Seit 65 Jahren unzertrennlich

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Eiserne Hochzeit feiern Liesl und Sepp in Lauchheim.

Elisabeth und Josef Maile begehen gemeinsam einen besonderen Festtag. Wie alles begann und wofür sie dankbar sind.

Lauchheim

Seit 65 Jahren verheiratet sind Elisabeth und Josef Maile, die am 4. Mai 2022 ihre Eiserne Hochzeit gefeiert haben. „Der gemeinsame Weg ist nicht immer einfach gewesen“, bekennt die Jubelbraut, „denn mein Mann ist all die Jahre auch dem Fußball, besonders dem Sportverein Lauchheim (SVL), treu geblieben.“

Und so begann es vor über 65 Jahren. Elisabeth Maile, geb. Maier aus Abtsgmünd war mit einer Freundin auf einer Radtour und im Kellerhaus Oberalfingen kehrten die beiden ein. Ebenso taten es an diesem Sommersonntag die Fußballspieler der 1. Mannschaft des SVL auf ihrem Heimweg von einem siegreichen Spiel in Hüttlingen. Zu diesem hatte, wie so oft, ihr legendärer Torwart Josef Maile beigetragen. „Da habe ich ihn zum ersten Mal gesehen und gleich hat‘s gefunkt“, erzählt die „Liesl“, als die man sie seither in der Stadt kennt.

Wie eine „Partnerschaftsbeschreibung“ des Jubelpaars klingt da ein Fußballerhit, ein „Ohrwurm“, gesungen erstmals vor über 50 Jahren von Wencke Myhre: „Er steht im Tor, im Tor, im Tor und ich dahinter. Frühling, Sommer, Herbst und Winter bin ich stets bei meinem Schatz, auf dem Fußballplatz.“

Bis vor eineinhalb Jahren war Josef Maile tatsächlich „70 Jahre auf dem Platz“, mehrere Male die Woche. „Das war nicht immer schön“, bekennt die Jubelbraut, die es mitgetragen hat, „denn es war sein Leben.“ Als Torwarttrainer schätzten ihn schon die ganz Kleinen beim SVL und ebenso beim TSV Westhausen. Jahraus, jahrein, tat er es ehrenamtlich. Nie war der gebürtige Lauchheimer und praktizierende Katholik ein „alter Herr“, denn mit 50 stand er noch im Tor der ersten Mannschaft. Doch vor knapp zwei Jahren erlitt er einen Schlaganfall und wurde zurückgebremst hat. „Irgendwann macht sich halt das Alter bemerkbar“, resümiert „Liesl“, die alles sehr praktisch sieht und keine „Warum- Frage“ aufkommen lässt.

Sie ist froh, dass täglich morgens und abends Tochter Eveline Dambacher nach den Eltern schaut, die sonst noch keine Hilfe brauchen. Und „eine ebenso treue Seele ist unser Schwiegersohn Josef“, ergänzt die Mutter. Ehrungen und Ständchen unter den Gegebenheiten wollten „Liesl und Sepp“ nicht, und haben um Verständnis gebeten. Doch Bürgermeisterin Andrea Schnele wollten sie nicht „absagen“ und sie überbrachte Glückwünsche im kleinen Kreis.

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