Kleines Konzert mit großer Wirkung

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Im Rahmen des Modellprojekts Continuo gab der Musikverein Stadtkapelle Lauchheim ein kleines Werkstattkonzert auf Schloss Kapfenburg.
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Musikverein Stadtkapelle Lauchheim begeistert seine Gäste.

Lauchheim. Sie musizieren, sie sind fröhlich, sie genießen den Abend: Der Musikverein Stadtkapelle Lauchheim hat nach schier endlos langer Zeit auf Schloss Kapfenburg ein kleines Konzert gegeben. Es ist ein gemütlicher musikalischer Auftakt mit großer Wirkung. Ganz anders wie sonst – mit nur halb so viel Gästen als Männer und Frauen an ihren Instrumenten. Dafür aber mit einer spürbaren Begeisterung, die wie eine Welle durch den Trude-Eipperle-Rieger-Konzertsaal schwappt.

„Mit dem Werkstattkonzert kehrt wieder ein Stück Normalität zurück“, freut sich gleich zu Beginn die junge Frau an der Querflöte, Stephanie Bucher über die Möglichkeit wieder gemeinsam musizieren zu können. „Es musste etwas getan werden. Das ist jetzt passiert“, findet der Tubist Günther Jansche das Vorhaben als eine gute Idee. Auch unter den Gästen gibt es nur positive Resonanz. „Es ist schön, dass man so etwas wieder hören kann“, wie die Hülenerin Renate Sterz sagt.

Möglich gemacht hat es das Modellprojekt Continuo. „Wir wollen damit ein Signal senden in die Region, wie unter Pandemie-Bedingungen wieder angefangen werden kann zu proben“, erklärt der Direktor der Musikschulakademie, Moritz von Woellwarth.

Um die Musikerinnen und Musiker aus Lauchheim entsprechend zu sensibilisieren, sollten drei Probeabende auf Schloss Kapfenburg reichen. Und das obwohl eine achtmonatige Zwangspause hinter ihnen liegt. „Am ersten Abend hatten wir noch eine Batterie an Mitarbeitern, die alles überprüft haben“, so von Woellwarth. „Inzwischen ist die Selbstverantwortung so groß, dass es kaum noch eine Kontrolle braucht.“

Auch die geladenen Gäste wissen mit den geltenden Regelungen umzugehen, was die Ansicht des Akademiedirektors bekräftigt: „Hier kann man sehen, was möglich ist. Das Vertrauen ist da. Es müssen nur in den Kommunen entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden.“

Als Aushilfsmitglied greift von Woellwarth selbst zu seiner Posaune. „Es ruckelt und tut und quietscht – aber es hat Energie und einen guten Spirit“, zeigt er sich von den zurückliegenden Proben begeistert.

Dann geht das kleine Werkstattkonzert los – mit dem Marsch „Gruß an Lauchheim“ vom höher gelegenen Schloss Kapfenburg hinab in die schmucke Deutschordensstadt. Für Dirigent Jürgen Schenk ist es das erste Konzert seit langem. Beim Stück „Show must go on“ greift er Worte des Sängers Freddy Mercury auf: “Egal was kommt, es muss immer weiter gehen – und wir wollen wieder weitermachen.“ Mit „Slippery Gentlemen“ schafft es der Musikverein Stadtkapelle Lauchheim, sogar ein Arrangement für vier Posaunen neu zu interpretieren. Mehrere Klassiker gibt es zu hören und dann schließlich nach 45 Minuten Spielzeit die Hymne der Blasmusik „Der Böhmische Traum“ und für einen perfekten Abschuss „Guten Abend, gute Nacht“.

„Es war toll in den Ohren und ein Augenschmaus, wenn man sieht, wie das Musizieren Spaß macht“, freut sich Lauchheims Bürgermeisterin Andrea Schnele. „Das habe ich unheimlich vermisst. Es wird Zeit, dass es wieder losgeht.“ Zuhause in Lauchheim müssen die Musikerinnen und Musiker wohl trotzdem noch eine Weile gemeinsam im Freien proben. „Das Regelwerk für die Vereine ist leider immer noch ein Dschungel“, wie Vorstand Andreas Stumpp sagt. Doris Weber

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