Fronleichnam mit Pferd und Kutsche

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Wie bei der Seelsorgeeinheit Kapfenburg das Hochfest des Leibes und Blutes Christi gefeiert wird und wie die Idee dazu entstanden ist.

Lauchheim/Westhausen

Besondere Umstände erfordern außergewöhnliche Lösungen. Weil wegen der aktuellen Beschränkungen nur schwierig Prozessionen abgehalten werden können, haben sich die katholischen Geistlichen von Lauchheim und Westhausen eben alleine aufs Pferd oder in die Kutsche gesetzt.

Es sind Pfarrer Matthias Reiner und Pfarrer Dr. Pius Adiele, die zusammen mit Pfarrer im Ruhestand Josef Höfler den Segen an Fronleichnam auf eine ganz besondere Weise erteilen wollten. So tönten in diesem Jahr nicht die Gesänge Hunderter Gläubiger durch die Straßen, sondern das Klappern von Hufen und Wagenrädern.

Wie es dazu kam, erläuterte Pfarrer Matthias Reiner im Gespräch mit unserer Zeitung. "Unser Ziel war es, Ansammlungen von Personengruppen zu vermeiden und trotzdem den Segen zu den Menschen bringen." Reiter und Kutschen gehören bei der Seelsorgeeinheit Kapfenburg irgendwie dazu. Konnte der Silvesterritt in Westhausen noch planmäßig stattfinden, musste der traditionelle Blutritt in Lippach wegen Corona leider abgesagt werden. Ein Fronleichnamsfest ohne Bürgerwehr mochte sich dazu in Lauchheim niemand so recht vorstellen.

Wie die Idee entstand

Auch wenn heute alles anders ist: Wir tragen unseren Glauben nach draußen.

Dr. Pius Adiele Pfarrer

"Wir haben angefangen zu planen und am Ende einen guten Kompromiss gefunden", so Pfarrer Reiner, dem die Begeisterung an der Idee anzumerken war. Schließlich durfte er auf dem Schecken von Züchter Jürgen Bux selbst durch die Straßen reiten und mit der Monstranz und dem Allerheiligsten den Segen für die Menschen erbitten. Anders – aber ebenso begeistert – Pfarrer Dr. Pius Adiele, dem mehr die Kutsche von Familie Brauchle aus Hülen zusprach oder Rentnerpfarrer Josef Höfler, der sich bereits am Vorabend zu Fronleichnam von Familie Thomer aus Dettenroden durch den Ort chauffieren ließ.

Ob nun in Lauchheim, Westhausen, Hülen, Röttingen oder in Lippach – überall standen Menschen am Fenster und Straßenrand, um am "Hochfest des Leibes und Blutes Christi" von den Priestern den Segen zu empfangen. Auch Blumenteppiche waren vereinzelt zu sehen. So wie beim Haus Klingler in Reichenbach, wo aus Pfingstrosen und Mohnblumen ein flammendes Herz gelegt wurde. "Auch wenn heute alles anders ist: Wir tragen unseren Glauben nach draußen", sagte Pfarrer Dr. Pius Adiele zuvor bei einer Eucharistiefeier in Lauchheim über Fronleichnam als ein Fest, das dem Volk sehr nahe sei. "Ganz egal was kommen mag. Wir stehen zu Jesus."

Übertragungen im Livestream

Auch wenn die Gottesdienste – außer in Lauchheim – seit Pfingsten wieder in Lippach und bald auch schon wieder in Westhausen stattfinden, gibt es weiterhin täglich um 19 Uhr Übertragungen per Livestream aus der Kapelle Mutter Theresa unter der Adresse www.se-kapfenburg.de.

Zur Seelsorgeeinheit Kapfenburg gehören die Gemeinden Westhausen, Lauchheim, Lippach, Röttingen und Hülen mit insgesamt 6773 Katholiken.

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