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Syrische Küche in Westhausen: Kulinarische Reise durch 1001 Nacht

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Samuel al-Mardini mit seiner Frau Rajaa al-Mosleh und den beiden Kindern Anji und John. Foto: we
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  Das „Mosaik“ in der Turn- und Festhalle in Westhausen bietet syrische Küche. Wie Samuel al-Mardini die Gaumen der Gäste verwöhnen möchte. 

Westhausen. Ein Hauch von Orient weht durch die Turn- und Festhalle in Westhausen. Dort hat vor wenigen Wochen das syrische Restaurant „Mosaik“ eröffnet. „Bei uns können Sie Ihren Gaumen auf Reisen schicken“, heißt Samuel al-Mardini seine Gäste willkommen.

Wer hier durch die Tür geht, den erwartet ein abwechslungsreicher Mix an orientalischen Köstlichkeiten, auf Tellern hübsch angerichtet serviert. Ob Hummus, Falafel oder Kafta – was auf der Speisekarte steht, klingt besonders und weckt den Entdeckergeist. 

Wer Samuel al-Mardini und seine Familie kennenlernt, spürt die syrische Herzlichkeit und die Leidenschaft, mit der sie das Restaurant eingerichtet haben. Der große Innenraum ist hell und mit zahlreichen orientalischen Elementen dekoriert. Vor den Fenstern finden sich edle Kästchen mit Ornamenten. „Das ist alles Mosaik aus meiner Heimat“, erklärt der 46-jährige Samuel den Namen seines Restaurants. 

„Am Anfang wusste ich noch nicht, ob ein syrisches Restaurant in einer Gemeinde wie Westhausen überhaupt ankommt. Meine Freunde haben mich ermutigt. Jetzt ist alles gut.“ Samuel al-Mardini lächelt, während er an einem schwarzen Mokka nippt.

„Wir verwöhnen unsere Gäste mit orientalischen Spezialitäten in bester Qualität“, sagt der Gastronom. „Alles wird frisch zubereitet.“ Gewürze wie Kardamom, Zimt, Ingwer, Muskatnuss oder Koriander machen die Gerichte besonders schmackhaft. „Sie sind selten scharf“, versichert Samuel.

Bei uns können Sie Ihren Gaumen auf Reisen schicken.“

Samuel al-Mardini

Besonders beliebt sind die Vorspeisen „Maaza“. Sie prägen das syrische Essen. Ob „Hummus“, ein Klassiker aus cremigem Kichererbsenpüree oder gefüllte Weintraubenblätter – alles wird in kleinen Schälchen liebevoll angerichtet und mit warmem Fladenbrot gereicht. Vieles aus der Speisekarte ist vegan oder vegetarisch. So wie beim Falafel-Teller, wo pikant gewürzte Bällchen aus frisch gemahlenen Kichererbsen neben eingelegtem Gemüse, Hummus und Sesamsoße serviert werden.

Aber auch die Fleischliebhaber kommen auf ihre Kosten. Besonders, wenn Samuel al-Mardini in der Küche seinen Lavagrill anheizt.  „Schisch Tawouk“ klingt kompliziert. Aufwendig zubereitet ist das Hähnchenbrustfilet am Spieß allemal. Die Marinade überrascht mit zarten Orangenspalten, dazu passen duftender Basmatireis oder Kartoffelwürfel.

Wer sich nicht entscheiden kann, wählt „Mischwi Mschakkal“, ein Grillteller mit Lamm, Hähnchen und orientalisch gewürztem Rinderhackfleisch. „Und wer nicht ohne sein gewohntes Schnitzel mit Pommes kann, der bekommt auch das“, verspricht der Syrer. 

Uns begeistert fürs Erste ein arabischer Mokka und der Genuss von süßen Verführungen aus 1001 Nacht.

Die Fröhlichkeit in Samuels Gesicht verblasst, als er davon erzählt, wie er im Januar 2016 mit seiner Frau Rajaa al-Mosleh und den beiden Kindern Anji und John sein Zuhause im alten Zentrum von Damaskus verlassen musste. Zu schwer wogen die Folgen des Bürgerkriegs. Die Heimat wurde zum Frontgebiet, was schließlich die Familie zur Flucht bewegte. Zunächst in die Türkei und dann mit einem kleinen Boot nachts bei stürmischem Wetter auf eine der griechischen Inseln. „Es war sehr gefährlich“, erinnert sich der Familienvater.

Nach einer Zeit in der Landeserstaufnahmestelle in Ellwangen kam die Familie nach Westhausen. Es war der Freundeskreis Asyl, der sie bei der Wohnungssuche unterstützte. Gerlinde Kleemann zählt dazu und ist inzwischen zu einer guten Freundin der Familie al-Mardini geworden. „Sie hat uns schließlich auf das leerstehende Turnhallenrestaurant aufmerksam gemacht“, verrät Samuel.

In seiner Heimat hatte er Jura studiert, später dann aber ein kleines Lokal seines Großvaters betrieben. Auch in Küchen auf der Ostalb durfte er mitarbeiten. Und in der LEA Ellwangen schätzt man ihn als Sozialbetreuer. Samuel al-Mardini sprüht vor Ideen und freut sich: „Mit dem Mosaik ist ein Traum nach einem eigenen Restaurant in Erfüllung gegangen.“ 

Hier schmeckt’s – Daten und Fakten zum „Mosaik“

Besonders beliebt: „Mazza“ - gemischte Vorspeisenteller mit Kichererbsenpüree, Rindfleisch-Bällchen, Bulgur und gegrilltem Blumenkohl. 12,60 Euro 

Das Schmankerl: „Schisch Tawouk“ – mariniertes Hähnchenbrustfilet am Spieß. 15,90 Euro 

Teuerstes Gericht: „Mischwi Mschakkal“ – Grillteller mit Lamm, Hähnchen und Hackfleisch. 19,90 Euro 

Das günstigste Gericht: eine einzelne Vorspeise nach Wahl. 2,90 Euro 

Sitzplätze: Restaurant 50 Plätze; außen im Biergarten 20 Plätze 

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag 17 bis 22 Uhr; Sonntag auch Mittagstisch 11.30 bis 14.30 Uhr. Jahnstr. 1, Westhausen Tel.: (07363) 6157 oder 0152 15809749

Besonders sind auch die Salatvariationen. Fotos: privat
In der Küche des „Mosaik“ werden die Grillspezialitäten auf dem Lavagrill zubereitet.
Besonders beliebt: Die gemischten Vorspeisenteller „Maaza“.
Süße Verführungen aus 1001 Nacht
Gegrillter Halloumi-Käse trifft Rucola-Salat
Im Mosaik gibt es Leckers vom Lavagrill
Falafel Teller
Im Mosaik gibt es Leckers vom Lavagrill

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