Auf historischen Pfaden zur Agnesburg

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Drei Wege führen ans Ziel, zur Agnesburg. Grafik: ca

Der Wanderer hat die Qual der Wahl: Drei Wege führen auf die Agnesburg. Bereits im Mittelalter soll einer der Fußwege zum Aufstieg auf die Burg verwendet worden sein.

Westhausen

Die Stiefel stehen schon bereit. Bewegung an der frischen Luft ist angesagter denn je und so gibt es eine neue Wander-Liebe, die Jung und Alt gleichermaßen begeistert. Nicht alle wollen dabei hoch hinaus und Strecke machen – vielmehr geht es oftmals nur darum, beim Wandern den Kopf wieder freizubekommen und die Natur auf sich wirken zu lassen.

Gut, dass es auf der Ostalb jede Menge Rundwanderwege gibt, denen wir allzu gerne das Prädikat "Aus Erfahrung gut" verleihen würden.

Wandern auf historischem Pfad

So wie unter der Kapfenburg, wo seit dem Jahr 2007 Dank zwei Handvoll ehemaliger Fußballspielern auf historischen Pfaden rund um Westhausen gewandert werden kann.

Der Altherren-Freundeskreis des TSV-Westhausen – wie sie sich nennen – hat es sich zur Aufgabe gemacht, die beinahe in Vergessenheit geratenen Burganlagen Agnesburg und Schlössle wieder herzurichten und auch den Wöllerstein – mit 723 Metern ü. M. höchste Erhebung der Gemeinde Westhausen – der Bevölkerung näher zu bringen.

Auch uns hat die Lust auf die "landschaftlich reizvollen Wanderziele" gepackt. Wir wählen für unsere Wanderung die Agnesburg, weil noch heute uralte und urkundlich erwähnte Fußwege dorthin führen und mit Hilfe der "Altherren" wieder beschritten werden können.

Die Wanderroute

Ausgangspunkt ist der Bohler-Parkplatz am Waldrand von Westhausen-Reichenbach, zu dem wir von der Bundesstraße B29 auf Höhe des Blitzers über ein Sträßchen gelangen.

"Gönnen Sie sich einige schöne Stunden" heißt es auf einer Schautafel, wo "malerisch" die Wege zu Agnesburg, Wöllerstein und Schlössle dargestellt sind.

Esel und Burgbewohner

Um die Agnesburg zu Fuß zu erreichen, gibt es drei Möglichkeiten. Wie wir im Vorfeld herausgefunden haben, ist der wohl wichtigste und bekannteste Weg die sogenannte "Eselssteige". Der Sage nach sollen hier früher Esel mit am Hals umgebunden Fässchen aufgestiegen sein, um die Burgbewohner mit Wasser zu versorgen.

Zur "Eselssteige" gelangt man vom Parkplatz aus entweder auf dem unteren Weg bis zu einem Holzwegweiser, wo es die Steige hinauf immer weiter bis zum Ziel geht. Oder man erwandert die Agnesburg auf dem oberen, sonnigeren Weg und geht ebenfalls bis zu dem Holzschild, das zum unmittelbar bevorstehenden Ziel durch den Wald weist.

Ziel nach 40 Minuten erreicht

Wir nehmen den dritten möglichen Weg, von dem wir als "zweifellos interessantesten Burgsteigeweg" gelesen haben. Dass er einiges an körperlicher Fitness abverlangt, stört uns dabei weniger. Sollen doch diesen uralten Fußweg schon im Mittelalter die Bewohner und Besucher der Burg zum Aufstieg benutzt haben. Über schmale Stufen und knorrige Baumwurzeln erlangen wir an Höhe. Zwischendurch genießen wir die herrliche Aussicht über Westhausen, bevor wir nach gut 40 Minuten Wanderzeit das Agnesburg-Plateau erreichen. Dort befinden sich einige Sitzgelegenheiten und Tische, an denen wir uns ausruhen können.

Wir sind alleine auf dem Plateau und nutzen die Gelegenheit, um in Ruhe Rucksackvesper und Thermosflasche auszupacken. Unser Blick schweift zu einem Holzkreuz und einem Baumstumpf, aus dem ein Gipfelbuch zum Vorschein kommt. "Ganz unverhofft haben wir heute einen schönen Platz entdeckt", steht ein letzter Eintrag von Anni und Karin darin geschrieben.

Auf einer Tafel erfahren wir auch von den "Herren von Westhusen", die bis zum Jahr 1403 auf der Burg wohnten und von der "Jungfer Agnes", die als letzter Nachkomme unverheiratet verstarb und als Wohltäterin ihre Besitztümer der Gemeinde Westhausen und der Kirche vermacht haben soll.

Wer glaubt, noch Mauerreste zu finden, der täuscht sich. Die wurden den Erzählungen nach als Baumaterial von Bauern abtransportiert. Der Burggraben ist aber noch gut zu erkennen, und auf dem Wall kann die ehemalige Burg "umringt" werden.

Nach dieser geschichtlichen Exkursion wandern wir schließlich wieder die "Eselssteige" hinab und zurück zum Parkplatz und dem Ausgangspunkt. An der Schautafel halten wir noch einmal Ausschau nach einer nächsten möglichen Wanderung, die uns vielleicht schon bald auf den Wöllerstein führen wird.

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