Bettelsack-Narra und die Gromberger

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Hoch hinaus ging es für die „Gromberger Fräulein“ bei der letzten Prunksitzung im Jahr 2020

Lauchheim

Wer hat nicht schon als Kind rund um die Ruine Gromberg mit dem Schäufelchen nach einem Schatz gebuddelt? Außer Scherben alter Dachziegel, bröckeligen Mauerresten und leeren Schneckenhäuschen fand sich meist nichts für den Transport mit dem Leiterwägelchen nach Hause.

Es ist ein sagenumwobener Ort – dort oben im Wald auf dem massiv aufsteigenden „Grünen Berg“ östlich von Lauchheim. Nur noch Überbleibsel eines Bergfrieds erinnern an die mittelalterliche Burganlage der Herren von Gromberg, die einst zur Sicherung  einer wichtigen Handelsstraße diente. Nach turbulenten Jahren ging sie anno 1378 als Ruine in den Besitz des Deutschen Ordens über. So erzählt es zumindest die Geschichte. 

Den Hintergrund, weshalb sich beim Karnevalsverein Bettelsack-Narra Lauchheim im Jahr 2013 eine neue Maskengruppe gründete, lieferte jedoch eine alte Sage. So viel sei schon mal verraten: Man nennt sie „Gromberger Fräulein“ und immer wenn die fünfte Jahreszeit anbricht, tummeln sich jede Menge Gestalten in roten Röcken und grauen Umhängen in den Straßen der Stadt oder auf Faschingsumzügen in der Region. Auch auf der Bühne sind sie zu sehen. Ein dreiköpfiges Monster mit glühenden Augen und dampfenden Nüstern inklusive.

Im Oktober 2014 wurden die „Gromberger Fräulein“ in den Landesverband Württembergischer Karnevalsvereine (LWK) als anerkannte Masken- und Brauchtumsgruppe aufgenommen. Aber nicht nur Fräuleins, auch Jungs stecken im Häs und unter der Maske. „Was gut ist für die Hebefiguren bei unserem Maskentanz“, lacht Maskenmeisterin Jessica Thunig im Gespräch mit der SchwäPo. „Das Training während der Vorbereitungszeit hat sehr viel Spaß gemacht. Weil die Deckenhöhe unseres Vereinsheim zu nieder war, durften wir sogar die Trainingsräume auf Schloss Kapfenburg nutzen.“ Am Ende ging die Sicherheit wegen des „C-Wortes“ vor und bei den Lauchheimer Narren wurde jeglicher Trainingsbetrieb eingestellt. 

Die drei Maskengruppen

Die „Gromberger Fräulein“ sind die jüngste und derzeit mitgliederstärkste Gruppe der Bettelsack-Narra. Daneben gibt es noch seit dem Jahr 1992 die „Jagstgeister“ mit wellenförmiger Häsjacke, einer Nase in Form einer Wasserschnecke, Fischaugen, Karpfenmaul und Muschelkinn. Die älteste Maskengruppe „Lochamer Olerac“ gibt es seit 1987. Sie stellt Lauchstängel dar, die im Wappen der Stadt Lauchheim zu sehen sind

„Das Training während der Vorbereitungszeit hat sehr viel Spaß gemacht.“

Jessica Thuning, Maskenmeisterin

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