Wie Firmen mit 5G smart werden

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Anwendungsfälle für ein 5G-Campus Netz, präsentiert von Daniel Günzel. Screenshot: ham
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Das Westhausener Zentrum für Digitale Entwicklung stellt Lösungen für die Energiewirtschaft vor: Daniel Günzel vom IT-Spezialisten Blackned präsentiert private 5G-Campusnetze.

Westhausen

Schnelles mobiles Netz mit 5G-Technologie: Darauf setzt die Wirtschaft mehr und mehr. Warum es für sich Unternehmen und kommunale Betriebe lohnt, ein privates 5G-Campus-Netzwerk aufzubauen, war eines der Themen beim Fachtag für Energiewirtschaft und Kommunen des Westhausener Digitalberatungsunternehmens ZDE (Zentrum für Digitale Entwicklung).

„Da rollt einiges auf uns zu“, sagte ZDE-Geschäftsführer Wolfgang Weiß einleitend zum online übertragenen Fachvortrag von Daniel Günzel. Günzel ist beim Heimertinger IT-Unternehmen und Spezialisten für unternehmerische Kommunikationssysteme, Blackned, tätig. Der Anbieter arbeitet mit dem ZDE und dessen Schwestergesellschaft Geodata in der Umsetzung von Projekten zusammen. In weniger als 100 Tagen, so Günzel, könne man gemeinsam ein privates 5G-Campusnetz aufbauen.

Mit diesem, so der Referent, könnten Betriebe zur smarten Fabrik werden. Roboter, Drohnen, Kameras und Sensoren, teilweise auch die Produkte selbst, sind dann vernetzt und kommunizieren miteinander. Daten werden in Echtzeit übertragen, Anwendungen für virtuelle und erweiterte Realität (VR und AR) kommen zum Einsatz, fahrerlose Transportsysteme (Automated Guided Vehicles, AGV) bewegen sich autonom über ein Werksgelände, Aktionen werden automatisch ausgelöst, wenn räumliche Grenzen überschritten werden (Geofencing).

Für die Einrichtung eines privaten 5G-Campusnetzes spricht laut Günzel unter anderem eine extrem kurze Latenz - also die Zeit, die Daten von der Quelle bis zum Ziel benötigen. Vor allem seien hier Übertragungsgeschwindigkeiten von 10 bis 20 Gigabit pro Sekunde möglich: ein großer Vorteil gegenüber der Anbindung des Unternehmens an das öffentliche 5G-Netz: Weil sich dort viele Nutzer die Bandbreite teilen, liege die Geschwindigkeit bei maximal 1,3 Gigabit pro Sekunde. Zusätzliche Vorteile: Das privat errichtete Netz ist uneingeschränkt genau dort verfügbar, wo es gebraucht wird. Das jeweilige Unternehmen ist unabhängig vom Netzbetreiber und gestaltet selbst die Regeln. Und die eigenen Daten verlassen nicht das Firmengelände.

Im Vergleich zu modernen WiFi-Netzwerken sei 5G auch auf hochmobile Roboter und Drohnen mit Geschwindigkeiten von bis zu 500 Stundenkilometern ausgelegt. Die entsprechende Software könne in einer öffentlichen oder privaten Cloud installiert werden.

Als Beispiel führte Günzel das Fabrikgelände des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen an. Dort vernetzt ein 5G-Campusnetzwerk 150 Standorte und die entsprechenden Fahrstrecken für fahrerloses Transportsysteme.

5G-Netze im Notfall aus dem Rucksack gepackt

5G-Netze können aber auch lokal und unkompliziert errichtet werden, wie der Referent speziell am Beispiel der Energiewirtschaft ausführte: Hat ein Sturm Überlandleitungen beschädigt oder ist die Wartung einer Offshore-Windanlage vom Schiff aus nötig, so könne innerhalb weniger Minuten vor Ort ein lokales 5G-Netz aufgespannt werden. Ist der passende Standort ausgewählt, so werde ein Rechner aus dem Rucksack gepackt, die Antenne in Position gebracht, das System in Betrieb genommen und die Endgeräte der Nutzer könnten eingeschaltet werden. Unternehmen und Kommunen, die Interesse an einem Campusnetz haben, stelle Blackned auch mobile 5G-Netze zum Ausprobieren zur Verfügung.

Weitere Themen beim ZDE-Fachtag, bei dem sich Vertreter von Stadtwerken, Kommunen und Unternehmen online informierten, waren unter anderem Wasserstoff als Treibstoff für Lastenfahrräder, Smart-Parking-Lösungen in Park&Ride-Anlagen oder die Straßenbeleuchtung als digitale Infrastruktur der Zukunft.

Innerhalb von fünf Minuten wird ein 5G-Netz aufgespannt.“

Daniel Günzel, Blackned GmbH

5 Schritte zum unternehmenseigenen 5G-Netz

Beschreibung des
Anwendungsfalls
Wozu brauche ich ein Netz? Wie muss es aufgebaut sein?

Planungsphase
Was muss abgedeckt werden? Welche Dimension muss das Campusnetz haben? Beantragung der Netzfunkfrequenz.

Inbetriebnahme
Testphase, Installation der Systeme und Infrastruktur, Diensteinführung

Netzbetrieb

Optimierung /
Erweiterung

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