Senior aus brennendem Haus gerettet: Lauchheim ehrt seinen Lebensretter

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Bürgermeisterin Andrea Schnele bei der Übergabe einer Dankesurkunde an den 26-jährigen Lebensretter Dominik Zündel
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Der 26-jährige Dominik Zündel blickt auf den Wohnhausbrand zurück.

Lauchheim. Vier Wochen liegt er zurück - dieser schicksalhafte Morgen, an dem Dominik Zündel einen Senior aus einem brennenden Wohnhaus gerettet hat. Nun wurde der 26-jährige von der Stadt Lauchheim als Lebensretter geehrt. „Sie sind ein wahrer Held“, sagte Bürgermeisterin Andrea Schnele in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. „Wir haben großen Respekt vor Ihnen und Ihrer Leistung.“ Noch einmal bittet sie Dominik Zündel zu erzählen, was genau an jenem frühen Donnerstag gegen 3.30 Uhr passiert ist.

Er sei mehr zufällig  mit seinem Auto unterwegs gewesen, als er über den Häusern der Stadt einen orange-roten Schimmer gesehen habe, schildert der junge Mann die Situation. „Ich bog ab und sah, dass der Dachstuhl eines Haus zur Hälfte in Flammen stand.“ Noch während er einen Notruf absetzt, hört er leise Hilferufe. „Bis zu diesem Zeitpunkt war ich absolut in Panik, weil ich nicht wusste, wie ich mit der Situation umgehen soll. Dann war der Schalter plötzlich wie umgelegt.“ Zündel erkennt im ersten Stock die Gestalt eines älteren Mannes und versucht eine Tür einzutreten. Schließlich schlägt er mit einem großen Stein ein Fenster ein, zwängt sich durch die Öffnung ins Haus und rennt die Treppen hoch. Zündel schnappt den Senior am Arm.

Das Feuer hat schon auf die Treppenstufen übergegriffen, als er von dem älteren Herrn erfährt, dass sich im Dachgeschoss noch eine weitere Person aufhalte. Ein Schreckmoment. „Ich habe einen kurzen Blick nach oben gewagt und gesehen, dass egal wer dort noch sein könnte, es wohl zu spät wäre.“ Erst später sollte sich herausstellen, dass der Senior schon lange alleine in dem Haus wohnte.

Glühende Balken fallen herab. Zündel bringt den Mann nach unten. Durch die Türen ist kein Hinauskommen möglich. Zündel schlägt die restlichen Scherben ein und wirft eine alte Bundeswehrdecke über den Fenstersims. Mit Hilfe von Nachbarn bringt er den Senior und sich nach draußen.

  Dominik Zündel denkt oft an diesen Tag und an das „was wäre wenn“. „So wie, was wäre wenn die Treppe unter uns zusammengebrochen wäre?“ Etwas nachdenklich wirkt er schon. „Es war wohl mehr mit Herz als mit Verstand“, sagt er dann.„Ich bin froh, dass alles so gut ausgegangen ist“, so Bürgermeisterin Andrea Schnele bei der Überreichung einer Dankesurkunde der Stadt mit Präsenten an den jungen Lebensretter Dominik Zündel.

Der Senior sei inzwischen im Pflegeheim in Lauchheim untergekommen, wie Andrea Schnele weiß. Und auch die Familie, die in der zerstörten Haushälfte nebenan eingezogen wäre, habe inzwischen eine Bleibe gefunden. Doris Weber

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