Bengelmann: Café-Wiedereröffnung ist ungewiss

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Christine Bengelmanns Café am Marktbrunnen in Lauchheim ist geschlossen. Personalfragen und den Willen zu einer umfassenden Sanierung dort nennt Walter Bengelmann als Gründe.

Lauchheim

Geschlossen ist Christine Bengelmanns Café am Marktbrunnen in Lauchheim. Wie es dort weitergeht, ist offen. Überraschung und Enttäuschung bei vielen nicht nur in Lauchheim. Auf einem Schild im Schaufenster des beliebten Cafés im Herzen der Stadt wird die Kundschaft seit 1. Oktober auf das Café im Regionalmarkt Bengelmann in der Hauptstraße verwiesen.

Es sind eine Reihe von Gründen, die nun zur Schließung geführt haben, sagt Walter Bengelmann auf Anfrage der SchwäPo. Unter anderem gehe es um die Personalfrage. „Wir haben viele Studierende, viele Aushilfen, die sind zurück ins Studium. Feste Kräfte brauchten Urlaub. Aber überhaupt, es ist wahnsinnig schwierig Personal für das Café zu finden“, sagt Bengelmann. Der Betrieb sei sieben Tage die Woche, täglich 13,5 Stunden geöffnet. „Da kommen Sie mit zwei Leuten nicht aus, da brauchen Sie mehr, und Sie brauchen auch Vertretungen für Urlaub oder Krankheit“, sagt Bengelmann.

In Gastronomie und Handel sei es zunehmend schwieriger geworden, Leute zu finden, die bereit seien, den anspruchsvollen Job zu leisten. „Aktuell haben wir ein Dutzend junger Frauen in Mutterschutz, das ist schön, aber früher kamen Azubis nach und schlossen die Lücken, doch heute findest du ja keinen mehr“, meint Bengelmann, der unter anderem EDEKA-Regionalmärkte in Lauchheim und Unterschneidheim betreibt.

Nein, entlassen worden sei niemand im Café am Marktbrunnen, alle hätten Stellenangebote in den Märkten erhalten, versichert er.

Sanierung zwingend nötig

Ein weiterer Grund für die Schließung: Das Café am Marktbrunnen sei in die Jahre gekommen, schaue nicht mehr so hübsch aus, eine Sanierung sei dringend angezeigt.

„Wer mich kennt, der weiß, wenn ich was mache, dann richtig. Aber das ist im Café am Markt nicht möglich, weil wir nur das Erdgeschoss des Hauses besitzen. Will ich nur einen neuen Anstrich machen, bin ich darauf angewiesen, dass die anderen Besitzer mitziehen. Ich darf alleine gar nichts machen. Und es ist mehr nötig als ein Anstrich“, sagt er.

Das Haus nebenan gehört Bengelmann alleine. Es steht leer, Projektideen gibt es, „aber da kann ich noch nichts Konkretes sagen“, meint er. Eine große Lösung, sicher sei das denkbar, aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

Sein Betrieb expandiere insgesamt, es gebe viele Anfragen kleinerer Kommunen, die möchten, dass er dort Märkte eröffne, es sei viel zu tun, viele Aufgaben stellten sich. Demnächst beispielsweise eröffnet er eine „einzigartige“ Schnelllade-Tankstelle für E-Fahrzeuge am Regionalmarkt in Unterschneidheim. Es fehle daher momentan nicht der Wille, sondern einfach die Zeit, das Projekt Café am Marktbrunnen intensiv zu bearbeiten. „Wir müssen hier noch vieles klären, auch mit der Stadtverwaltung“, meint Bengelmann, will hier aber nicht konkreter werden.

Dass die Lage des Cafés am Marktbrunnen 1 A sei, das wisse er, und funktioniert hätte der Betrieb dort ja auch gut. Aber Gebäude und Personal, das seien eben die Knackpunkte. „Wir tun, was wir können, aber ob und wenn ja, wann wir dort wiedereröffnen, das kann ich Ihnen im Moment beim besten Willen einfach nicht sagen“, meint er.

Ein Hinweisplakat.

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