Regionalplan mit Gesamtpaket

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Lauchheim von Schloss Kapfenburg aus betrachtet. Foto: we
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Was das Entwicklungspapier für die Stadt Lauchheim bedeutet und wann erneut beraten wird.

Lauchheim. Der Regionalplan gilt als Handlungs- und Maßnahmenplan, mit dem die räumliche Entwicklung der Region geordnet und gesteuert wird. „Er konkretisiert die Grundsätze des Landesentwicklungsplans“, wie die die Stellvertretende Vorsitzende des Regionalverbands Eva-Maria Nordhus in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Lauchheim erläuterte. „Die Aufgabenfelder sind ein Blumenstrauß an Themen“, sagte sie und nannte Ziele, die in einer Fortschreitung bis ins Jahr 2035 gelten sollen.

Dabei gehe es um Erhalt und Weiterentwicklung tragfähiger sowie attraktiver Lebensverhältnisse für die Menschen, hohe Lebensqualität durch bedarfsangepasste Wohnstätten, Raum zum Arbeiten, bedarfsgerechte Infrastrukturen und hochwertige Frei- und Naturräume.

„Es ist eine Herausforderung, diese verschiedenen Anforderungen in Einklang zu bringen“, so Nordhus. „Wir haben versucht, Dinge umzusetzen und zu einem guten Gesamtpaket zu schnüren.

Dazu zählt die Reduzierung von Freiräumen durch neue Siedlungsflächeninanspruchnahme. Die Stadt Lauchheim gilt als „Kleinzentrum im ländlichen Bereich“. Für neu zu erschließende

Wohnsiedlungen ist hier eine Bruttowohndichte von 45 Einwohnern pro Hektar vorgegeben. Anstrengungen für eine verdichtete Innenentwicklung sollen belohnt werden. Für Lauchheim nannte Nordhus einen Wohnflächenbedarf von 2,8 Hektar, dem ein Siedlungspotenzial von 10 Hektar gegenüber stehe. Für Gewerbeflächen liege der Bedarf bei 1,4 Hektar und das vorhandene Potenzial bei 1,1 Hektar.

Mit Blick auf eine Klimaneutralität sollen 2,3 Prozent der Regionsflächen als Vorbehaltsgebiete für Freiflächen-Photovoltaik und Windkraft vorgesehen werden.

Anhand einer Karte benannte Nordhus die jeweilige Raumnutzung. Dabei werde unterschieden in Vorranggebiete (VRG) mit verbindlichen Zielen und Vorbehaltsgebiete (VBG), die dem Charakter der Grundsätze entsprechen und bei guter Begründung überwindbar wären.

Fragen bleiben am Ende dennoch. Wie zum möglichen Ausbau der B29 zwischen Westhausen und Lauchheim, dem vorgesehenen 2-gleisigen Schienennetzes, dem Halbstundentakt des ÖPNV sowie zu Freiflächen für Gewerbegebiete und Photovoltaik.

„Eine Entwicklung der Kommune muss möglich sein“, entnimmt Bürgermeisterin Andrea Schnele schließlich den Ausführungen von Eva-Maris Nordhus.

Noch bis 1. Dezember 2022 haben die Kommunen Möglichkeit Stellung zu nehmen. Der Gemeinderat Lauchheim möchte nun in seiner November-Sitzung noch einmal über den Regionalplan befinden. ⋌Doris Weber

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