Fest im Sattel sitzen auf dem Pedelec

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Ralf Thomas und Svenja Vester zeigen bei einem Fahrsicherheitstraining den E-Bikern, auf was sie achten müssen.
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Was die Reporterin der SchwäPo bei einem Fahrsicherheitstraining erlebt.

Lauchheim.Vielleicht der Umwelt und Gesundheit zuliebe oder weil es einfach nur Spaß macht - immer mehr Menschen steigen in den Fahrradsattel. Besonders Räder, die beim Treten in die Pedale durch Elektromotoren unterstützt werden, stehen gerade hoch im Kurs. Was Pedelec heißt aber meist E-Bike genannt wird, findet eine zunehmende Fangemeinde.

Auch unsere Reporterin hat sich von der neuen Mobilität „elektrisieren“ lassen. Meldungen, wonach mit der Anzahl an verkauften E-Bikes auch die Unfälle mit ihnen ansteigen, ignoriert sie zu anfangs. Zwar war sie lange Jahre überhaupt nicht mehr Rad gefahren, aber sie glaubt, sie kann’s noch.

Und obwohl sie inzwischen schon etliche Akku-Ladungen durch ihren motorisierten Drahtesel gejagt hat, juckt es sie plötzlich doch, an einem Fahrsicherheitstraining teilzunehmen. „Sicher unterwegs mit dem E-Bike“ nennt sich ein Kurs, von dem sie über eine Freundin erfährt und zu dem sie sich unter www.radspass.org kostenlos einbucht.

So steht sie eines sonntagmorgens auf einem Firmenparkplatz in Lauchheim und erzählt zehn anderen Kursteilnehmern, warum sie mitmacht. „Wenn plötzlich ein Schlagloch kommt und ich ausweichen muss, fahre ich manchmal fast die Böschung hinunter“, belächelt sich die Reporterin selbst.

Ein klarer Fall also für die beiden ehrenamtlichen „radspaß“-Trainier Ralf Thomas und Svenja Vester, die versprechen, später auf einem Slalomparcours die Wendigkeit beim Kurvenfahren zu üben.

Zunächst gibt es aber einen Sicherheitscheck vorneweg. Von einem großen „M“ ist dabei die Rede und einem Hoch und Runter - von der vorderen Nabe, zum Lenker, zu den Pedalen, dem Sattel und der hinteren Bremsscheibe - alles muss passen. Nach der notwendigen Portion Theoriewissen geht es los mit Praxisübungen. „Den Schulterblick nicht vergessen“, mahnt Ralf Thomas an, kaum dass Svenja Vester den Kursteilnehmern die richtige Pedalstellung beim Anfahren gezeigt hat.

Auch das Bremsen will gelernt sein. „Stimmt“, stellt unsere Reporterin fest, als sie mit ihrem schwergewichtigen E-Bike etwas ungestüm auf die Bremse steigt. Dagegen gelingt ihr das Lenken und Steuern überraschend gut. Vielleicht weil sie jetzt weiß, dass bei Kurven das innenliegende Pedal oben stehen muss. Oder weil sie sich gegenüber der 82-jährigen Brigitte keine Blöße geben will und deshalb besonders anstrengt. Dabei geht es doch allen im Grunde um das Gleiche.

„Man hört von so viel, was passieren kann“, sagt ein älteres Ehepaar aus Waldhausen zu Beginn. Und nach vier Stunden Fahrsicherheitstraining: „Der Kurs hat uns viel gebracht. Wir haben einiges dazugelernt und sind nun sicherer geworden.“ Dank Ralf Thomas und Svenja Vester kann der Radspaß nun beginnen. Unsere Reporterin freut sich dazu über ihre Urkunde: „Doris Weber sitzt nun fest im Pedelec-Sattel.“Doris Weber

„Radspaß – sicher E-Biken“ ist ein vom Land Baden-Württemberg gefördertes Projekt und läuft in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Ostalbkreis, dem ADFC und Württembergischen Radsportverband. Mit den kostenlosen Fahrsicherheitstrainings soll die Fahrtechnik der Teilnehmer verbessert und deren Verkehrssicherheit erhöht werden.

Die nächsten Termine sind: In Jagstzell am 31. Juli und 08. August, in Schwäbisch Gmünd am 08. August, in Bopfingen am 08. September sowie in Lauchheim am 12. und 19. September.

Anmeldung und Ausküfte unter www.radspass.org oder telefonisch beim Geschäftsbereich Nachhaltige Mobilität des Landratsamtes Ostalbkreis unter (07361) 5035454

SchwäPo-Reporterin Doris Weber genießt das Training.

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