Röttingen: 20 Plätze und 31 Bauwillige

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20 neue Bauplätze sollen im Sallenfeld III in Röttingen entstehen
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Der Gemeinderat diskutiert über die Bebauungsdichte im geplanten Baugebiet Sallenfeld III. Ein Artenschutzgutachten könnte das Vorhaben noch kippen.

Lauchheim

Wohnen im ländlichen Raum mit Blick auf Schloss Baldern und den Bopfinger Ipf kommt an. Zumindest bei den 31 Bauwilligen, die sich für das Wohnbaugebiet Sallenfeld III in Lauchheim-Röttingen interessieren. 20 neue Bauplätze stehen als Angebot der Nachfrage gegenüber. Nach Abwägung eingegangener Stellungnahmen wurde nun in der Sitzung des Gemeinderats Lauchheim ein überarbeiteter Bebauungsplanentwurf gebilligt.

Der mit der Planung beauftragte Bauingenieur Helmut Kolb, fasste die maßgeblichen Anregungen zusammen. So wertet der Geschäftsbereich Naturschutz des Landratsamts Ostalbkreis die prognostizierte Wohndichte mit 41 Einwohnern pro Hektar als „recht gering“, weswegen eine Nachverdichtung angestrebt werden solle. Luft nach oben sieht auch Stadtrat Alois Rettenmaier (UBL), der die Bauplätze lieber kleiner schneiden würde, damit mehr Familien Platz bekämen.

Dagegen betrachten Stadtverwaltung und Planer eher die Gesamtgemeinde. „Eine verdichtete Bebauung an anderer Stelle stellt den Ausgleich zur Siedlungsdichte im Gebiet Sallenfeld III dar“ heißt es in deren Stellungnahme. „Am Kalvarienberg in Lauchheim liegt die Einwohnerdichte weit über der geforderten Grenze von 45 Einwohnern/ha“, erklärte Kolb. „Die ermittelte Wohndichte im Sallenfeld III in Röttingen befindet sich 10 Prozent unter dem Grenzwert und damit im Toleranzbereich.“ Man sei hier gewohnt mehr Platz zu haben, wie der Ortsvorsteher Gunther Ziegelbauer meinte. „Die 20 Bauplätze sind schon kleiner. Wir sollten Rücksicht nehmen auf die Anlieger des Turmwiesenwegs.“ Die hatten schon beim ersten Entwurf Bedenken geäußert, dass sich zu viele Häuser zu dicht aneinander reihen könnten.

„Die durchschnittliche Bauplatzgröße beträgt 530 Quadratmeter“, wusste Hauptamtsleiterin Monika Rettenmeier. Und dass diese 20 Meter breit würden, ergänzte Helmut Kolb. Sechs Meter betrage der Abstand der Baufenster zur Baugrenze. „Das ist bereits großzügig gewählt. Baurechtlich könnten wir sogar auf 2,5 Meter gehen“, so Kolb mit Blick auf die Einwände einiger Privatpersonen.

Was das Vorhaben „Sallenfeld III“ noch kippen könnte, ist der Artenschutz. „Ein Brutrevier der Feldlerche geht durch die geplante Bebauung verloren“, schreibt der zuständige Geschäftsbereich des Landratsamts und fordert die Anlage einer 1000 Quadratmeter großen Ackerbrache. Diese CEF-Maßnahme muss in einem Radius von zwei Kilometern erfolgen, wie Bürgermeisterin Andrea Schnele sagte. Einzig habe die Stadt Lauchheim keine Flächen innerhalb dieses Umkreises. „Keine CEF-Maßnahme – kein Baugebiet“, mahnte sie an. „Der Artenschutz zählt relativ hoch.“ Schnele hofft nun auf die Landwirte. „Wir sind optimistisch eine Lösung zu finden.“

Auf die Frage eines interessierten Einwohners antwortete die Bürgermeisterin: „Vorausgesetzt wir können die CEF-Maßnahme umsetzen, möchten wir im Frühjahr/Sommer 2022 ausschreiben und die Erschließung 2022/2023 durchführen. Im Jahr 2023 können die Bauplätze dann verkauft werden.“

Aber erst wird der überarbeitete Entwurf vom 10. Januar bis 24. Januar 2022 im Rathaus Lauchheim öffentlich ausgelegt.

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