Weniger Schokolade kann mehr sein

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Bea Kibbel (li) und Petra Koch zeigen anhand einer überdimensionalen Tafel Schokolade, was einem Kleinbauern in den Herstellungsländern bleibt
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Wie Kinder und Familien der erfahren, dass „Schokolade in der Fastenzeit“ dennoch geht.

Lauchheim.  Schokolade und Fasten – geht das überhaupt? Steht doch die Fastenzeit neben Besinnung, zur Ruhe kommen und Beten oftmals dafür, Gewohnheiten zu ändern oder auf Manches zu verzichten. In der katholischen Pfarrkirche St. Petrus und Paulus in Lauchheim erfahren Kinder und Familien, wie Schokolade sehr wohl in diese besondere Zeit passen kann. „Was ist schon dabei?“, heißt es gar während einer Mitmach-Fastenandacht in Anspielung auf den Genuss eines dieser „Rippchen“, die zartschmelzend den Gaumen umkreisen.

Petra Koch, Jugendreferentin der Seelsorgeeinheit Kapfenburg und das Schülergottesdienstteam mit Bea Kibbel überraschen. „Man kann die Welt ein kleines Stückchen besser machen, indem man Schokolade isst“,  sagen sie und erklären, wie wichtig es aber sei, zur richtigen „Tafel“ zu greifen.

Einige Kinder und Jugendliche lesen Texte. So wie Bruno – der in die Rolle eines Jungen von der Elfenbeinküste schlüpft und davon weiß,wie aus kleinen zarten Blüten Kakaoschoten wachsen, die am Ende fast so groß wie ein Basketball würden. „Es steckt ganz viel Arbeit dahinter, bis Jutesäcke,voll mit gerösteten Kakaobohnen in Deutschland ankommen.“ Zwei Mädchen erzählen vom Zuckerrohranbau und wie ein Kleinbauer für seine schwere Arbeit meist nur 80 Cent am Tag nach Hause bringt und deshalb auch die Kinder mit aufs Feld müssten.

Welches ist aber nun der richtige Griff ins Regal einer derbeliebtesten Süßigkeiten? Bea Kibbel bringt die „faire Schokolade“ ins Spiel.  „Eine, die unter fairen Bedingungen hergestellt wird“, sagt sie und erklärt, wie unter dem Gütesiegel „Fairtrade“ Kinderarbeit verboten und für eine gute Bezahlung gesorgt würde.

Und wie ist das nun mit Schokolade während der Fastenzeit?„Fasten kann auch heißen für jemanden auf etwas verzichten, “ so Kibbel.„Verzichten auf den Kauf billiger Schokolade, um die Kleinbauern zu unterstützen.“Sie nennt Beispiele. So bleibe bei einer Fairtrade-Schokolade zu 1,70 Euro einem Kleinbauern 43 Cent als Verdienst. Eine billige Sorte zu 0,80 Euro ermögliche nur 5 Cent an Verdienst. Bea Kibbel überzeugt: „Wenn wir weniger als einen Euro mehr für eine gescheite Schokolade ausgeben, bekommen die Kleinbauern in den Herstellungsländern das Achtfache an Gewinn.“

Als Mutter sieht sie der kommenden Schokoladenschwemme an Ostern entgegen. „Weniger ist mehr“ lautet deshalb ihre Empfehlung, was heißen soll, etwas weniger Schokolade zu schenken, dafür aber die Richtige.

Babsi Döderlein und Rüdiger Backes vom Schülergottesdienstteam umrahmen die Mitmach-Andacht musikalisch. „Wir wollen aufsteh’n, aufeinander zugeh’n“, wird passend zur gegenwärtigen Zeit gesungen und am Ende der kurzweiligen Andacht gibt es einen Tanz zum Friedenslied. „Wir lassen diese Welt nicht untergeh’n.Komm wir zieh’n in den Frieden“ röhrt Udo Lindenberg dazu aus dem Lautsprecher.

Zusammen mit Pfarrer Matthias Reiner und Jugendreferentin Petra Koch versammeln sich schließlich noch alle Beteiligten zum „Vater unser“und dem Segen vor dem Altar.

⋌Doris Weber

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