Gedenken an die Toten

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Bürgermeisterin Andrea Schnele, Stadtleutnant Paul Schmid, Stadthauptmann Peter Preissler und Dirigent Jürgen Schenk bei der Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal
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Am Vorabend zu Fronleichnam gab es in Lauchheim nur eine kleine Gedenkfeier am Kriegerdenkmal, keinen großen Zapfenstreich wie sonst üblich.

Lauchheim

So beeindruckend der große Zapfenstreich in der Deutschorden-Stadt Lauchheim immer ist, so stiller wurde es in diesem Jahr, als eine kleine Abordnung am Kriegerdenkmal einen Kranz niederlegte. Ganz ohne Hymne und feierlicher Serenade – nur unter den Klängen eines einzelnen Trompeters, der das Kameradenlied spielte.

Es ist der Vorabend zu Fronleichnam, wo sonst bei Einbruch der Dämmerung hunderte Besucherinnen und Besucher entlang des historischen Rathauses auf den Auftritt der Bürgerwehr warten. Der Musikzug marschiert vorneweg, es folgt die Handwerkerzunft, Schützen und zuletzt die Fahnenkompanie.

Schon seit dem Jahr 1639 wird diese Tradition unter der Kapfenburg gepflegt. Geschichtlichen Aufschrieben nach, trat zu Beginn bei öffentlichen Anlässen sogar die gesamte Bürgerschaft des Kommendegebiets an. Diese „Bürgerschaft unterm Gewehr“ war eine öffentliche Einrichtung der Stadt und deren Ehrenwache. Dazu kamen die Ausschmückung hoher kirchlicher Tage und Repräsentationspflichten an besonderen weltlichen Ereignissen.

Bis heute vereinen sich an Fronleichnam in Lauchheim kirchliche mit weltlichen Traditionen. Sie beginnen mit dem großen Zapfenstreich zum Auftakt am Vorabend, frühmorgendliche Böllerschüsse, die Teilnahme an der Prozession und Totenehrung am Kriegerdenkmal.

Wie Stadthauptmann Peter Preissler weiß, fiel die Teilnahme der Bürgerwehr zuletzt nur während der Kriegsjahre aus. „So wie ab dem Jahr 1939, als die Bürgerwehr wegen eines Verbot der NSDAP nicht mehr ausrücken durfte und sich die Kameraden erst wieder im Jahr 1950 neu formieren konnten“, so Preissler. Nun hat zum wiederholten Male der große Zapfenstreich aus Gründen der Pandemie nicht stattfinden dürfen. Die Totenehrung ließen sich die Verantwortlichen aber dennoch nicht nehmen. So trafen sich Stadthauptmann Peter Preissler, sein Stellvertreter Stadtleutnant Paul Schmid und Bürgermeisterin Andrea Schnele anstelle vor hunderten Menschen auf dem Marktplatz nun im kleinen Kreis am Kriegerdenkmal vor dem Stadttor zu einer Gedenkfeier.

„Unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall“, zitierte Stadthauptmann Preissler aus dem Gebet der Nationen, wonach es an uns liege, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt würden.

Für alle toten Kameraden und Opfer von Gewalttaten legte er einen Kranz nieder. „Er soll uns Erinnerung und Mahnung sein“, schloss Peter Preissler. Der Dirigent des Musikzugs Jürgen Schenk umrahmte mit dem Kameradenlied die kurze Zeremonie.

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