr nachts ausgeschaltet würde. 17 Prozent betrage hierbei die Energieeinsparung.

„Lauchheim hatte bereits eine Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung. Diese wurde im Jahr 2016 wieder aufgehoben“, stellte die Bürgermeisterin fest und betonte zunächst nur über die Umrüstung auf LED-Beleuchtung einen Beschluss fassen zu wollen. Nicht also über die Abschaltung. So kam es auch am Ende der Sitzung. Wobei zunächst nur eine Machbarkeitsstudie auf LED-Umstellung beauftragt wurde. Ob mit oder ohne Fördermittel – einen Grundsatzbeschluss zur künftigen Straßenbeleuchtung wolle man erst danach treffen.

Unterschriftenaktion für Nachtlicht im Jahr 2016

Elf Jahre lang war in Lauchheim nachts zwischen 1 Uhr und 4 Uhr das Licht aus. Eine Unterschriftenaktion „Ein Licht für Lauchheim“ brachte dies zum Fall. Am 17. Februar 2016 gingen an Bürgermeisterin Andrea Schnele 1 390 Unterschriften, mit der Bitte, das Thema „Nachtabschaltung Straßenbeleuchtung“ in einer Gemeinderatssitzung erneut zu behandeln. Am 16. Juni 2016 wurde mit 13 zu 6 Stimmen vom Gemeinderat die Nachtabschaltung aufgehoben.

Was im Jahr 2022 der Gemeinderat Lauchheim sagte

Claudia Gerken (CDU): „Wir von der CDU sprechen uns für eine sofortige Umstellung auf LED-Beleuchtung aus. Wir sind aber nicht dafür, dass eine Nachtabschaltung durchgeführt wird. Es war ein großer Wille in der Bevölkerung, das Licht nachts durchbrennen zu lassen. Eine Dimmung auf 50 Prozent ist ein guter Kompromiss.“

Martin Hald (CDU): „In Bezug auf LED-Umstellung gibt es nichts zu überlegen. Bei den steigenden Preisen hat sich die Anschaffung in 3 bis 4 Jahren amortisiert.“

Michael Jast (FWV): „Ich finde eine Nachtabschaltung schon diskussionsfähig. Wir sollten uns die Frage stellen „wollen wir Sicherheit in der Nacht oder wollen wir etwas für die Umwelt tun?“ Insekten, die wir tagsüber anlocken, könnten nachts wieder vertreiben werden.“

Monika Bernreiter (FWV): „Wir haben nichts gelernt. In der jetzigen Situation sind 17 Prozent Energieeinsparung durch Nachtabschaltung eine Hausnummer.“

Wolfgang Dambacher (UBL): „Viele haben den Ernst nicht erkannt. Wir müssen handeln. Licht ist ein Luxusproblem. Mein Ziel lautet: Sofortige Umstellung auf LED bei gleichzeitiger Nachtabschaltung.“

Jürgen Scheuermann (UBL): „Wir sollten uns ein Beleuchtungsmanagement-Konzept überlegen. Wo wieviel Licht benötigt wird.“ ⋌Doris Weber

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