Wissenschaftliche Untersuchung bei Röttingen sorgt für Wirbel

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Im Auftrag der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe wurde bei den Kahlhöfen bei Röttingen eine 200 Meter tiefe Probebohrung vorgenommen. Dabei wurden Aufbau und Struktur des Untergrunds untersucht. Die BGR betont, dass es sich dabei um reine geologische Grundlagenforschung gehandelt hat.
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Behörde stellt klar: Der Grund für die Probebohrung bei Röttingen war „reine geologische Grundlagenforschung“ und keine Endlagersuche.

Lauchheim – Der Gemeinderat Lauchheim hat sich in der vergangenen Woche mit der Probebohrung bei Röttingen befasst. Vor zwei Jahren hatte dort die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) einen rund 200 Meter tiefen Schacht senkrecht in die Erde gegraben, um den Untergrund zu untersuchen. Jetzt wurden die Ergebnisse bekannt gegeben – dabei sorgte ein kurzer Halbsatz für Aufregung im Gremium.

Per Videoschalte erläuterte Dr. Thomas Mann von der BGR den Räten am vergangenen Mittwochabend  in einem Fachvortrag, was die Probebohrung bei den Kahlhöfen bei Röttingen zutage gefördert hatte. Das Ergebnis lässt sich sehr kurz zusammenfassen: „Nur Stein und Sand“.  Ein Nebensatz des Experten ließ die Räte allerdings aufhorchen.  Mann erwähnte, dass in diesem Untergrund „keine Endlagerung von Gefahrstoffen möglich“ sei. Das rief unter anderem Martin Hald auf den Plan. Der Gemeinderat mutmaßte, dass der eigentliche Grund für die Probebohrung  bei Röttingen womöglich die Suche nach einem atomaren Endlager gewesen sein könnte. Unter diesen Umständen hätte er - wie auch der gesamte Ortschaftsrat Röttingen - dieser Bohrung niemals zugestimmt.

Bei der BGR ist man über diese Aussagen und die Aufregung verwundert. „Bei der Bohrung ging es einzig und allein um geologische Grundlagenforschung“, stellt der BGR-Pressesprecher Andreas Beuge auf Nachfrage unserer Zeitung klar. Das habe man auch schon vor zwei Jahren, zum Start der Bohrungen, erklärt und an dieser Zielsetzung habe sich nie etwas geändert. Für die Endlagersuche sei im Übrigen auch gar nicht die BGR, sondern einzig und allein die Bundesanstalt für Endlagerung (BGE) zuständig – eine Behörde, mit der sich die BGR auf Anfrage zwar austauscht, die aber ausdrücklich nicht hinter dieser Probebohrung stecke, wie Beuge betont. Vielmehr sei es bei diesem Projekt darum gegangen, neue Erkenntnisse über den Aufbau des Mittel- bis Unterjuras zu gewinnen sowie über die Entstehungsgeschichte des rund 170 Millionen Jahre alten Gesteins. Die Probebohrung bei Röttingen sei darüber hinaus auch nur ein Teil einer größer angelegten wissenschaftlichen Arbeit, bei dem an insgesamt sechs Standorten im süddeutschen Raum „die Mächtigkeit des Gesteins“ untersucht wurde.

Auch Lauchheims Bürgermeisterin Andrea Schnele wiegelt auf Nachfrage ab. Dass sich der Untergrund bei Röttingen nicht für eine Endlagerung von Gefahrenstoffen eignt, sei im Prinzip schon vor der Probebohrung bekannt gewesen, erklärt die Bürgermeisterin. Dass das in der Sitzung vom BGR-Experten nochmals offen ausgesprochen wurde, sei lediglich ein schöner Nebenaspekt gewesen, über den man sich auf der Ostalb freuen könne, findet Schnele, die abschließend mit Nachdruck erklärt, dass es bei dieser Probebohrung - nach ihrem Kenntnisstand - um nichts anderes gegangen sei, als um wissenschaftliche Forschung. „Und die muss ja wohl möglich sein“, sagt Schnele.

Wenn es interessiert: 

Die Ergebnisse der Bohrung können nach Abschluss der Arbeiten von Nutzern auf der Website der BGR eingesehen werden. Link zur BGR-Projektseite: https://www.bgr.bund.de/DE/Themen/GG-Stratigraphie/Projekte/Laufend/sepia_aalenium.html

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