Lauchheims Betriebe erholen sich

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Einzelhandel ist in Lauchheim eher schwach vertreten, vor allem sind Lebensmittelgeschäfte zu finden.

In der kleinen Stadt an der Jagst geht es wieder aufwärts. Wie der Vorsitzende des örtlichen Gewerbe- und Handelsvereins die Entwicklung einzelner Branchen bewertet.

Lauchheim

Der Corona-Lockdown hat auch die Handels und Gewerbebetriebe in Lauchheim heftig getroffen. Doch nach dem Wiederstart blickt der Gewerbe- und Handelsverein (GHV) wieder vorsichtig in die Zukunft, wobei der Vorsitzende des Vereins, Klaus Ott, einzelne Branchen unterschiedlich bewertet. Obwohl die Pandemie einige Planungen durcheinandergebracht hat.

"Die Talsohle ist für die allermeisten Betriebe, sowohl bei Handel als auch im Gewerbe, durchschritten", sagt Ott, der selbst einen Betrieb für Werbetechnik mit drei Mitarbeitern in Westerhofen führt. "Die Handwerksbetriebe haben zumeist volle Auftragsbücher, die Industriebetriebe laufen langsam wieder an."

Im Einzelhandel, der in Lauchheim eher schwach vertreten ist, haben seinen Worten zufolge die Modebetriebe Schwierigkeiten, während Lebensmittelhandel und Friseure wieder gut laufen. Man habe aber bereits jetzt zusammen mit dem HGV Westhausen die Turnusmäßig 2021 geplante Kapfenburgmesse auf den 13. bis 15. Mai 2022 verschoben. Ansonsten versuche jeder Betrieb, eigene Ideen zu entwickeln.

In seinem eigenen Betrieb war von April bis Juli Kurzarbeit angesagt, jetzt werden die Aufträge wieder mehr. "Aber es gibt auch Betriebe, die Aufträge an uns erst mal storniert oder zurückgestellt haben, denn jeder ist noch unsicher, wie es weitergeht", sagt Ott. Vieles, was jetzt nicht unbedingt nötig ist, werde auf später verschoben.

Die meisten Betriebe haben die Talsohle durchschritten.

Klaus Ott Vorsitzender GHV Lauchheim

Wie unterschiedlich die Branchen zu tun haben, zeigt eine kleine Umfrage unter Lauchheimer Betrieben. Die Flaschnerei von Rolf Füchsle ist ausgelastet, hat eine gute Auftragslage. Ähnliche Aussagen kommen von einem Malerbetrieb und einem Sanitärbetrieb.

Ralf Schramm führt einen Maschinen- und Metallbaubetrieb im Gewerbegebiet. Sein Betrieb ist unter anderem Zulieferer für Automotive-Hersteller. "Da sind uns vor Corona fest zugesagte Aufträge weggebrochen, auch im Sondermaschinenbau und bei Maschinen für die Verpackungsindustrie, und es sieht weiter nicht gut aus", sagt Schramm. Viele Mitarbeiter waren in Kurzarbeit. Da sei das zweite Standbein, die Lohnfertigung, gefragt. Aber in diesem Bereich kämen die meisten Aufträge kurzfristig, es gäbe keine längerfristige Planungssicherheit. Ähnlich sieht es in einzelnen Bereichen bei HS Schoch und bei anderen Betrieben aus.

Die Gastronomiebetriebe profitieren derzeit vom Tourismus, wie der "Rote Ochsen" von Familie Groll. Es fehlen zwar Geschäftsreisende, dafür kämen gerade vermehrt Wanderer und Radfahrer, sowie Durchreisende in Hotel und Restaurant, wie die Seniorchefin erzählt. Man sei mit der Auslastung zufrieden. Um den Restaurantbetrieb anzutreiben, habe der Familienbetrieb bereits im Mai "Essen to go" geboten, was bis jetzt sehr gut angenommen werde. Jetzt sei auch der Biergarten gut besucht. Die Stadt liege sehr gut an Durchgangswegen für Radfahrer und Wanderer.

"Wir hoffen einfach, dass kein zweiter Lockdown nötig ist und sich die Situation möglichst bald normalisiert", gibt Klaus Ott die Stimmung wieder.

Jürgen Eschenhorn

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