Mit der Vespa auf Deutschlandtour

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Theresa Harpengs Vespa LX 125 am Elbufer in Dresden. Noch trocken und noch ohne Lackschäden.

Eine junge Lauchheimerin hat mit einer 125er Vespa eine Reise durch Deutschland begonnen. Nächstes Jahr in den Semesterferien im Sommer soll sie fortgesetzt werden.

Lauchheim

Eine junge Frau allein auf Deutschlandtour mit einem kleinen Motorroller. Dieses Abenteuer ist Theresa Harpeng aus Lauchheim eingegangen. Für die SchwäPo berichtet sie darüber.

"Bekannte, Freunde und Familie erklärten meine Idee, mit der Vespa alleine durch Deutschland zu reisen, für verrückt, nicht umsetzbar, gefährlich, ein Hirngespinst und Ähnliches", berichtet Theresa Harpeng. Aber schon kurz nach ihrem Start notiert sie: "Ich bin wirklich unglaublich froh, mich gegen alle Gegner meiner Reise durchgesetzt zu haben, denn schon jetzt habe ich Erfahrungen gemacht, die ich nicht missen möchte!

Theresa Harpeng plante ihre Route ganz bewusst innerhalb von Deutschland. "Ich finde es wichtig, dass man sein eigenes Land kennt, bevor man in ferne Länder reist", sagt sie.

Am 1. August startete sie früh morgens in ihrem Studienort Erlangen. Über Amberg, Weiden, Bayreuth und Plauen fuhr sie nach Coburg, wo sie über Couchsurfing übernachtete.

Am zweiten Tag ging es nach Bamberg, Forchheim, Adelsdorf, Ebrach (nach einer Empfehlung eines Antiquitätenhändlers in Bamberg) und Würzburg, wo sie bei ihrer Schwester Marina Quartier bezog. Die dritte und vierte Nacht verbrachte sie in Erfurt.

Über Weimar mit dem interessanten Goethe-Museum, Jena und Chemnitz ging est nach Dresden bzw. Radebeul, wo sie drei Nächte bei einem Freund übernachten konnt. Die zwei Tage in Dresden nutzte sie für Stadtbesichtigung und -führungen, Kuppelbesteigung der Frauenkirche, Genießen des nächtlichen Dresdens von verschiedenen Aussichtspunkten aus und Museumsbesuche.

"An Tag acht ließ ich in Leipzig meine USB-Steckdose, die ich am Vortag beschädigt hatte, reparieren. Danach fuhr ich über Halle an der Saale nach Dessau, um das bekannte Bauhaus zu besichtigen. Nachdem ich die Nacht in einer Jugendherberge in Magdeburg verbracht hatte, fuhr ich über Brandenburg und Potsdam nach Berlin, wo ich es in großer Eile sogar geschafft habe, ein Foto von meiner Vespa mit dem Brandenburger Tor im Hintergrund zu schießen."

Und dann wurde es ein bisschen ungemütlich: "Nachdem ich nun neun Tage lang Sonne, wolkenlosen Himmel und über 30 Grad genießen konnte, hatte ich heute auf dem Weg an die Ostsee das Gefühl, von der "steifen Brise" von meiner Vespa geweht zu werden."

Doch nach einem kurzen Besuch in Stralsund endete ihr Tag in Rostock, wo sie über Couchsurfing eine Bleibe gefunden hatte. Natürlich ließ sie sich hier das große Ereignis, die Hanse-Sail, nicht entgehen.

"Durch sieben Mal Regen und einen (für mich als Süddeutsche) starken Wind, war ich nach den Besichtigungen der Seebrücke in Heiligendamm, Schwerin mit seinem großen Schloss und Lübeck, wo ich mir natürlich das Holstentor anschaute, absolut k. o., als ich in der Nähe von Kiel bei einer Freundin ankam, die ich über meinem Internationalen Jugendfreiwilligendienst in Frankreich kennengelernt hatte", berichtet die Lauchheimerin.

Als nächste große Stationen ihrer Zweirad-Reise standen dann Kiel, Flensburg, Hamburg, Bremen, Hannover, Dortmund, Köln, Frankfurt am Main und Heidelberg auf dem Plan. Doch zunächst sollte es anders kommen.

Ein Unfall beendete diese bemerkenswerte Deutschlandtour "Zwischen Kiel und Flensburg machte ein Autofahrer vor mir eine Vollbremsung. Ich musste auch bremsen. Mein Vorderrad rutschte weg und ich stürzte", berichtet Theresa Harpeng am Telefon. Gottseidank sei ihr nichts Schlimmes passiert, erzählt sie erleichtert. Die Vespa habe auch nur einige Lackschäden. Dennoch haben ihre Eltern sie dann samt Motorroller aus Norddeutschland abgeholt.

Trotzdem: Aufgeben will sie ihre Idee der Deutschlandtour mit der 125er Vespa nicht. Nächstes Jahr im Sommer während der Semesterferien soll die Reise ihre Fortsetzung finden.

Und dann wird hoffentlich wahr werden, was sie für dieses Jahr bereits angekündigt hatte: "Nach einem Besuch in meiner Heimatstadt Lauchheim geht es über den Schwarzwald an den Bodensee, ins Allgäu, nach München und Regensburg. Endpunkt meiner großen Reise wird Erlangen sein, da im Oktober ja das Studium wieder weitergeht!"

Theresa Harpeng

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