Sie baggern die Hülben aus

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Rechtzeitig vor dem starken Schneefall waren die Arbeiten an der Hülbe bei der Jägerwieshütte abgeschlossen. Von li: Nicola Wiedenmann (Forst BW), Revierleiter Martin Anders und Baggerfahrer Walter Bawidamann.
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Was derzeit in den Wäldern oberhalb von Westhausen passiert.

Westhausen. Im Forstbezirk Östliche Alb werden derzeit im Waldgebiet oberhalb von Westhausen und Lauchheim eine Reihe von Hülben entschlammt. In der vergangenen Woche geschah dies am Teich an der sogenannten Jäger-Wieshütte am Kieselberg oberhalb Westhausen.

„Die Hülbe – der Teich - neben der Hütte war verschlammt und mit Wasserpflanzen weitgehend zugewachsen“, sagt Nicola Wiedenmann, beim Fortbezirk zuständig für Waldnaturschutz, Waldpädagogik und Öffentlichkeitsarbeit. „Das Wasser war teilweise nur noch 30 Zentimeter tief.“ Die Jägerwies-Hütte bietet mit Bänken und Tischen für Wanderer und Radfahrer ein beliebtes Plätzchen zur Rast, dazu mit der Lichtung und dem Teich eine idyllische Umgebung. „Einige hatten sich auch schon bei uns gemeldet, ob wir den Teich nicht pflegen könnten“, ergänzt der zuständige Revierleiter Martin Anders.

In der vergangenen Woche hat nun Baggerfahrer Martin Bawidamann die Hülbe vorsichtig ausgebaggert, Schlamm und Schlingpflanzen entfernt. Dabei müsse man vorsichtig vorgehen, damit man mit dem Bagger die den Teich abdichtende Lehmschicht nicht verletzt, „denn sonst ist das Wasser schnell weg“, sagt der Förster. Der Schlamm wurde am Ufer verteilt und eingeebnet, er wird innerhalb eines Jahres dort eintrocknen. Dazu wurden auch die Bäume und Gestrüpp der Umgebung etwas gelichtet, ebenso der stark beschädigte Steg entfernt. Erfreulich sei, dass der erfahrene Baggerfahrer rechtzeitig vor dem starken Schneefall am vergangenen Donnerstag mit der Arbeit fertig geworden ist.

„Jetzt ist der Teich wieder ansehnlich und auch für die Tiere wieder zugänglich“, freut sich Wiedenmann. Im und am Teich leben vor allem Kröten und Lurche, auch einige wenige kleinere Fische gibt es. „Weil der Teich so zugewachsen war, waren im vergangenen Sommer einmal viele der Fische eingegangen“, berichtet Anders. „Eine solche Aktion kann man nur zwischen Oktober und Februar durchführen, wenn die Amphibien nicht unterwegs sind“, erklärt Nicola Wiedenmann. Deshalb könne man jedes Jahr nur eine begrenzte Anzahl der rund 300 Hülben im Forstbezirk pflegen.

„Naturschutz und Landschaftspflege gehören zu unseren Aufgaben und sind uns sehr wichtig“, betont die Försterin. Das ganze Jahr über seien die Mitarbeiter des Forst Baden-Württemberg mit den entsprechenden Aufgaben beschäftigt, die auch Eingriffe in die Natur beinhalten, wie Baggerarbeiten oder Holzeinschlag. Denn man wolle der Bevölkerung einen schönen und gepflegten Erholungsraum bieten, und den Tieren einen guten Lebensraum. „Deshalb sollten sich die Menschen auch vor allem auf den wegen aufhalten und keinen Müll zurücklassen“, appellierte sie an die Waldbenutzer.

⋌Jürgen Eschenhorn

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