Jagsttalschule: ab Montag Unterricht vor Ort

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Die Schulleitung muss der Anweisung des Kultusministeriums folgen.

Westhausen. Bleiben alle Schulen bis Ende Januar geschlossen, wie die Kanzlerin in Berlin verkündet hat? Öffnen die Grundschulen bereits am 18. Januar wieder, wie die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann sagte? Oder wird erst noch einmal diskutiert, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann zitiert wird?

Die Verwirrung ist groß und die Eltern mit behinderten Kindern verstehen die Welt nicht mehr. In einem Elternbrief der Jagsttalschule wurde ihnen mitgeteilt, dass bereits am kommenden Montag, 11. Januar, die Jagsttalschule wieder öffne und mit ihr alle sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren mit den Förderschwerpunkten geistige, körperliche und motorische Entwicklung. Solche Zentren befinden sich kreisweit auch in Wört (Konrad-Biesalski-Schule) und in Schwäbisch Gmünd (Klosterbergschule). Der Rektor der Jagsttalschule, Martin Pfannenstein, schreibt an die Eltern: "Die Schülerinnen und Schüler der Jagsttalschule sind somit die allerersten, die wieder unterrichtet werden. Das ist schön, aber vielleicht auch ein Risiko." Er stellt es den Eltern frei, ihre Kinder am Montag in die Schule zu schicken oder zuhause zu lassen. Die Schulöffnung ist Anordnung des Ministeriums, die er umsetzen muss.

Warum das Ministerium entschieden hat, dass ausgerechnet Kinder mit einer körperlichen und/oder geistigen Behinderung trotz Lockdown sofort wieder in den Präsenzunterricht gehen sollen, ist schwer zu verstehen. Kinder mit Handicap seien bestimmt nicht weniger gefährdet als andere, meint Josef Fischer aus Neuler, dessen Sohn die Jagsttalschule besucht. Eher sogar mehr, weil die Maskenpflicht schon aufgrund der Behinderung oft nicht konsequent durchgesetzt werden könne. Lehrkräfte an den Sonderschulen seien deshalb nicht weniger, sondern eher sogar höher gefährdet, so Fischer. Die Einzugsbereiche der sonderpädagogischen Zentren reichen teilweise über die Landkreisgrenzen hinaus. Die Kinder werden mit Kleinbussen transportiert, was im Vergleich zu Grundschulen mit örtlichem Einzugsbereich zusätzliches Ansteckungsrisiko bedeute.

Josef Fischer aus Neuler, dessen Frau als MS-Kranke auch noch Risikopatientin ist, meint dazu: "Die Landesregierung in Baden-Württemberg ignoriert nach wie vor die aktuelle Lage und scheint nun auf den Wahlkampfmodus umgeschaltet zu haben. Anders lässt sich das Ganze nicht mehr erklären."

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