Spätzlepressen statt Fitnesstraining

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Bei Birgit Thamasett (links) vibrieren die Muskeln. Mit Resi Graser (Mitte) und Eva Mothes (rechts) gehört sie zu den über fünfzig Helfern bei der Kirchweih des Sportvereins Lauchheim.

Was es alles braucht, bis beim Sportverein Lauchheim zur Kirchweih am Sonntag leckere Spätzle auf die Teller kommen.

Lauchheim

Handgemacht schmecken sie am besten. Und ob zum Braten, zum Schnitzel, mit Käs' oder nur mit Soß' – im Ländle sind sie einfach ein Muss auf jedem Teller. Der Schwabe kann halt nicht ohne seine "Spätzla". Und weil dem so ist, lassen viele für ihre schwäbische Leibspeise die Muskeln spielen.

"Ran an die Spätzlespresse" heißt es auch am kommenden Wochenende beim Sportverein Lauchheim, wenn in der Alamannenhalle die Vereinskirchweih angesagt ist. Da wird statt Fitnesstraining die Küchenschürze umgebunden und der Kochlöffel geschwungen.

Für Birgit Thamasett, Resi Graser, Petra Daubner und Andrea Albrecht ist der Umgang mit dem gusseisernen Haushaltsgerät fast Routine. Sie sind ein eingespieltes Team und gehören zu den über rund 50 fleißigen Helfern, die sich alljährlich um das Wohl der Gäste kümmern.

Die Einkaufsliste für die Spätzle ist überschaubar. Nur die Mengenangaben sind beachtlich. Um am Sonntag alle hungrigen Mäuler zu stopfen, können schon mal schnell so 40 Pfund Mehl und 200 Eier zusammenkommen. Salz ist das geringste und Wasser gibt es aus dem Hahn.

Los geht es schon am Samstag. Da treffen sich die vier Frauen in der Küche der Turn- und Festhalle und werfen den Herd an. Bis das Wasser in den hohen Töpfen sprudelt, wird der Spätzlesteig gemacht. "Den muss man solange schlagen, bis er Blasen wirft und sich etwas von den Schüsselwänden löst", verrät Birgit Thamasett. Als moderne Hausfrau setzt sie dabei lieber auf ihre eigens mitgebrachte Hightech-Küchenmaschine als auf ein profanes Handrührgerät. Mit einer zweiten solchen wunderwirkenden Maschine geht zumindest das Teigmachen ratzfatz. Wenn da nur nicht der anschließende Krafteinsatz wäre. Aber was soll's. Vier Frauen, vier Spätzlespressen und reichlich Armschmalz genügen und schon werden aus einem Batzen Teig millimetergenaue schönste Spätzle, die im kochenden Wasser innerhalb kürzester Zeit das Schwimmen lernen. Dann nur noch kalt abschrecken und zum Trocknen auslegen und schon wäre für die "Spätzlesfrauen" das meiste geschafft.

Zeit, um Kaffee zu trinken und Paula Vatter mit ihrem Mann Georg beim Hobeln von Krautköpfen oder Karotten zuzuschauen. Die müssen nebenan nämlich ordentlich Gas geben, damit am Ende des arbeitsreichen Samstages Martin Jast in geheimer Mission noch alles mit schmackhafter Marinade vermischen kann.

Zum letzten Mal in der Halle

Was aber alle mit am meisten beschäftigt ist die Tatsache, dass die Kirchweih an diesem Sonntag die letzte in alter Halle und alter Küche sein wird. Am Aschermittwoch 2020 ist es für die Alamannenhalle erst mal aus und vorbei. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass die neue Mehrzweckhalle, wie von der Stadt geplant, im Oktober 2021 fertiggestellt ist. Denn dann feiert der, im Jahr 1946 gegründete Sportverein Lauchheim sein 75-jähriges Bestehen. Die Vorbereitungen sind bereits angelaufen.

Die Kirchweih mit Mittagstisch, Kaffee, Kuchen und Abendessen ist am Sonntag 20. Oktober, von 11 bis 20 Uhr in der Alamannenhalle.

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