Sterben wird in Lauchheim teurer

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Der Friedhof in Lauchheim mit Kapelle und Aussegnungsplatz
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Warum Angehörige künftig für ein Grab rund das Doppelte zahlen müssen.

Lauchheim. Welche Grabarten werden auf dem Friedhof angeboten, wie sind die Gebühren und was passiert nach Ablauf der Ruhezeit? Fragen, zu denen Antworten nun auf Papier gebracht wurden und der Lauchheimer Gemeinderat darüber befinden musste.

„Eine Friedhofssatzung gab es in Lauchheim bisher noch nie“, sagte Stadtkämmerin Vanessa Wille in der jüngsten Sitzung. Lediglich eine Bestattungsgebührensatzung aus dem Jahr 1995 sei bis dato vorhanden.

Es sind Verhaltens- und Gestaltungsvorschriften, die in der neuen Friedhofssatzung festgeschrieben sind und Gebühren, die zuletzt im Jahr 2010 geändert wurden. „Wir brauchen eine Rechtssicherheit für die Bürger, Bestattungsunternehmen und Kommunen“, erklärte Wille die Gründe der Neufassung.

Was unter anderem neu ist, kann man auf dem Friedhof in Lauchheim schon sehen. „Die Anlage der neuen Urnen- und Rasengräber und der Bereich für Baumbestattungen kommen gut voran. Bis Weihnachten könnte die Erweiterung fertig sein“, schätzt die Stadtkämmerin. Auch in Hülen sei bereits mit den Fundamenten von Rasengräbern begonnen worden.

In Lauchheim wird künftig zwischen Reihen- und Wahlgräbern unterschieden, vor allem was die Verlängerungsmöglichkeit und Flexibilität anbelangt. „Es ist wichtig, dass man beide Bestattungsformen anbietet“, so Wille.

Warum Angehörige künftig deutlich mehr für die Grabnutzung zahlen müssen, begründete die Stadtkämmerin mit dem Kostendeckungsgrad. Der habe zuletzt bei 28 Prozent gelegen. „Bei der neuen Gebührenhöhe wurde nun ein Kostendeckungsgrad von 60 Prozent zu Grunde gelegt.“

Wille nannte Beispiele. So betragen in Lauchheim die Nutzungsgebühren für ein Urnengrab statt bisher 410 Euro künftig 960 Euro und für ein Doppelerdwahlgrab statt 2300 Euro nun 3650 Euro.

Einstimmig votierte der Gemeinderat am Ende für die Neuregelungen. Bürgermeisterin Andrea Schnele freute sich: „Die Friedhofssatzung ist eine Forderung, die auf unserer To-do-Liste stand. Wir haben in diesem Jahr sehr viel abgearbeitet.“

Neues zum Bestattungswald

Der Bestattungswald „Waldruh Ostalb“ heißt jetzt „Ruhebaum Ostalb“. Dies teilte Bürgermeisterin Andrea Schnele in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Lauchheim mit. Der Wald bei Röttingen liegt im Besitz des Erbprinzen zu Öttingen-Wallerstein. „Bestattungen sind Hoheitsaufgabe der Gemeinden und müssen somit trotzdem über unsere Kasse abgerechnet werden“, erklärte die Bürgermeisterin das übliche Prozedere.

Nach knapp sechs Jahren Betrieb sollen nun Änderungen an der Gebührensatzung vorgenommen werden. So betragen die Gebühren für die Beisetzung einer Urne je Bestattungsfall statt 280 Euro künftig 350 Euro und die Nutzungsgebühr für einen Ruhebaum der Kategorie 1 statt bisher 500 Euro nun 700 Euro. Doris Weber

Wir brauchen eine Rechtssicherheit für die Bürger.“

Vanessa Wille, Stadtkämmerin

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