Ein Energiekonzept für Abtsgmünd

+
Der Wildblumensommer 2016 in Abtsgmünd war ein denkwürdiger Auftakt für mehr Umweltschutz in der Kochergemeinde. Nun soll ein Energiemanager die öffentlichen Gebäude fit machen.

Die Hochschule Aalen und die Firma greenventory unterstützen die Gemeinde auf ihrem Weg in eine neue Klimapolitik.

  • Was der Energiemanager kosten soll
  • Die Personalkosten eines neuen Energiemanagers im Rathaus von Abtsgmünd schätzt die Verwaltung auf rund 66000 Euro im Jahr. Auch hier fördert der Bund 80 Prozent dieser Kosten, womit der jährliche Eigenanteil der Kommune bei 13200 Euro liegen wird. Die Förderung des Bundes ist zunächst auf drei Jahre befristet. Trotzdem hat sich die Gemeindeverwaltung für eine unbefristete Vertragsdauer der neu geschaffenen Stelle eines Energiemanagers ausgesprochen. Der Gemeinderat befürwortete letztlich mehrheitlich die Schaffung der neuen Personalstelle und gab darüber hinaus grünes Licht zur Ausarbeitung eines Energiekonzepts für Abtsgmünd.

Klimaschutz ist kein Sprint, sondern eher ein Marathon.“

Armin Kiemel, Bürgermeister Abtsgmünd

Abtsgmünd

Noch Umweltbewusster zu denken, hat die Gemeinde Abtsgmünd bereits 2016 begonnen. Damals stieg die Gemeinde als eine der ersten Ortschaften im Regierungsbezirk Stuttgart mit in das Förderprojekt des NABU Baden-Württemberg „Natur nah dran“ ein. Im ganzen Land sollten bunte Staudenflächen und artenreiche Wildblumenwiesen erblühen.

In Abtsgmünd ist das in besonders beeindruckender Weise geschehen. Auf einer Fläche von rund 20 000 Quadratmetern auf gemeindeeigenen und privaten Flächen im Ortskern, erblühten im Jahr 2016 Millionen von ein- und mehrjährigen Wildblumen. Das Jahr blieb den Bürgerinnen und Bürgern als der „Wildblumensommer“ in Erinnerung. Seither erblühen regelmäßig jedes Jahr bunte Blumenfelder im Ort.

Initialzündung für Klimaschutz

Der Wildblumensommer in Abtsgmünd kann heute als Initialzündung auf dem Weg der kleinen Schritte in Richtung Klimaschutz gesehen werden. „Umweltschutz hat in Abtsgmünd einen sehr hohen Stellenwert und findet uneingeschränkte Unterstützung bei mir“, bestätigt auch Bürgermeister Armin Kiemel. Seiner Meinung nach ist das Gesamtpaket Umwelt der „große Kuchen“, der Klimaschutz ein Teil dieses Kuchens. „Klimaschutz ist kein Sprint, sondern eher ein Marathon“, findet Kiemel.

Daher verfällt Abtsgmünd beim Thema Klimaschutz auch nicht in Aktionismus, sondern versucht einen Schritt nach dem anderen zu gehen und das bislang erreichte immer abzusichern. „Es gibt sehr viele Möglichkeiten, Energie zu sparen und zu erzeugen. Der wichtigste Punkt ist zuerst weniger Energie zu verbrauchen. Dann sollte möglichst viel Energie umweltfreundlich gewonnen werden. In beiden Fälle geht es auch immer um Ressourcen und Kosten. Daher möchte Abtsgmünd, neben der Erstellung eines Energiekonzeptes auch gleich einen Energiemanager einstellen. Die Gründe dafür liegen klar auf der Hand.

Kontinuierliche Einsparschritte

Seitens der Gemeinde wurde in der Vergangenheit kontinuierlich ein Augenmerk auf Energieeinsparungen und umweltfreundliche Energiegewinnung gelegt.

Hierzu zählen zum Beispiel der Einsatz von LED-Lampen in der Straßenbeleuchtung oder in der Friedrich-von-Keller-Schule und der Bibliothek. Langfristig sollen alle Gebäude in kommunaler Verwaltung auf LED-Technik umgestellt werden. Gebäude wie Kindergärten, Feuerwehrgerätehäuser, das Rathaus und weitere Schule der Gemeinde Abtsgmünd wurden mit Photovoltaikanlagen, Solarthermieanlagen oder Wärmepumpen ausgestattet. Weiteres Potential ist noch genügend vorhanden.

Das hat die Verwaltung dazu veranlasst, in Zusammenarbeit mit der Hochschule Aalen eine erste Potentialschätzung von PV-Anlagen auf Dächern von öffentlichen Gebäuden in der Gemeinde zu erstellen. Diese Schätzung soll die Grundlage sein für die Ausarbeitung eines Energiekonzepts für die Gesamtgemeinde. Die Firma greenventory aus Freiburg soll einem ersten Modul einen Masterplan für die kommunale Wärmeplanung ausarbeiten.

Masterplan für Klimaneutralität

Ziel ist es, eine klimaneutrale Wärmeversorgung der Gemeinde Abtsgmünd bis 2040 zu erreichen. Die Kosten für den Masterplan liegen bei rund 40 000 Euro, wovon 80 Prozent von Bund und Land gefördert werden. In einem zweiten Modul soll die Energiewende, parallel zum Masterplan, umgesetzt werden.

Dafür wird das Photovoltaik-Potenzial der Gesamtkommune ermittelt und im Internet für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Somit können sowohl private als auch gewerbliche Gebäudeeigentümer mit wenigen Klicks für sich die beste PV-Anlage konfigurieren.

Ein erster sinnvoller und wesentlicher Bestandteil zur Erreichung dieser Ziele ist die Einführung eines kommunalen Energiemanagements. Speziell versteht man darunter die kontinuierliche Betreuung von Gebäuden und deren Nutzer, mit dem Ziel, eine Minimierung des Energieverbrauchs und den damit auch verbunden Kosten zu erreichen. Man verspricht sich dadurch Einsparungen von 20 bis 30 Prozent.

Zurück zur Übersicht: Abtsgmünd

Mehr zum Thema

Kommentare