Lauchheim geht den ersten Schritt Richtung Zukunft

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Der Gemeinderat Lauchheim hat sich entschlossen, seine Kläranlage stillzulegen und plädiert dafür, mit Westhausen zusammen in Zukunft eine neue Anlage gemeinsam zu betreiben. Westhausen wird sich am 19. Januar zu dem Thema beraten.
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Warum bei den Kläranlagen Lippach, Westhausen und Lauchheim Handlungsbedarf besteht.

Lauchheim

Die Kläranlagen Lauchheim, Lippach und Westhausen sind mit rund 50 Jahren „auf dem Buckel“ in die Jahre gekommen, sanierungsbedürftig. Die Anlagen sind an ihrer Kapazitätsgrenze und im jetzigen Zustand den zukünftigen Anforderungen an die Abwasserreinigung nicht gewachsen. Es braucht also eine Lösung. Am Donnerstag hat sich der Gemeinderat Lauchheim dazu beraten.Ein gemeinsamer Weg – das könnte es sein. Deshalb hatten die Westhausen und Lauchheim ein Strukturgutachten in Auftrag gegeben, um alle möglichen Varianten abzuklären. Mitte November hatten sich die Gremien beider Gemeinden zusammengesetzt. Für eine Beschlussfassung besprechen sich beide Gemeinden aber getrennt. Am Donnerstagabend waren es die Lauchheimer Ratsmitglieder, die im Röttinger Bürgersaal berieten, wie der Weg in Zukunft ausschauen soll. Matthias Strobel vom Abtsgmünder Ingenieurbüro Strobel erläuterte am Donnerstag detailliert alle fünf möglichen Varianten.Bei Alternative 1, der dezentralen, bleiben alle drei Klärwerke erhalten, werden umgebaut und erweitert, Westhausen hydraulisch verstärkt. Knackpunkt: Lauchheim fehlt an dem beengten Standort zwischen Jagst, Gewerbegebiet und B29 der Platz für die nötigen Sanierungen. Kosten: 24,3 Millionen Euro für die Sanierungen, 680000 Euro laufende Kosten pro Jahr.Variante 2: Westhausen bleibt bestehen, wird umgebaut und erweitert, Lippach stillgelegt, mit einer Druckleitung an Lauchheim angeschlossen, Lauchheim erweitert. Sanierungskosten: 24,2 Millionen Euro, jährlicher Unterhalt 690000 Euro.Variante 3: Alle drei Kläranlagen werden stillgelegt. Lippach wird an Lauchheim angeschlossen. Lauchheim bekommt ein zentrales Pumpwerk, der Rest wird stillgelegt. Es wird eine Druckleitung bis Westerhofen gebaut, von dort ein Sammelkanal bis Westhausen. Dort wird mit verschiedenen Neubauten erweitert. Dafür gibt es in zweierlei Alternativen: A: eine aerobe Schlammstabilisierung (kostet 23,8 Millionen müssen investiert werden, 610000 Euro betragen die laufenden Kosten). Oder Kompaktfaulung, die Variante 3b. Bei ihr müssten 25 Millionen Euro investiert werden, die jährliche Belastung liegt dann bei 550000 Euro.Variante 4 ist eine zentrale Lösung in Westhausen mit einem kompletten Neubau einen halben Kilometer nordwestlich des jetzigen Standorts. „Das hat den Nachteil, das wir keine vorhandene Bausubstanz nutzen können und wir liegen bei 4,2 Millionen mehr als bei der Zentrallösung bei Variante 3“, erläuterte Strobel. Die Zentralisierung selbst bringe weniger Betriebskosten, es müsse weniger Technik unterhalten werden. Zwei klare Vorteile. Er selbst empfehle Variante 3b, die mit der Kompaktfaulung. „Hier fällt die kontinuierliche Abwassereinleitung auf einem acht Kilometer langen Abschnitt in die Jagst weg.“ Das sei im ökologischen Zusammenhang – und im Trinkwasserschutzgebiet erst recht - zu favorisieren, so der Ingenieur.Dass die wirtschaftlichste Lösung gefunden gewählt werde, sei Voraussetzung für die Förderung durch das Land. Der Eigenanteil für Lauchheim betrage rund 4,7 Millionen – zu zahlen über zehn Jahre hinweg mit einem jeweiligen Betrag von rund 500000 Euro. Gebaut würde in fünf Abschnitten: Erst komme die Erweiterung in Westhausen im Bereich Hydraulik und Biologie, dann der Kanal bis Westerhofen, im dritten Schritt 2026/27 Pumpwerk und Druckleitung in Lauchheim inklusive Stilllegung. Im Anschluss dann der zweite Bauabschnitt in Westhausen mit Faulung und Schlammbehandlung und ab 2028 der Anschluss von Lippach, Druckleitung, Pumpwerk und die Stilllegung der dortigen Kläranlage.

„Gehen wir diesen nächsten Schritt weiter oder nicht?“, fragte Bürgermeisterin Andrea Schnele. Ihre Räte entschieden sich für ein klares „Ja“ und einstimmig für Variante 3b. Ob das Großprojekt so kommen wird, hängt davon ab, wie die Kollegen in Westhausen am 19. Januar entscheiden. Und ob das Land die Fördergelder bewilligt.

Der Gemeinderat Lauchheim hat sich entschlossen, seine Kläranlage stillzulegen und plädiert dafür, mit Westhausen zusammen in Zukunft eine neue Anlage gemeinsam zu betreiben. Westhausen wird sich am 19. Januar zu dem Thema beraten.
Der Gemeinderat Lauchheim hat sich entschlossen, seine Kläranlage stillzulegen und plädiert dafür, mit Westhausen zusammen in Zukunft eine neue Anlage gemeinsam zu betreiben. Westhausen wird sich am 19. Januar zu dem Thema beraten.

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