Auf zum Gipfelkreuz am Wöllerstein

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Entweder von Westhausen-Reichenbach oder von Hülen aus geht's zum Wöllerstein. Von Hülen aus ohne größere Steigungen.

Wie der Altherren-Freundeskreis des TSV-Westhausen den Gipfel des Wöllersteins wieder bekannt gemacht hat.

Westhausen

Schön, wie die Natur alles in Weiß getaucht hat. So können sich bei verschiedenen Aktivitäten Jung und Alt gleichermaßen daran erfreuen. Wegen der positiven Resonanz zu unseren Wandervorschlägen wollen wir dem Tauwetter zuvorkommen und die angekündigte Tour zum Wöllerstein im Tiefschnee begehen. Mit 723 Metern über dem Meeresspiegel ist der Wöllerstein die höchste Erhebung der Gemeinde Westhausen.

Eine von vielen Wegstrecken erfahren wir vom Altherren-Freundeskreis des TSV Westhausen. Die Gruppe ehemaliger Fußballer hat sich vor einigen Jahren den Projekten "Agnesburg – Wöllerstein – Schlössle" angenommen und teils verfallene sowie zugewachsene Wanderpfade wieder begehbar gemacht.

Wir sprechen mit dem früheren Libero, Herbert Brüstle, der uns als Startpunkt den Bohlerparkplatz am Waldrand bei Westhausen-Reichenbach empfiehlt. "Von hier führen gut ausgeschilderte Waldwege vorbei an Agnesburgtunnel und Hubertus-Brünnele stetig nach oben", sagt er. "Am Ende einer Lichtung sollte man sich zweimal links für den unteren Weg entscheiden", so Brüstle, denn so komme man nach der "Gipfelbesteigung" auf einem oberen Weg wieder zurück.

Etwa zwei Stunden müsse man für die 8,5 Kilometer lange Wegstrecke schon einplanen. Immerhin ist vom Ort Westhausen bis zum Gipfel des Wöllersteins ein Höhenunterschied von 249 Metern zu überwinden.

Nachdem es morgens frisch geschneit hat und wir im Wald Tiefschnee erwarten, starten wir lieber vom Wanderparkplatz bei Lauchheim-Hülen. Von hier beträgt der Anstieg nur 90 Höhenmeter. Dass es dafür gut zehn Kilometer zurückzulegen gilt, sollte uns erst später bewusst werden.

Wir folgen mit Blick auf Schloss Kapfenburg dem Hauptwanderweg des Schwäbischen Albvereins (HW1) Richtung Westen. Nachdem wir die Autobahn 7 überquert haben, tauchen an der nächsten Wegkreuzung auch schon die ersten handbeschriebenen Schilder mit Hinweis auf den Wöllerstein auf. Es geht nun leicht bergauf, bis wir links auf einen schmalen Pfad abzweigen, der uns zum Gipfel und Wöllerstein-Häusle führt.

Kurz vor unserem Ziel zeigt uns noch der "Ahornfelsen" eine wundersame Laune der Natur. Hier wurde im Laufe vieler Jahre ein Felsblock von einem Ahornbaum gespalten und es scheint, als wüchse der Baum schier ansatzlos aus dem Felsen heraus.

Der Wöllerstein war nur wenig bekannt.

Herbert Brüstle Altherren-Freundeskreis

Oben angelangt, erwartet uns ein sehr schönes Gipfelkreuz mit einem Gipfelbuch und für müde Wanderer wie wir gibt es Bänke zum Ausruhen. Sogar eine kleine Schutzhütte als Unterschlupfmöglichkeit bei schlechtem Wetter findet sich hier.

Das liebevoll gestaltete Drumherum auf dem Gipfelplateau gibt es übrigens erst seit dem Jahr 2007 und ist dem Altherren-Freundeskreis zu verdanken.

Wie wir von Herbert Brüstle erfahren, entstand die Idee dazu bei einem Wanderausflug. "Wir haben gemeinsam gerätselt, welches die höchste Erhebung von Westhausen sei." Wie Brüstle sagt, sei der Wöllerstein bis dato nämlich nur wenig bekannt gewesen. Als der Platz gefunden war, machte sich die Gruppe daran, ein Gipfelkreuz aufzustellen.

"Inzwischen ist bereits das elfte Gipfelbuch vollgeschrieben", weiß Brüstle, der so manche Anekdote daraus berichten konnte. So habe sogar mal eine junge Wanderin in der Schutzhütte übernachtet, als sie auf dem HW1 unterwegs in Richtung Tuttlingen war. Wir lesen von einer Familie, die mit Schneeschuhen den Gipfel angesteuert hat. "Muss nicht immer in den Alpen sein", schreiben sie.

Nach einer Rast machen wir uns wieder an den Abstieg, wo wir an einem Bildstock mit Madonna vorbeikommen. Noch 100 Meter rechts den Grasweg entlang und schon gelangen wir wieder zurück auf den HW1. Von hier setzen wir unsere Rundwanderung zunächst nach Westen hin fort, kommen an der Hundshülb-Hütte vorbei und gehen im Bogen noch etwas weiter bis zur nächsten Weggabelung. Während die Kraft in unseren Beinen wegen des tiefen Schnees langsam nachlässt, wandern wir schließlich unserem Start- und Zielpunkt in Hülen entgegen. Noch vor Einbruch der Dunkelheit wäre damit eine weitere Wanderung mit dem Prädikat "Aus Erfahrung gut" geschafft.

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