Wo den Bäcker und die Bürgerschaft der Schuh drückt

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Im Bild von links Hans-Günther Mack, Roderich Kiesewetter und Michele Giuliano in der Handwerksbäckerei Mack.

Roderich Kiesewetter sucht in Westhausen den Dialog mit der Wählerschaft

Westhausen. Wahlkampf. CDU-Bundestagsabgeordneter Roderich Kiesewetter hat sich einen heißen Donnerstag ausgesucht für seinen Besuch in Westhausen. Auf dem Markt war er und an exakt 103 Haustüren hat er geklingelt und dabei, wie er sagt, viele gute Gespräche geführt und zudem Neues gesehen. Beispielsweise die Collis-Siedlung. „Beeindruckend“, meint Kiesewetter. Insgesamt sei die Stimmung in Westhausen und Reichenbach, wo er unterwegs war, sehr gut. Viel Interesse, freundliche Worte und wenig Kritik habe er erfahren. „Die Menschen hier leben Gemeinschaft“, freut er sich.

Ein guter Tag, findet der Abgeordnete, da habe sich Hans-Peter Wittek eben geschnitten, lacht er. Das SPD-Urgestein habe versucht, ihn vom „Klinkenputzen“ abzubringen. „Wir sind alle rot hier“, habe der beteuert. „Wir werden sehen“, so Kiesewetter.

In der Handwerksbäckerei Mack hat sich Kiesewetter dann ein Bild von der Lage des Handwerks gemacht. Gemeinsam mit knapp einem Dutzend interessierter Bürgerinnen und Bürger wurde er von Mack-Geschäftsführer Michele Giuliano empfangen. Viele Fragen hatte Kiesewetter. Wie kommt Mack durch die Pandemie, kamen die Hilfen an, wo drückt das Handwerk der Schuh, was kann die Politik tun?

Giuliano und Hans-Günther Mack, der dazu stieß, erläuterten dies umfangreich. Corona sei ein Stresstest für den Betrieb. Im März und im April 2020 seien die Umsätze um bis zu 20 Prozent eingebrochen, bekannte Giuliano. Kurzarbeit wurde eingeführt. „Wir mussten Verträge ändern, denn dass eine Bäckerei kurz arbeitet, das schien früher ausgeschlossen“, erinnert sich der Geschäftsführer. Im Betrieb wurde ein Zwei-Schicht-Team-Modell eingeführt, unterschiedliche Teams in Produktion und Verwaltung. „Damit, falls es einen Fall gibt, das andere Team den Betrieb aufrecht erhalten kann. Zum Glück hatten wir keinen Corona-Fall“, sagt Mack.

Die Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen, den Betrieb gut durch die Krise zu bringen und die Arbeitsplätze zu erhalten, das seien die Hauptaufgaben, die gemeistert werden müssen. Dass dies gelingt, dabei habe auch ein 800.000 Euro Kredit geholfen, für den der Staat im Rahmen des Corona-Programms die Bürgschaft übernahm. „Das Geld müssen wir jetzt aber natürlich zurückbezahlen“, sagt Giuliano.

Das Bäckereihandwerk sei besonders vom Fachkräftemangel betroffen. „Bäcker, das ist für viele junge Leute nicht mehr sexy, und Nachtarbeit auch nicht“, sagt Giuliano. Man müsse eine andere Ansprache finden für die Jungen, das müsse in der Schule beginnen, bittet er die Politik um Hilfe.

Über teure Rohstoffe, den Konflikt, ob landwirtschaftliche Produkte auf dem Teller oder im Tank landen, darüber sprach Mack. Und er nutzte die Chance, zu einem charmanten, fundierten, unterhaltsamen Rundumschlag über Dinge, „die gerade schief gehen in der Welt“. Kiesewetter nickte, machte sich Notizen und hakte nach.

Danach sprach Kiesewetter mit vielen Menschen bei der Grill-Hocketse, die der MSC Neumühle nebenan auf seinem Vereinsgelände organisiert hatte. Die Brötchen dazu hat Mack gerne spendiert. "Ein guter tag", sagt Kiesewetter. Martin Simon

Ein Blick in die Handwerksbäckerei Mack

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