Eine Abbiegespur und weiterer Breitbandausbau

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Abtsgmünd_Hirtenklinge

Das Gebiet „Hirtenklinge“ ist Thema. Tempo 50 an der Landesstraße geplant.

Abtsgmünd. Kreisel oder Abbiegespur? Tempo 70, 50 oder 30? Diese Fragen standen in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats im Vordergrund, als es um den Bebauungsplan „Hirtenklinge“ ging. Am Ende der Diskussion entschieden sich die Mitglieder des Gremiums für eine Abbiegespur und Tempo 50, doch dazu später mehr. Da alle Bauplätze in der „Wasserstube“ entlang der Landesstraße nach Hohenstadt verkauft seien und die Nachfrage nach Wohnraum hoch sei, wolle die Gemeinde zusätzliches Bauland bereitstellen, sagte Bürgermeister Armin Kiemel. Fündig wurde die Verwaltung in der „Hirtenklinge“. Dort gibt's Platz für Mehrfamilienhäuser und ein Familienzentrum mit bis zu acht Kindergartengruppen. Eine Fläche auf dem Areal bleibt vorerst frei.  Angebunden werden an die bestehende Straße kann das Neubaugebiet entweder mit einem Kreisverkehr oder einer Linksabbiegespur auf Höhe der Eichklingenstraße, die die Einfahrt ins Knöckle ist. Beim Anlegen eines Kreisels müsste jedoch geprüft werden, wie groß dieser wegen des Lastwagenverkehrs sein muss, wie Annegret Glombik, Leiterin des Amts für Bauverwaltung und Baurecht, sagte. Auch müssten die Bushaltestelle und der Radweg in diesem Bereich weiterhin nutzbar sein.  Zwischen 500 000 bis 700 000 Euro koste der Kreisel mit allem Drum und Dran, bilanzierte Annegret Glombik. Eine Linksabbiegespur koste dagegen etwa 300 000 Euro – der Gemeinderat entschied sich auch aus diesem Grund für diese Variante. Die Verwaltung will das Tempo auf der Landesstraße auf 50 begrenzen. Dort darf derzeit noch 70 Stundenkilometer schnell gefahren werden. Ein Antrag dazu wird beim Landratsamt gestellt. „Die Straße trennt das neue Baugebiet vom Ort und eine Temporeduzierung erhöht die Sicherheit und reduziert den Lärm“, argumentierte Annegret Glombik. Für Fußgängerinnen und Fußgänger sollen zwei Querungshilfen auf der Landesstraße geschaffen werden, ergänzte Bürgermeister Armin Kiemel. Marlies Büker (SPD) erkundigte sich, ob in diesem Bereich nicht sogar Tempo 30 gelten könnte. Das sei schwer durchsetzbar, vermutete Kiemel. „50 muss unser Ziel sein.“ Wilfried Horlacher (Freie Wähler) schlug vor, beim Bau der Abbiegespur Leerrohre für eine Ampelanlage zu verlegen. Diese könne man so später bei Bedarf einfacher bauen. Kiemel begrüßte diesen Vorschlag.  Auch Ulrike Meidert-Feil, Gemeinderätin der Freien Wähler, betonte, dass ein Zebrastreifen oder eine Ampel auf der Straße unerlässlich sei. „Wir sind noch ganz am Anfang des Verfahrens“, sagte Kiemel.

Breitband: Wie geht es mit dem Breitbandausbau in der Gemeinde voran? Darüber informierte Jan-Marc Held, der Breitbandbeauftragte der Gemeinde. „451 Hausanschlüsse werden im Rahmen des Weiße-Flecken-Programms hergestellt. Zudem verlegen wir 52 Trassenkilometer Glasfaser, das ist eine Strecke von Abtsgmünd bis nach Fellbach“, zog er einen Vergleich. Die Verwaltung will in den kommenden Jahren 14,8 Millionen Euro investieren, um die letzten weißen Flecken im Gemeindegebiet zu beseitigen. Ein Markterkundungsverfahren habe nun ergeben, dass etwa 1450 Haushalte als graue Flecken – das sind Gebiete, in denen eine Versorgung mit weniger als 100 Mbit/s im Download vorhanden ist – gelten. Da kein Telekommunikationsunternehmen das Netz in diesem Bereich in den kommenden drei Jahren ausbauen will. Damit liegt das so genannte Marktversagen vor und die Gemeindeverwaltung kann einen Antrag auf Förderung stellen und den Ausbau selbst übernehmen, wie Jan-Marc Held erklärte. Ein Planungsbüro werde nun die Unterlagen für den Förderantrag vorbereiten. Eine gute Nachricht hatte Held für etwa 300 Haushalte in der Gemeinde, die sich im Bereich der grauen Flecken befinden. „Diese liegen auf der Erschließungstrasse der weißen Flecken und können bei einem Ausbau des Glasfasernetzes mitangeschlossen werden“, sagte der Breitbandbeauftragte und schlug den Planungsauftrag vor. Der Gemeinderat stimmte diesem Vorgehen zu. ⋌Marcia Rottler

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