Bald kann Uschi Hirsch in ihr Tiny House einziehen

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Bald ist Uschi Hirschs Tiny House fertig. Im September will sie einziehen.
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Das Minihaus soll im September bereit sein. Was noch zu tun ist und was schon erledigt wurde.

Westhausen-Lippach. Sie hat sich noch einen Traum erfüllt. Nicht nur, dass Uschi Hirsch aus Westhausen ab diesem Herbst in ihrem selbst mit entworfenen Tiny House leben wird. Wer sie dann dort besucht, wird auch durch eine Türe laufen, die für die Unruheständlerin besonders wichtig ist. Denn das Haus hat nun unter anderem eine rote Türe bekommen. "Eigentlich wollte ich so eine richtige norddeutsche Klöntüre", sagt die gebürtige Münsteranerin. Doch die sei richtig teuer. Nun hat sie zumindest so eine Türe, die so aussieht. Wenn Sie aber sehen will, wer zu Besuch kommt, muss sie den Kopf aus einem der Fenster strecken.

Davon gibt es in Uschi Hirschs 45 Quadratmeter Häuschen mehr als genug. Eine große Flügeltüre, durch die sie später von ihrem Wohn-Küchenbereich direkt nach draußen kann. Eine Sonderanfertigung. Denn die gehen - wiederum eher norddeutsch - nach außen auf. Eine weitere kleine Terrassentüre, die nach innen geöffnet wird "damit ich im Winter auch raus kann, wenn Schnee liegt", wie Uschi Hirsch erklärt. Und noch eine, von der sie aus dem Schlafzimmer aus nach draußen kann. Wenn es das denn so weit sein wird. Denn zunächst will Uschi Hirsch unter dem Dach schlafen und die Plattform dort mit einer Holzleiter erklimmen. In dem unteren Zimmers will sie vorerst ihrem liebsten Hobby nachgehen und nähen. Auch ihr Kleiderschrank kommt in dieses Zimmer. "Aber nur noch die Häfte wird mit Kleidern gefüllt", sagt die 72-Jährige, die sich nun von 138 Quadratmeter auf 45 Quadratmeter Gesamtwohnfläche verkleinert. Außerdem können dort ihre Angehörigen schlafen, wenn sie zu Besuch kommen. Drei Kinder hat sie, sechs Enkel und zwei Urenkel. Erst, wenn sie es später nicht mehr nach oben schafft, wird sie selbst dort schlafen, wie die 72-Jährige erklärt. Dann könne eine Pflegekraft, wenn sie diese brauche, unter dem Dach schlafen.

Die großen Flügeltüren gehen nach außen, das hat sich Uschi Hirsch gewünscht.

Noch steht Uschi Hirschs Minihaus in der Fertigungshalle von Holzbau Maier in Lippach. Das Gerippe ist noch zu sehen, nicht alle Holzwollefaserplatten, die unter anderem für eine KfW-45 konforme Dämmung stehen, sind montiert. Ist das erledigt, werden die geflammten schwarzen Latten angebracht, die die Hausfassade schwarz machen, wie Chefin Katja Maier erklärt. Auch im Innern des Hauses ist alles aus Holz. Helle, freundliche Fichte. "Das bleibt auch so", erklärt Katja Maier Uschi Hirschs Wünsche.

Die steht mittlerweile im Küchenbereich. "Zwei Meter lang wird die Küchenzeile", sagt sie. Ohne Spülmaschine. Sie habe schon seit Jahren keine mehr und teile sich diese Arbeit mit ihrem Freund, wenn er da sei. "Wir sind ein tolles Team." Dafür soll das Haus später einen Ofen bekommen, mit dem sie auch kochen und backen kann, "kein Schwedenofen", wie sie betont. Geheizt wird das Haus mit Infrarotheizkörpern, falls es denn nötig wird. Denn auch der Betonring, auf dem das Haus später stehen soll, wird von unten gedämmt, wie Katja Maier erklärt. Auf das Dach werde noch eine Photovoltaikanlage montiert. Sich ganz autark zu versorgen, dass sei in Deutschland ohnehin nur in ganz wenigen Fällen erlaubt, ergänzt Uschi Hirsch dazu. Einen Carport will sie neben dem Haus noch bauen lassen, eine Zisterne ist Pflicht.

Uschi Hirschs Tiny House

tiny haus lippach
Uschi Hirschs Tiny House  © OLIVER GIERS
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Uschi Hirschs Tiny House  © OLIVER GIERS
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Uschi Hirschs Tiny House  © OLIVER GIERS
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Uschi Hirschs Tiny House  © OLIVER GIERS
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Uschi Hirschs Tiny House  © OLIVER GIERS
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Uschi Hirschs Tiny House  © OLIVER GIERS
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Uschi Hirschs Tiny House  © OLIVER GIERS

Wenn es Uschi Hirsch irgendwann einmal woanders hinzieht, kann sie ihr Tiny House einfach mitnehmen. "Dann wird es abgeschraubt und kommt auf einen Tieflader", sagt sie. Doch nun kommt es erst mal auf ihr neues Grundstück. Am 1. September soll es nach 10 Monaten Bauzeit so weit sein.

  • Die Nachfrage an Minihäusern steigt, die Kommunen öffnen sich
  • Mittlerweile bieten auch eine Reihe von Hersteller in Baden-Württemberg hölzerne Tiny Houses an. Die Preise beginnen bei rund 30 000 Euro, nach oben hin gibt es so gut wie keine Grenzen. Wer ein solches bauen will, braucht ein erschlossenes Grundstück in einem Wohngebiet. Mittlerweile planen viele Kommunen im Ostalbkreis ihr Wohngebiete auch mit Platz für die Minihäuser. In Lippach werden vier Häuser stehen, in Hüttlingen ist eine Tiny House Siedlung geplant.

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