Neugestaltung des Bahnhofsareals: Phase Hoffnung

Westhausen nimmt das bereits zehn Jahre angeplante Projekt wieder auf. Finanzierung unklar.

Westhausen. Planen und hoffen und planen und hoffen und planen und hoffen. So lassen sich in aller Kürze die Pläne zur Neugestaltung des Westhausener Bahnhofareals zusammen fassen. Zehn Jahre sind seit einem Erstentwurf ins Land gegangen. Einen Bürgermeister, inzwischen a.D., und eine Planerin konnte das Projekt schon hinter sich lassen.

Nun versuchen sich Bürgermeister Markus Knoblauch und Architektin Magdalena Bloss, die Tochter der einstigen Planerin, erneut an der Umsetzung.

Stand heute mit offenem Ausgang. Erstmals 2012 auf der Tagesordnung einer Gemeinderatssitzung wollte Bürgermeister Herbert Witzany den Bahnhofvorplatz als „die erste Visitenkarte Westhausens“ neu gestaltet wissen. Damalig für 134 000 Euro den Räten zu teuer, waren dafür doch nur 87 000 Euro im Haushalt eingestellt.

Demnach wurde es still um das Bauprojekt, bis 2020 die Landkreisverwaltung über neue Zuschussmöglichkeiten informierte Zuschüsse des Landes in Höhe von 85 Prozent der Kosten lockten. Zu groß war der Reiz nun einen großen Wurf zu tun. Stolze 500 000 Euro wurden verplant. 23 befestigte Stellplätze sollten entstehen, zudem ein überdachter Bereich mit Arbeitsplätzen für die wartenden Zugreisenden. Vorgesehen waren ebenso Ladestationen für e-Bikes und Elektrofahrzeuge.

Ein „Mitfahrbänkle“ und die landschaftsgärtnerische Gestaltung des Gesamtareals rundeten das 2020er Konzept ab.

Aus dem Zuschuss des Landes wurde bisher jedoch nichts. Auf Nachfrage von Bürgermeister Knoblauch nun die Ernüchterung. Die durch das Regierungspräsidium groß angekündigten 85 Prozent reduzieren sich wegen rechtlicher Vorgaben auf schmale 27 Prozent des maximalen Zuschusses.

Zuschüsse entscheiden

Nach eigener Schilderung begegnete Knoblauch dem Regierungspräsidium daher mit deutlichen Worten. Noch tiefer sitzt der Frust im Westhausener Rathaus, nachdem sich die neuerliche Kalkulation auf Grund allgemein gestiegener Preise auf nunmehr 860 000 Euro beläuft. Damit befindet sich die Neugestaltung des Bahnhofareals im Moment in der Phase Hoffnung.

Laut Regierungspräsidium sollen die Vergaberichtlinien durch den Gesetzgeber angepasst werden, damit aus momentan 27 Prozent wieder annähernd 85 Prozent Zuschuss werden könnten.

Daher will Westhausen erst einmal den großen Wurf weiter verfolgen. Ansonsten bliebe am Ende lediglich eine drastische Reduzierung des Gesamtkonzepts, so Knoblauch. ⋌gwd

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