Lauchheim feiert 590 Jahre Stadtrecht

  • Weitere
    schließen
+
Früh aufstehen musste, wer am Stadtfeiertag in Lauchheim den Musikvereins Stadtkapelle Lauchheim am historischen Rathaus vorbei marschieren sehen wollte. Morgens früh um 6 Uhr zog die Stadtkapelle los.
  • schließen

Kleines Programm zum traditionellen Stadtfeiertag mit Böllerschüssen, Kirchgang, Mahnmal und Museumsstart. Was sonst noch alles interessant war.

Lauchheim

Wer sich am Stadtfeiertag in Lauchheim nichts entgehen lassen möchte, muss früh aufstehen. Schon morgens um Sechs beginnt der Tag mit Böllerschüssen und Marschmusik. Zweimal zieht der Musikverein Stadtkapelle Lauchheim am Marktplatz vorbei und macht dem müden Städtchen Beine, bevor sie von Bürgermeisterin Andrea Schnele zum Frühstück geladen werden.

Das historische Rathaus ist grün-weiß beflaggt. Wird doch immer am 4. Juli an die Verleihung des Stadtrechts im Jahr 1431 erinnert.

In diesem Jahr wird nur klein gefeiert, mit einem ausgewählten Programm und ohne hunderte von Gästen, die sich meist bis zum Nachmittag rund um den Marktbrunnen drängen. So ist für die zwei Dutzend Musikanten um Dirigent Jürgen Schenk mit dem ersten Kaffee schon wieder Feierabend und auch ihre Bürgerwehrkameraden mit Stadthauptmann Peter Preissler rücken später zum Kirchgang nicht aus.

Weil der Stadtfeiertag mit dem Namenstag des Heiligen Ulrichs zu tun hat, steht der Festgottesdienst ganz im Zeichen des Stadtpatrons. Der war ein Mensch des Volkes, wie Pfarrer Dr. Pius Adiele weiß. In seiner Predigt spricht der katholische Geistliche von Ablehnung und Vorurteilen, wonach Menschen oftmals in eine Schublade „gesteckt“ würden und kein Raum zum Entfalten bliebe. „In unserer Stadt und Pfarrei haben alle Menschen mit all ihren Verschiedenheiten Platz“, sagt Dr. Adiele, der die Botschaft zum Stadtfeiertag so benennt: „Wertschätzung ist besser als Vorurteile.“

Eine andere schmerzliche Leere bringt Bürgermeisterin Andrea Schnele anschließend am Kriegerehrenmal in Erinnerung. Es ist nur eine kleine Delegation, die sich vor dem Stadttor zu einer Gedenkfeier versammelt und nur wenige Zuschauer haben sich nach dem Gottesdienst mit auf den Weg gemacht.

„In der Hoffnung auf Toleranz und Frieden sowie in Erinnerung an alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft legen wir einen Kranz nieder“, sagt die Bürgermeisterin. Gleichfalls benennt sie die herausfordernden Zeiten der Pandemie: „Für viele waren es Monate der Einsamkeit und Trennung von lieben Menschen. Nun gibt es zahlreiche Lockerungen. Blicken wir voller Zuversicht und Hoffnung in die Zukunft.“

Als Zukunftsmodell gilt in Lauchheim der „Treffpunkt Bären“ – Stiftungshaus für Vereine und Soziales. „Gemeinschaft kann beflügeln. Es ist toll, wie unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen dort zusammengebracht wurden“, zeigt sich Landrat Dr. Joachim Bläse noch von seinem Besuch bei der letztjährigen Eröffnung begeistert. Jetzt ziehe er wieder seinen Hut vor dem, was nun beim Museumsstart 2021 auf den Weg gebracht wurde. Der steht ganz im Zeichen des 75-jährigen Jubiläums des Sportvereins Lauchheim mit einer Sonderausstellung. Das Besondere dran erklärt Bernhard Joas vom Projektteam des SVL: „Es ist eine Jubiläumsausstellung „to go“, die man auch zuhause auf dem Sofa anschauen kann.“ Ein überall platzierter und auf Faltblätter gedruckter QR-Code mache es möglich und sei selbsterklärend. Auch Sonderführungen werden angeboten, wie Gabriele May als Teil der Vereinsvorstandschaft weiß.

Richtig gefeiert wird dann schließlich auch noch. Bei einer vom SVL ausgerichteten Hocketse im Bärengarten. Corona-konform und gemütlich unter großen Kastanienbäumen.

Dass viele mit dem Fahrrad gekommen sind, erklärt sich so: Weil Lauchheim beim Stadtradeln kaum zu bremsen war, wurden zum Stadtfeiertag noch zwei extra Touren rund ums Städtle ausgeschrieben.

Mehr Bilder online unter www.schwaepo.de

Wertschätzung ist besser als Vorurteile.“

Dr. Pius Adiele, Pfarrer
Marion Walter ist begeistert von den alten Bildern des SVL.
Kranzniederlegung am Kriegerehrenmal vor den Toren der Stadt zu Ehren aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

Zurück zur Übersicht: Lauchheim

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL