Westhausen: dramatische Situation?

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Westhausen aus der Luft.

Warum sich die Lage zuspitzt und was das mit Flüchtlingen zu tun hat.

Westhausen. Ohne Umschweife brachte es Bürgermeister Markus Knoblauch auf den Punkt: „Westhausen steuert auf eine dramatische Situation zu“. So werden die Unterkünfte in Westhausen knapp, um weitere Geflüchtete aufnehmen zu können. Der Grund für dieses düstere Bild liege in der Organisationsstruktur.

So habe Landrat Dr. Joachim Bläse bereits mitgeteilt, dass in wenigen Wochen die Kapazitätsgrenzen vieler Ostalbkommunen komplett erreicht seien, dann wenn Geflüchtete nach sechs Monaten Aufenthalt in der Landesaufnahmestelle LEA beispielsweise an die Landkreise und weiter an die Kommunen umverteilt werden. Privathaushalte in Westhausen seien bereits in die Versorgung eingebunden. Seit geraumer Zeit aber gebe es gegenüber der Gemeindeverwaltung jedoch keine privaten Angebote mehr. Demnach will die Kommune erneut dazu aufrufen, freien Wohnraum von Privat zur Verfügung zu stellen. Die Verwaltung unterstütze Privathaushalte bei der Erledigung der notwendigen Formalitäten gerne. Die jeweilige Miete werde vom Jobcenter übernommen.

„Bei einer Million ukrainischen Geflüchteten in Deutschland seit Kriegsbeginn wurden 130 000 in Baden-Württemberg aufgenommen“, sagte Knoblauch. Davon wiederum 3300 im Ostalbkreis. Pro Woche kämen 50 bis 80 hinzu. 60 Geflüchtete hätten bisher in Westhausen eine Unterkunft erhalten.

Gemeinderätin Jutta Kuch wollte wissen, ob Geflüchtete auch weiter gereist oder wieder zurück in ihre Heimat gegangen seien. Insgesamt 17 Personen hätten Westhausen wieder verlassen, sagte Knoblauch. Markus Schmid appellierte zur Notwendigkeit an weiterem Wohnraum, regelmäßige Aufrufe an Privathaushalte seitens der Gemeinde zu starten. Rudi Haas ergänzte, dass der Westhausener „Freundeskreis Asyl“ sicher gerne zusätzliche Aufklärungsarbeit leisten werde.

Im Zuge aktueller Flüchtlingsfragen passte die Gemeinde zudem ihre Satzung zu Obdachlosen- und Asylunterkünften den neuen Gegebenheiten an. Allerdings hinderten rechtliche Vorgaben daran, die starken Energiepreisschwankungen gleichermaßen abzubilden. So müsse die Kommune auf Zahlen aus 2017 bis 2020 zurückgreifen. Am Ende bestehe eine Gebührenobergrenze in Höhe von 180 Euro je Monat und Unterkunft. ⋌gwd

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