Begegnungen am Oberen Tor

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Es ist ein gelungenes Objekt geworden und war für Lauchheim am Samstag ein Grund zu feiern: Die Fertigstellung des Ensembles am Oberen Tor. Ein Zusammenspiel zwischen Altem und Neuem und ein Platz, wo Vergangenheit lebendig wird.

"Heute ist einiges los im kleinsten, aber schönsten Städtchen im Ostalbkreis", sagt Bürgermeisterin Andrea Schnele bei ihrer Begrüßung zur Einweihung des Kultur- und Wohnensembles am Oberen Tor. Zahlreiche Gäste haben sich eingefunden, der historische Innenhof neben dem Oberen Tor ist einladend hergerichtet. Überhaupt ist das Ensemble mit dem Erweiterungsbau des Heimatmuseums, der Begegnungsstätte sowie der altersgerechten Wohnungen nicht nur optisch ein Schmuckstück geworden. Schnele erinnert an den Spatenstich im Oktober 2014 und damit an den Start des rund 2,5 Millionen teuren "Servicewohnen am Oberen Tor". Ein Wohnprojekt, das sich dank der planerischen Arbeit von Dipl.-Ing. Björn Stuba vom ortsansässigen spb-Ingenieur- und Architekturbüro ideal in die Umgebung einfügt. Es bietet Platz für zwölf altersgerechte Wohneinheiten im Neubau sowie zwei Dachgeschosswohnungen im Altbau der ehemals landwirtschaftlich genutzten Anlage. Stuba war es auch, der den Abbruch der alten Scheune vereitelte und die Umgestaltung mit anging. So entstand nach Restaurierung der denkmalgeschützten Scheune im Erdgeschoss auf rund 100 Quadratmetern eine Begegnungsstätte mit Saal, Bühne und Verteilerküche. Ob nun für Konzerte, Vorträge, Seniorenfeste oder gesellige Treffen – den Bürgern steht damit eine Vielzahl an Nutzungsmöglichkeiten offen. Durchhaltevermögen erforderte die Erweiterung des Heimatmuseums. Sechs Jahre gingen ins Land seit der Erarbeitung erster Konzepte. Abstimmungen mit Denkmalschutz und städtebaulichen Bedingungen zogen sich hin, bis 2015 endlich "grünes Licht" gegeben wurde. Die Balance zwischen Verformen, Verändern und Neubauen zu finden, war der Bopfinger Architektin Marita Wörle wichtig. "Lauchheim setzt damit ein Zeichen, dass dies gelingen kann", so Wörle in ihrer Ansprache. Für Altbürgermeister Werner Kowarsch ist die Einweihung des Kultur- und Wohnensembles ein besonderer Tag. Setzte er sich schließlich noch zu Amtszeiten dafür ein und weiß jetzt als Vorsitzendender des Geschichts- und Altertumsvereins vor allem die Erweiterung Heimatmuseum zu schätzen. Die beengten Verhältnisse im Torturm, die schmale Zugangstreppe und schwierig begehbare Räume, dazu noch Nachlässe, die irgendwo ihr Dasein fristeten. Unzählige Stunden vieler ehrenamtlicher Helfer machten es möglich und das Heimatmuseum mit seinen interessanten Exponaten zu einem schmucken Ort mit Vergangenheit. "Mir hat's Spaß gemacht", sagt er am Ende seiner Ausführungen und hofft, dass das Museum einen großen Zuspruch finden wird. Finanziell möglich wurde das Projekt "Kulturensemble" mit Heimatmuseum, Begegnungsstätte und Hof erst mit der Aufnahme in die Stadtkernsanierung. Für die veranschlagten Gesamtkosten von 730 000 Euro konnten so 377 000 Euro über das Land Baden-Württemberg bezuschusst werden. "Es ist ein schöner Ort geworden", sagt Schnele, für die der geplante Stadtpark in den benachbarten Jagstauen sicher eine weitere Bereicherung darstellt. Gemeinsam segneten Pfarrer Dr. Pius Adiele und Pfarrer Jan Langfeldt diesen "Orts des Lebens". Beiträge der Concordia Lauchheim und der Lauchheimer Stadtmusikanten umrahmten die Feier.

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