Ab jetzt ist alles unter einem Dach

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In diesem hochmodernen L-förmigen Gebäude sind die Feuerwehr und die Polizei untergebracht.

Das Rettungszentrum in Abtsgmünd wird eingeweiht. Wie 2009 alles begonnen hat, wie der perfekte Standort gefunden wurde und warum die hauptamtlichen Rettungssanitäter des DRK Aalen schon im Mai ihr Gebäude beziehen konnten. Ein Rückblick.

Abtsgmünd. Die Anfänge des Rettungszentrums Abtsgmünd gehen zurück in das Jahr 2009, als man sich auf die Suche nach einem geeigneten Standort für ein neues Feuerwehrgerätehaus machte. Denn die vorhandene Kapazität für die Feuerwehr im Rathaus ist schon seit längerem ausgeschöpft: Alle drei Garagen waren belegt und jeder vorhandene Quadratmeter musste als Lagerraum genutzt werden. Die Ausrüstung musste teilweise bereits ausgelagert werden. Auch personell hat sich die Abteilung seit dem Rathausneubau stark vergrößert, so besteht seit 1992 eine Jugendfeuerwehr mit derzeit 54 Mitgliedern sowie eine Alterswehr mit 17 Mitgliedern.

Die Frage nach dem Standort

Der Gemeinderat und die Feuerwehr hatten sich anfangs für einen Standort nur wenige hundert Meter vom jetzigen Gebäude im Bereich der Altschmiede ausgesprochen. Allerdings sorgte die Weltwirtschaftskrise dafür, dass das Projekt vorerst auf Eis gelegt wurde. Erst drei Jahre später, 2012, wurden die Überlegungen wiederaufgenommen und weitgehende Analysen und Kostenberechnungen durchgeführt. Auch andere Feuerwehrgerätehäuser in der Umgebung wurden besichtigt.

Die Idee eines Rettungszentrums

2015 unterbreitete Bürgermeister Armin Kiemel während einer Klausurtagung den Vorschlag eines Rettungszentrums, das alle drei Blaulichtorganisationen unter einem Dach vereinen würde. Schließlich war die räumliche Situation der Polizei und des DRK Abtsgmünd auch alles andere als ideal. Der Abtsgmünder Polizeiposten, der für Abtsgmünd und die Aalener Stadtteile Dewangen und Fachsenfeld zuständig ist, befand sich völlig unscheinbar in einem alten Wohnhaus in der Fachsenfelder Straße. Der Ortsverein des DRK war im Hort und in Kellerräumen der Kochertal-Metropole untergebracht. Um auch die Einsatzzeiten des hauptamtlichen DRKs aus Aalen nach Abtsgmünd zu verbessern, wurde dieses ebenfalls mit ins Boot geholt.

Erneute Standortsuche

Man begab sich also erneut auf die Standortsuche, um den neuen Voraussetzungen gerecht zu werden. Nach der von den Architekten des Büros KPlan durchgeführten Standortanalyse legte man sich recht schnell auf das Grundstück im Gewerbegebiet „Osteren“ fest. Doch es bestand ein Problem: Der Standort des Rettungszentrums wurde aus der Sicht des Hochwasserschutzes aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Kocher kritisch gesehen. Doch nach langwierigen Gesprächen konnten schließlich auch die Fach- und Genehmigungsbehörden überzeugt werden. Denn glücklicherweise konnte der überschüssige Erdaushub der Kocher-Lein-Renaturierung, rund 6.000 Kubikmeter, dazu genutzt werden, das Baugrundstück anzuheben, das nun einem 200-jährlichen Hochwasser standhält.

Spatenstich im April 2020

Im Sommer 2019 konnten die umfangreichen Bodenarbeiten für das Rettungszentrum beginnen. Im April 2020 folgte der Spatenstich und bereits im Oktober 2020 fand das Richtfest statt. Die hauptamtlichen Rettungssanitäter des DRK Aalen konnten ihr Gebäude aufgrund der schnelleren Modulbauweise bereits im Mai 2021 beziehen. Nun folgen die Kameraden der Feuerwehr, die Polizei und das DRK Abtsgmünd.

Optimale Lage

Die zentrale Lage unmittelbar an der B 19 ist einsatztaktisch sowohl für Feuerwehr als auch für DRK optimal. Hier können die mit Abstand kürzesten Hilfsfristen erzielt werden, um Menschen in Not, auch in den umliegenden Gemeinden, zu helfen. Auch präsenztechnisch gibt es für die Polizei keinen besseren Standort als im „Osteren“.

Alles unter einem Dach

Das Abtsgmünder Rettungszentrum beherbergt die Freiwillige Feuerwehr Abtsgmünd, den Polizeiposten Abtsgmünd, die Rettungswache des DRK Aalen und den DRK-Ortsverein Abtsgmünd. Es besteht aus zwei Gebäuden und einem Übungsturm und weist auf dem 7.300 Quadratmeter großen Grundstück insgesamt 45 Stellplätze, mehrere große Übungsflächen sowie eine unmittelbare Alarmein- und -ausfahrt auf die B19 aus.

Polizei und Feuerwehr

Das L-förmigen Gebäude, in dem die Feuerwehr und die Polizei untergebracht sind, beinhaltet umfangreiche Flächen für Umkleide-, Sanitär-, Bereitschafts- und Schulungsräume sowie Büros für die Kameraden. Hinzu kommen: Ein hochmodernes, energieeffizientes Magazin mit fünf Fahrzeugboxen, eine Waschbox und eine Durchfahrtsbox mit einem Hochregallager für das Material. Die Abtsgmünder Polizei erhielt verschiedenen Büros, Lager- und Verwahrräume sowie zwei Garagen, um langfristig Platz für ein zweites Polizeiauto im unteren Kochertal zu haben.

Fahrzeugboxen

Im Westen des Baugrundstückes baute das DRK Aalen ein weiteres Gebäude in Modulbauweise, welches insgesamt vier Fahrzeugboxen aufweist. Zwei davon gehören zur Rettungswache, die rund um die Uhr an 365 Tagen mit hauptamtlichen Notfallsanitätern besetzt sein wird. Die anderen zwei Boxen gehören der DRK-Ortsgruppe Abtsgmünd, die auch in das DRK-Gebäude integriert wurde. Eine Box ist für den bereits vorhandenen Krankentransportwagen vorgesehen, die weitere für einen späteren Kleinbus.

Übungsturm

Zum Rettungszentrum gehört außerdem ein viergeschossiger Übungsturm mit einer Doppelgarage im Südosten.

Kosten

Die Kosten für die Gemeinde beliefen sich auf rund 5,8 Millionen Euro. Die Gemeinde erhielt für das Bauvorhaben einen Zuschuss vom Land in Höhe von 275.000 Euro. pm

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