„Wasserfurche“ bekommt ein neues Regenklärbecken

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Bei einer Baustellenbesichtigung gab es Einblicke in das Innere des Regenklärbeckens im Gewerbegebiet „Wasserfurche“
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Lauchheim investiert rund 500 000 Euro in den Neubau eines Regenklärbeckens mit Lamellentechnik.

Lauchheim  Wenn sich Regen über die Straßen und Dächer wäscht, ist das im Grunde nichts Schlechtes. Weil dieses sogenannte Oberflächenwasser aber nicht einfach so in die Jagst geleitet werden darf, hat die Stadt Lauchheim bereits im Jahr 1985 für das Gewerbegebiet „Wasserfurche“ ein Regenklärbecken (RKB) gebaut. Was als offenes Bauwerk in Form eines Erdbeckens mit Dauerstau erstellt wurde, war wohl durchdacht. Sollte es schließlich dem Gewerbegebiet auch für Löschwasserzwecke dienen.  Bei zunehmender Verschlammung und eingewachsenen Böschungen ließ sich das RKB am Ende nur noch schwer unterhalten und warten.

„Die Funktionsweise des bisherigen Regenklärbeckens war nicht mehr gegeben“, informierte Lauchheims Stadtbaumeister Wolfgang Köpf bei einem Vorort-Termin. „Der Gesetzgeber verlangt, dass Oberflächenwasser vorgereinigt werden muss. Besonders bei einem Gewerbegebiet, wo der Verschmutzungsgrad meist höher liegt.“

In dem Ergebnis einer Voruntersuchung aus dem Jahr 2018 wird eine Sanierung des vorhandenen Beckens als „extrem aufwendig und wirtschaftlich nicht sinnvoll“ beschrieben. Deshalb hat die Stadt Lauchheim schließlich auch ein neues Regenklärbecken in Auftrag gegeben.

Vor drei Wochen wurde der „Teich“ entleert. Die Arbeiten für das neue RKB auf Höhe der Firma Utz Paletten haben damit bereits begonnen. Das Büro a2Plan Ingenieure aus Westhausen hat die Anlage geplant und die Firma Ebert aus Pommertsweiler zusammen mit der Firma Beton Fuchs das neue Becken in Fertigteilbauweise hergestellt und geliefert.

Was anders ist als bei einem herkömmlichen RKB erklärt der Stadtbaumeister so: „Anstatt wie in einem großen Becken, mit manueller Absetzwirkung, fließt das Regenwasser durch Lamellenkörper.“ Die verbaute Technik des Lamellenklärbeckens ist es also, die für eine höhere Reinigungswirkung sorge. Was nicht nur den Anforderungen in einem Wasserschutzgebiet entgegen komme. „Das neue Regenklärbecken ist für die Standortsicherung des Gewerbegebiets unabdingbar“, so Wolfgang Köpf.

Ein neues Becken an alter Stelle sei im Haushalt der Stadt Lauchheim mit rund 500 000 Euro veranschlagt, wie Bürgermeisterin Andrea Schnele weiß. Dass die Aufträge trotz zeitlicher Verzögerung rechtzeitig vergeben wurden, darüber sind sie nun alle froh. „Nach heutigem Stand hätte die Anlage zwischen 30 und 40 Prozent mehr gekostet“, so Thomas Ebert, der Geschäftsführer der gleichnamigen Firma Ebert über die gestiegenen Materialpreise.

Doris Weber

Bei einer Baustellenbesichtigung gab es Einblicke in das Innere des Regenklärbeckens im Gewerbegebiet „Wasserfurche“

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