Stadtkapelle probt auf dem Schloss

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Mit Polka, Marsch und Walzer startete der Musikverein Stadtkapelle Lauchheim im Trude-Eipperle-Rieger-Konzertsaal auf Schloss Kapfenburg seinen Probebetrieb.
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Zum Auftakt des Modellprojekts Continuo gibt es nach langer Zwangspause endlich wieder Blasmusik mit viel Spaß im Trude-Eipperle-Rieger-Konzertsaal.

Lauchheim

Am Montag war es so weit. Der Musikverein Stadtkapelle Lauchheim hat nach fast acht Monaten ohne Blasmusik seinen Probenbetrieb wieder aufgenommen. Anlass gab das Modellprojekt „Continuo“, das die Stiftung Schloss Kapfenburg gemeinsam mit der Hochschule Aalen erarbeitet hat. „Es soll zeigen, dass so etwas wie heute wieder möglich ist“, erklärt der Direktor der Musikschulakademie, Moritz von Woellwarth, die Idee, die dahinter steckt. „Wir sind froh, damit den Akademiebetrieb im Kleinen wieder hochfahren zu dürfen.“ Woellwarth nennt das Zusammentreffen ein Kurzläuferprojekt und damit einen ersten Aufschlag. „Wenn es gut läuft, dann kann die Stadtkapelle in ihren eigenen Räumen weiterproben.“

Aber erst einmal freuen sich die Musikerinnen und Musiker aus Lauchheim auf Marsch oder Polka und über die drei Übungsabende im Trude Eipperle-Rieger-Konzertsaal von Schloss Kapfenburg. Wie wir erfahren, sind sie die ersten im Ostalbkreis, die wieder gemeinsam proben dürfen. So wird die Probe, wie alle anderen Veranstaltungen im Rahmen des Projekts, von einem Team um Prof. Dr. Dieter Ahrens und Prof. Dr. Ulrich Holzbaur der Hochschule Aalen wissenschaftlich begleitet.

„Wir möchten feststellen, ob die Konzepte, die wir hier entwickelt haben wirklich greifen und es möglich ist, unter Corona-Bedingungen ein Konzert durchzuführen“, sagt Holzbaur in Richtung Kamera. Denn sogar das SWR-Fernsehen ist für eine Liveschalte bei der Probe dabei und das Radio zeichnet einen Mitschnitt auf.

Scheinbar unbeeindruckt von den vielen Beobachtern spielt der Musikverein Stadtkapelle Lauchheim locker auf. Etwas ungewohnt ist es aber schon. Die Stühle stehen mit zwei Meter Abstand auseinander. Jeder hat seinen eigenen Notenständer und die „Querflöten“ sitzen wie in einem Aquarium zwischen Plexiglasscheiben. „Im Gegensatz zu den Posaunen ist der Aerosol-Ausstoß bei den Querflöten deutlich höher“, klärt von Woellwarth auf. Er muss es wissen – schier unauffällig reiht er sich als Posaunist zwischen die anderen Musiker ein. „Für mich geht damit der Himmel auf“, freut sich das „Aushilfsmitglied“.

Beim traditionellen Marsch „Gruß an Lauchheim“ ist vor allem Dirigent Jürgen Schenk überrascht, wie gut das Werk trotz der langen Zwangspause noch klingt. Spricht man unter Musikern doch vom „Ansatz“, der nach einer so langen Zwangspause meistens fehlt und davon, dass die Finger nicht mehr richtig „laufen“ könnten. „Auch die allgemeine Kondition am Instrument und das Zusammenspiel verliert sich mit der Zeit“, klärt Schenk auf. „Nach acht Monaten ist das eben so“, sagt er, wohlwissend, dass kaum jemand zuhause seinem Instrument ganz regelmäßig Töne entlockt.

„Der Musikverein Stadtkapelle Lauchheim hat eben erst den Dornröschenschlaf von sich geschüttelt“, weiß Vorsitzender Andreas Stumpp, der sich mit seinen Musikerinnen und Musikern über die Teilnahme an dem Modellprojekt freut. Für den Probenbetrieb im eigenen Vereinsheim hofft er, dass die Auflagen noch etwas runter gehen.

Wann wieder auf Veranstaltungen vor Publikum gespielt werden darf, ist noch unklar. „Zunächst spielen wir am 4. Juli, dem Stadtfeiertag in Lauchheim, morgens um 6 Uhr den Weckruf durch die Straßen der Stadt“, sagt Schenk. Ist es dann das Neujahrskonzert am 1. Januar 2022, worauf als Nächstes geprobt werden soll? „Wir haben jedenfalls den Musikverein Stadtkapelle Lauchheim schon fest auf Schloss Kapfenburg dazu eingebucht“, verrät Akademiedirektor Moritz von Woellwarth.

Wenn es gut läuft, dann kann die Stadtkapelle in ihren eigenen Räumen weiterproben.“

Moritz von Woellwarth, Direktor der Musikschulakademie

Das Projekt „Continuo“ auf der Kapfenburg

Das Projekt „Continuo“ auf Schloss Kapfenburg wurde von den kommunalen Landesverbänden und dem Sozialministerium als eines von insgesamt 19 Modellprojekten aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen ausgewählt. Damit sollen weitere Öffnungsschritte in Baden-Württemberg abgesichert werden. We

Dirigent Jürgen Schenk freut sich, dass wieder zusammen Blasmusik gespielt werden kann.
Musikschulakademie-Direktor Moritz von Woellwarth (l.) lässt es sich nicht nehmen, als Aushilfsmitglied selbst zur Posaune zu greifen.

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