Der Genuss von Livemusik

  • Weitere
    schließen
+
Preisträger und Promis erlebten am Sonntag auf Schloss Kapfenburg wieder ein Stück Normalität und genossen die Musik.
  • schließen

Wie auf der Kapfenburg alle regionalen Teilnehmer am Jugend-musiziert-Bundeswettbewerb im Rahmen eines Preisträgerkonzerts geehrt wurden.

Lauchheim

Sechs junge Künstlerinnen und Künstler in fünf Auftritten gaben das coronabedingt kurze Preisträgerkonzert, neun weitere, erfolgreiche Teilnehmerinnen am Bundeswettbewerb wurden ebenfalls geehrt. Der Bundeswettbewerb wurde in diesem Jahr virtuell ausgetragen, die jungen Leute hatten Videoaufnahmen ihrer Beiträge eingeschickt. Für sie war das Konzert auf Schloss Kapfenburg am Sonntagabend der erste Live-Auftritt nach dem Wettbewerb.

Vergnügen für alle

Das kleine Konzert war ein Vergnügen fürs Publikum und wahrscheinlich auch für die jungen Künstler und ihre Begleiter am Flügel. Ein wenig Bühnenfieber hier und da, gelinde Fehler im musikalischen Vortrag, alles kein Problem, das den Genuss nach Livemusik nach so langer Konzertdürre beeinträchtigte.

Jannis Barth machte den Auftakt mit einem Stück aus dem Trompeten-Konzert (Des-Dur) von Paul Wiggert. Verspielte Koloraturen und andere technische Schmankerl gaben Barth gute Gelegenheit, seine konzentrierte Virtuosität zu zeigen.

Hörner und Posaunen

Ein prächtiges Stück Mozart hatte Eliane Tabea Hascher ausgesucht, den ersten Satz aus dem zweiten Hornkonzert. Sie ließ das Horn getragen und würdig erklingen (Allegro maestoso), sicher in allen Phrasierungen und Tonlagen, souverän im Dialog mit dem Klavier.

Elias und Felix Möll begeisterten mit „Ping Pong“ für Posaune (Elias) und präpariertem Klavier (Felix), moderne, teilweise experimentell klingende Musik von Jakob Brenner, Jahrgang 1985. Das Klavier wurde unter anderem traktiert mit Rasseln, die in die Saiten eingebaut wurden und mit Tischtennisbällen dortselbst, das Instrument war mehr als die Begleitung der Posaune. Die blies Elias Möll mit Witz und Brillanz.

Schließlich Florentin Elia Futter, ein junger Sopran, der ein Lied aus dem Musical „Oliver Twist“ von Lionel Bart zu Gehör brachte. Halbszenisch legte der Junge viel Ausdruck in das klagende Lied mit sehr feinem sängerischen Gestus.

Zahlreiche Laudatoren

Das Konzert wurde garniert mit Ansprachen. Von Moritz von Woellwarth, dem neuen Akademiedirektor, der sich über die Möglichkeit für diese Aufführung freute. Landrat Joachim Bläse, neuer Vorstand der Stiftung Schloss Kapfenburg, beglückwünschte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von „Jugend musiziert“, die es in den Wettbewerb auf Bundesebene geschafft hatten und jetzt in der Heimat geehrt wurden.

Bläses Vorgänger als Landrat und als Stiftungsvorstand, Klaus Pavel, bedankte sich am Ende unter anderem bei den Eltern der Preisträger und bei den Musikschulen in Ostwürttemberg, ohne deren Engagement die vorzüglichen Leistungen nicht möglich seien. Markus Frei, der gerade ins Amt berufene Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Ostalb versprach, dass sein Kreditinstitut bei der Mitfinanzierung des Jugend-musiziert-Wettbewerbs und der Akademie Schloss Kapfenburg nicht nachlassen werde.

Die Veranstaltung war selbstverständlich wehrhaft gegen Corona, von der Einlasskontrolle bis zur Reinigung der Klaviertasten nach jedem Stück. Der Saal war bis zu den letzten Plätzen besetzt, das Publikum saß zu zweit, von schmalen Tischen breit getrennt. Wer Platz genommen hatte, durfte sich der Maske entledigen.

Zurück zur Übersicht: Lauchheim

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL