Grüne denken an Freibadschließung

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Abkühlung im Freibad von Westhausen.
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Die Umstellung von Westhausens Freibad auf erneuerbare Energien, die die Grünen fordern, läuft bereits. Von einer Schließung des Bades hält Bürgermeister Markus Knoblauch aber gar nichts.

Westhausen

In einem offenen Brief fordern die Grünen in Westhausen, das Freibad auf erneuerbare Energie umzustellen. Bei Bürgermeister Markus Knoblauch rennen sie damit offene Türen ein. „Wir sind bereits dran“, sagt er im Gespräch mit der SchwäPo. Absolut gar nichts aber hält er von der Forderung der Grünen, das Freibad im Sommer ganz zu schließen.

In einem offenen Brief haben sich die Grünen dafür ausgesprochen, Bäder zu schließen. Unterzeichnet hat Peter Kuch. „Jetzt im Winter Bäder zu schließen, um Gas zu sparen, ist die logische Folge auf Putins Angriff auf unsere Energieversorgung. Er will unserer Wirtschaft schaden, Unruhe stiften und damit unsere Demokratie zerstören“, schreiben die Grünen.

Bäder zu schließen, schränke insbesondere Kinder oder rheumatische Menschen ein. „Ist das verhältnismäßig? Wir meinen ja“, heißt es in dem Brief. Und weiter: „Es wäre unserer Meinung nach auch verhältnismäßig, die Freibäder auch für den Sommer 2023 zu schließen oder zumindest unbeheizt zu lassen.“

Die zu erwartenden steigenden Temperaturen ermöglichten das Baden weiter. Vielleicht weniger warm, aber doch so wie an hiesigen Seen. Das so eingesparte Geld könnte in den Umbau zu einer solaren Beheizung gesteckt werden, was den Gasverbrauch drastisch reduziere und unabhängiger mache von Energieimporten.

Solare Beheizung sei preiswert, denn sie bestehe primär aus schwarzen Rohren oder Platten. Aufgeständert beschatteten diese nicht nur Autos, sondern klug ausgeführt, lieferten sie auch Wärme für Quartiere oder größerer Bauten. So kämen Energiequellen und Energiesenken zusammen. Der Energieüberschuss aus dem Sommer heize im Winter, verweisen die Grünen auf ihre Homepage, auf der sie viele Beispiele für solarbeheizten Badespaß aufgeführt haben.

Verwaltung prüft die Umstellung

Bürgermeister Markus Knoblauch befürwortet es ebenfalls beim Freibadbetrieb konventionelle Energie komplett zu ersetzen. Er hält die Vorschläge der Grünen daher für sinnvoll.

Aktuell laufe der überwältigende Anteil der Energieversorgung im Freibad Westhausen bereits über Solarthermie, sagt er. Es bestehe nur noch eine „kleinere Energielücke“ dort. So müsse beispielsweise im Kinderbecken teilweise mit Gas „zugeheizt“ werden. Ziel sei es aber, „komplett von Strom und Gas wegzukommen“, sagt Knoblauch.

Die Verwaltung prüfe derzeit den Einsatz von Photovoltaikanlagen. Deren Energie soll direkt im Freibad verwendet werden. Damit soll die Lücke beim Strom geschlossen werden. Die Kosten einer solchen Anlage würden sich sicher, mit Blick auf hohe Energiekosten, sehr rasch amortisieren, glaubt der Bürgermeister. Die Verwaltung werde nun Zahlen liefern, diese zusammenstellen, Pläne formulieren und damit rasch in den Gemeinderat gehen, kündigt Knoblauch an.

Schließung ist keine Option

Gar nichts hält der Bürgermeister aber vom Vorschlag der Grünen, das Freibad zu schließen. „Unser Bademeister ist schon lange dabei. Er hat mir gesagt, er habe es noch nie erlebt, dass so viele Kinder ins Bad kommen, die nicht so schwimmen können, wie sie es in ihrem Alter eigentlich können sollten“, berichtet Knoblauch. Wegen der Pandemie, und den damit verbundenen Bäderschließungen seien viele Schwimmkurse ausgefallen. Die DLRG habe eine lange Liste bei den Schwimmkursen und arbeite diese gerade mit Kursen im Hallenbad ab. „Kinder brauchen Gelegenheit, schwimmen zu lernen, anderenfalls ist das gefährlich“, lehnt Knoblauch eine Schließung des Freibades ab.

Nach wie vor geöffnet ist das Hallenbad in Westhausen. „Dieses Bad betreibt der Landkreis, wir haben da gar keinen Einfluss“, sagt Knoblauch, „aber ich bin sehr froh, dass das Bad weiterhin geöffnet ist. So kann die DLRG dort nun viele Schwimmkurse nachholen.“

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