Im Schritttempo den Glauben stärken

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315 Gläubige der Seelsorgeeinheit Kapfenburg machen sich mit Gott auf den Weg. Was unsere Reporterin dabei erlebt. Ein Selbstversuch.

Lauchheim/Westhausen

Innehalten und zur Ruhe kommen kann man im Grunde fast überall. Klug ist, wer dem Stress des Alltags einfach davon wandert und sich umrahmt von herrlicher Natur auf einen Pilgerweg begibt.

Stünde bei der Seelsorgeeinheit Kapfenburg normalerweise im September die Gemeindewallfahrt zum Schönenberg auf dem Programm, machen sich die Gläubigen aus Lauchheim, Westhausen, Lippach, Röttingen und Hülen in diesem Jahr "Mit Gott auf den Weg". Zwar nicht auf dem Jakobsweg oder in Spanien, dafür aber auf zwei ausgeschilderten Rundwegen am Fuße der Kapfenburg. "Der Einstieg ist an jeder beliebigen Stelle möglich", heißt es in der Einladung. Man könne alleine oder in Kleingruppen gehen und auch das Zeitfenster ist großzügig gewählt.

Unsere Reporterin wählt den zehn Kilometer langen Pilgerweg und startet zum Mittagsläuten an der Mariengrotte in Lauchheim. Entlang des Kreuzwegs geht es zur Kalvarienbergkapelle, wo die erste "Impulsstation" auf sie wartet. Beeindruckt von der Kreuzigungsgruppe "Jesus und die beiden Schächer", zündet sie am Altar eine Kerze an und geht nach einem Moment der Stille weiter. Schon bei Kilometer Eins zweigt der Weg links ab und führt hoch in den Wald. Es ist der steilste Anstieg an diesem Tag, der mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt wird.

Ein leises Hallo

Auch wenn die Reporterin alleine unterwegs ist, trifft sie viele andere Gläubige. So wie "Rolli"-Fahrer Alois Rettenmaier, der aufgrund der Topografie, so wie er sagt, mit seinem Handbike in umgekehrter Richtung unterwegs ist. "Aufatmen – Stille spüren" heißt es an einer der nächsten Stationen, was gleichzeitig erklären soll "Beten ist Atem holen aus Gott".

Am Grillplatz "Berg" gibt es ein leises "Hallo" aus drei bekannten Gesichtern. Zeit für ein gemeinsames Rucksackvesper und zum Lesen der ausliegenden Gebetskärtchen. "Eine leise Ahnung von Gottes Wirken durchrieselt mich" heißt es darin und lenkt den Blick noch mehr auf die Schönheit und Weite der Wiesen und Felder.

Über Freundhöfe gehen sie zu viert weiter nach Lippach, wo sie an der Altarinsel von den Priestern der Kirchengemeinden mit einer "Stärkung" empfangen werden. Es ist Pfarrer Matthias Reiner, der gerade den Pilgern eine Schatztruhe mit süßen Kleinigkeiten entgegenstreckt und nach einem Gebet den Segen erteilt. Unsere Reporterin wird als Teilnehmerin Nummer 137 gezählt. Später erfährt sie, dass auf dem Zählwerk insgesamt 315 Gläubige registriert werden.

Ab Lippach verlaufen die beiden Rundwege zusammen in eine Richtung. An der Kapelle bei Hettelsberg gilt es ein Rätsel zur Dreifaltigkeit zu lösen und bei der Marienfigur in einem Fels bei Stetten liegen bunte Rosenkränze aus.

Nachdem sich die vier Frauen nach Besichtigung einer kleinen Kapelle in Stetten bei Anne Weizmann einen Apfel vom Baum pflücken dürfen, geht der Pilgerweg langsam seinem Ende entgegen. Zurück an der Mariengrotte in Lauchheim bei Kilometer zehn trennen sich die Wege schließlich wieder.

Das Resümee unserer Reporterin ist durchweg positiv: "Eine tolle Idee, mit der man Kraft aus der Natur, dem Glauben und besonderen Begegnungen schöpfen kann."

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