Damit man in seinem Zuhause vor Einbrechern sicher ist

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Die mobile Beratungsstelle, das „Informationsfahrzeug der Polizei“ war vor Kurzem auch in Westhausen.Von links: Präventionsexperte Janis Bodle, Westhausens Ortsbaumeister Dietmar Kuhn, Reiner Klotzbücher von der Kriminalpolizeilichen Beratungss
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Die mobile Beratungsstelle der Polizei macht derzeit mit dem blau-weißen Informations-Truck in Ostalb-Gemeinden und Städten Station.

Westhausen

In 15 bis 30 Sekunden ist ein gewöhnliches Fenster „geknackt“. Reiner Klotzbücher zieht einen langen Schraubenzieher aus einem Schaft. „An der richtigen Stelle angesetzt, und schon springt das Fenster auf“, sagt der Oberkommissar von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle des Polizeipräsidiums Aalen.

„500 bis 600 Kilogramm Druckkraft können mit dem Werkzeug schon aufgebracht werden. Gewöhnliche Schließbolzen halten dem einfach nicht stand.“ Klotzbücher weiß von 80 Prozent an Fällen, in denen Einbrecher über aufgehebelte Fenster oder Terrassentüren in das Wohnungsinnere gelangen. Nur wenige würden ein Loch in die Glasscheibe schneiden, weswegen ein Schlüssel am Fenstergriff allein nicht ausreiche.

Wie man sich besser vor Einbrechern schützen kann, ist in einem zwölf Meter langen Informationsfahrzeug zu sehen, das vor Kurzem vor dem Rathaus in Westhausen Station machte. Der Präventionsexperte des Landeskriminalamts, Janis Bodle, hat den blau-weißen Truck vorgefahren und unterstützt den Kollegen vor Ort.

Bodle und Klotzbücher wissen aus Erfahrung: „Je länger es dauert in ein Objekt zu gelangen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Einbrecher von seinem Vorhaben ablässt.“ Das Hauptaugenmerk auf geeignete Sicherheitsvorkehrungen zu legen, empfehlen beide.

Fenster, die man sichern sollte

Muss man alle Fenster sichern? „Zumindest jene mit einer Simshöhe von bis zu drei Metern sollten über umlaufende Pilzkopfverriegelungen oder andere einbruchhemmende Vorrichtungen verfügen“, rät Klotzbücher. Man denke nur an Dinge, wie die blaue Tonne, auf die man locker hochsteigen könne.

Kostenlose Beratungen vor Ort

Von Mehrfachverriegelungen und geeigneten Schließzylindern für Haustüren, bis hin zu mechanischen oder elektronischen Einbruchmeldeanlagen – der Informationstruck bietet jede Menge Details, um die eigenen vier Wände sicherer zu machen. „Nichts sitzt tiefer als das Gefühl, wenn ein Einbrecher mal in der Wohnung war“, sagt Klotzbücher, weswegen er auch auf die kostenlosen Beratungen am Objekt vor Ort verweist. Wer sich fachmännische 90 Minuten Zeit nimmt, dem wird „sicher“ geholfen. „Es geht um ein Gefühl der Sicherheit und ein Stück Lebensqualität“, so der Experte. Niemand werde aber in Angst zurückgelassen.

Auch wenn der Einbruchdiebstahl gerade einen historischen Tiefstand erfährt. „Waren im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidium Aalens im Jahr 2014 noch 1035 Einbrüche gemeldet, lag die Zahl im Jahr 2019 bei unter 500“, sagt Klotzbücher. Dennoch möchte das Polizeipräsidium Aalen mit dem Info-Truck die mobile Vor-Ort-Beratung als Chance nutzen, um Verhaltenstipps zu geben.

Der Informations-Truck wird noch weiter im Ostalbkreis unterwegs sein. Jeweils von 10 bis 17 Uhr macht er Station am Montag, 8. November in Unterschneidheim beim Schulzentrum, am Dienstag, 9. November in Bopfingen auf dem Marktplatz und am Mittwoch, 10. November in Ellwangen auf dem Marktplatz.

Checkliste: So verhindern Sie Einbrüche

Schließen Sie unbedingt Ihre Haustüre ab;

Verschließen Sie immer Fenster, Balkon- und Terrassentüren;

Verstecken Sie Ihren Schlüssel niemals draußen;

Wechseln Sie den Schließzylinder aus, wenn Sie Ihren Schlüssel verlieren;

Geben Sie keine Hinweise darauf, dass Sie länger nicht im Haus sind - zum Beispiel durch überfüllte Briefkästen oder Urlaubsbilder in den sozialen Netzen;

Zeitschaltuhren sind eine gute Möglichkeit, um Einbrechern die Anwesenheit der Hausbewohner vorzugaukeln.

Informieren Sie die Polizei, wenn Sie etwas Verdächtiges beobachten.

Es geht um ein Stück Lebensqualität.

Reiner Klotzbücher, Oberkommissar

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