Digitaler Aufbruch in Westhausen

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Rund sieben Millionen Euro sollen in den flächendeckenden, gigabitfähigen Breitbandausbau fließen. Alle Schüler erhalten Tablets.

Rund sieben Millionen Euro sollen in den flächendeckenden, gigabitfähigen Breitbandausbau fließen. Alle Schüler erhalten Tablets.


Westhausen. Für den Breitbandausbau eines gigabitfähigen Internets bis in den abgelegensten Hof hat Westhausens Gemeinderat einstimmig grünes Licht signalisiert. Ebenso einig war man sich bei der Sitzung im Bürgersaal darüber, dass jedes Kind an der Propsteischule ein eigenes Tablet erhalten soll.


440 Schüler, davon 225 in den Klassenstufen 5 bis10, werden im laufenden Schuljahr an der Propsteischule unterrichtet. Im Zuge des von Bund und Land beschlossenen Digitalpakts hat die Gemeindeverwaltung, auch über das Schulbudget Corona „Unterstützung für die Schulen“, für eine Grundausstattung mit Medien an der Propsteischule gesorgt. Notebooks, interaktive Tafeln und Tablets sind dort mittlerweile gerne genutzte Lehr- und Lernmittel. 

Wie Unterricht mit dem iPad gestaltet werden kann, darüber berichteten Lehrerin Svenja Rapp und ihr Kollege Dominik Bieg, veranschaulicht mit Videosequenzen. Bürgermeister Markus Knoblauch begrüßte auch Rektorin Monika Hecking-Langner und Konrektor Matthias Rief, die in einer Fragerunde, gemeinsam mit den „iPad-Experiment-Lehrern“ mit den praktizierten, zeitgemäßen Unterrichtsmethoden das Gremium überzeugten.

Kein Zweifel bestand darin, alle Schüler mit einem iPad zu versorgen. Wie dies bezahlt werden, erläuterte Gemeindekämmerer Matthias Legner. Er sagte, es sei  wirtschaftlicher und sinnvoller, Geräte zu kaufen statt zu leasen. Der Gemeinderat stimmte dem vorgestellten Konzept zu. Demnach werden jedes Jahr für die 5.Klassen neue Tablets angeschafft. Die Schüler erhalten die Geräte als Leihe. Durch eine Kostenbeteiligung der Eltern von 50 Prozent für das erste Kind, 25 Prozent für das zweite Kind und 0 Prozent für weiter Kinder, gehen die Geräte ins Eigentum der Schüler über. Haushaltsmäßig sind hierfür jährlich 20.000 Euro fällig. Durch die Elternbeteiligung fließt nach und nach die die Hälfte zurück, sodass effektiv der Gemeindeverwaltung nur 10.000 Euro Jahreskosten entstehen.

Auch wie man in Härtefällen in Familien verfahren könne, kam zur Sprache. Konrektor Matthias Rief sagte, dass er sich hier Flankierung durch den Förderverein vorstellen könne.

7 Mio. Euro für „Beseitigung von grauen Flecken“

Um die Nutzung des „Graue Flecken- Förderungsprogramms“ ging es im zweiten Teil der Sitzung. Bürgermeister Markus Knoblauch begrüßte hierzu Manuel Hommel von der örtlichen Geo Data GmbH, der das Vorhaben erläuterte.  „Graue Flecken“ sind Bereiche, in denen weniger als 30Megabit pro Sekunde an Daten abrufbar sind. Diese sollen aufgerüstet und auch andere, die schon über 100 Megabit Datenrate pro Sekunde verfügen, zu einem gigabitfähigen Netz entwickelt werden. In der Gesamtgemeinde müssen hierzu 631 Hausanschlüsse erstellt werden, was mit Kosten von rund 6,9 Millionen Euro kalkuliert wurde. Bürgermeister Knoblauch nannte das in Bezug zum Aufwand für Digitalisierung an der Propsteischule einen „Riesenbrocken“. Nach jetzigem Stand muss Westhausen hiervon 815.000 Euro tragen. Einstimmig hat der Gemeinderat die Verwaltung ermächtigt, den Förderantrag für das„Graue-Flecken-Programm“ zu stellen. Darüber hinaus sollen Planungs- und Ingenieurleistungen für einen Breitbandausbau der unterversorgten Gemeindegebiete ausgeschrieben werden. Franz Mayer

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