Hochwasserschutz: Land unterstützt Planungen

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Auf Höhe von Kessler & Co. wurde das Bett des Kochers renaturiert, um dem Fluss mehr Platz zu geben.
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Die Gemeinde Abtsgmünd muss für den Schutz vor Überschwemmungen in den kommenden Jahren einiges beachten und tun. Wie es weitergeht.

Abtsgmünd.

Das Thema Hochwasserschutz wird die Gemeinde Abtsgmünd und ihre Teilorte in den nächsten Jahren weiter beschäftigen – und einiges kosten. Auch im vergangenen Jahr stand das Thema immer wieder auf der Agenda.  „Das ist ein sehr komplexes Thema, das dauert, und das ist für Außenstehende oft schwer zu verstehen“, sagt Bürgermeister Armin Kiemel.

Man müsse die Bevölkerung und das Gewerbe in den gefährdeten Gebieten besser schützen, dafür sei man ständig im Gespräch in den Gremien, mit übergeordneten Behörden und Fachbüros. Es seien eben verschiedene Behörden beteiligt und Interessen unter einen Hut zu bringen. Dazu unter anderem Natur- und Umweltschutz.

Reaktion auf Hochwasser 2016

Direkt nach dem großen Hochwasser im Mai 2016 hatte Kiemel eine Konferenz aller Gemeinden am Kocher von Oberkochen bis Abtsgmünd und der Landkreisverwaltung veranlasst, hatte Gespräche mit dem damaligen Landrat Klaus Pavel, dem Regierungspräsidium und der Landesregierung.

Erstes Ergebnis war eine sogenannte Flussgebietsuntersuchung für den gesamten Kocher. Erste Ergebnisse wurden vergangenes Jahr vorgestellt, bald sollen erste Planungen für Maßnahmen erfolgen. „Denn ohne Fachgutachten gibt es keine Unterstützung“, sagt Kiemel.

Bereits in den Jahren zuvor hatte der Kocher-Leinverband in seinem Bereich insgesamt elf Rückhaltebecken angelegt. „Doch entlang des Kochers musste unbedingt etwas geschehen, und es muss der Schutz auch noch weiter ausgebaut werden“, ergänzt der Bürgermeister von Abtsgmünd.

Zweiter Schritt war dann eine sogenannte Machbarkeitsstudie für lokale Maßnahmen in Abtsgmünd. In deren Folge wurden beispielsweise Spundwände und Böschungserhöhungen entlang des Kochers vom Gewerbegebiet bis zur Einmündung der Lein eingebracht.

Dazu bekam auf Höhe von Kessler der Fluss ein renaturiertes Bett, auch an den Nebenflüssen gab es Maßnahmen. 30 Prozent der Kosten trug die Gemeinde. Im Januar wurden dazu der Bau eines Regenüberlaufbeckens bei Untergröningen und die Renaturierung des Kochers in diesem Bereich beschlossen, wo dann auch die Ortsumfahrung gebaut werden wird.

Dritter Schritt war kurz vor Weihnachten die Vergabe eines sogenannten „Starkregenmanagement“-Gutachtens an das Büro Winkler. „Starkregen wird uns immer mehr beschäftigen, in allen Teilorten, und über die Hänge um Abtsgmünd und das Kochertal entstehen dann ganz neue Gefahren“, betont Kiemel. „Das Gutachten wird diese versuchen zu berechnen.“ Hier seien Maßnahmen auch schwierig, weil manche Gefahrengebiete in FFH-Gebieten lägen.

Bewilligungsbescheid liegt vor

Anfang Januar kam der Bewilligungsbescheid des Regierungspräsidiums  für Zuschüsse von rund 70 Prozent für dieses Gutachten. Im Haushalt 2022 der Gemeinde sind entsprechend Gelder eingestellt. Der Hochwasserschutz ist ein riesiges Projekt, ergänzt er. „Wir wollen möglichst gut und nachhaltig schützen, aber klar ist, dass es 100-prozentigen Hochwasserschutz nicht geben wird“, sagt Kiemel.

Ohne Fachgutachten gibt es keine Unterstützung.“

Armin Kiemel, Bürgermeister Abtsgmünd
Beim Jahrhundert-Hochwasser 2016 tratt das Wasser des Kochers hier über die Böschungen und floss auch in die Betriebshallen.

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