Hohes Investitionsaufkommen

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Abtsgmünd verabschiedet seinen Haushalt für das Jahr 2022. Warum die Realsteuern nicht erhöht werden sollen.

Abtsgmünd

Es ist bereits der fünfte Haushalt nach neuem kommunalen Haushalts- und Rechnungswesen die die Gemeinde Abtsgmünd erstellt hat. „Auf 384 Seiten haben wir den kommunalen Fahrplan für die nächsten Jahre für sie detailliert und informativ zusammengefasst“, verkündet Bürgermeister Achim Kiemle in der Gemeinderatssitzung stolz. Auch 2022 kann die Verwaltung mit stabilen, unveränderten Realsteuersätzen in das neue Haushaltsjahr gehen. „Dies haben wir den wirtschaftlich guten Vorjahren zu verdanken. Vor allem unsere erfolgreichen Gewerbebetriebe sind hierfür, im positiven Sinne, verantwortlich“, so Kiemel. Damit konnte die Gemeinde ihre finanzielle Ausgangssituation, trotz Rekordinvestitionen in den vergangenen Jahren, verbessern. Das gute Steuerjahr 2020 hat aber auch seine Schattenseiten. In diesem Jahr muss Abtsgmünd sehr hohe Umlagen an Kreis, Land und Bund in Höhe von 16,57 Millionen Euro zahlen. Das sind im Vergleich zum Vorjahr 3,5 Millionen Euro höhere Transferaufwendungen. „Die hohen Umlagen führen leider dazu, dass wir 2022 leider keinen ausgeglichenen Haushalt erwirtschaften können und daher auf unsere Rücklagen zurückgreifen müssen“, sagt der Bürgermeister. Der ordentliche Ergebnishaushalt weist ein negatives Resultat von 2,22 Millionen Euro auf. Die mit gestiegenen Abschreibungen von 3,8 Millionen Euro können in diesem Jahr nicht erwirtschaften. Dennoch will Abtsgmünd wieder weitere 15,42 Millionen Euro investieren. Auf eine Darlehensaufnahme will die Verwaltung zum sechsten Mal in Folgen verzichten und sogar eine reguläre Schuldentilgung von 218000 Euro tätigen. Damit läge die Gesamtverschuldung der Gemeinde bei 2,44 Millionen Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 329 Euro entspricht.

Einen ganz besonderen Schwerpunkt legt Abtsgmünd auf sein Bildungs- und Betreuungsangebot. „Wir bieten in der Gemeinde alle wichtigen Betreuungsangebote an. Diese gehen von Kindergärten aller Art über die Grundschulen bis hin zu den weiterführenden Schulen. Die Bildung nimmt in der Gemeinde seit Jahren eine herausragende Position ein. Fast 1200 Schülerinnen und Schüler besuchen die Abtsgmünder Schulen“, rechnet Bürgermeister Kiemel vor. Entsprechend hoch sind die Erwartungen der Eltern an das Bildungs- und Betreuungssystem in Abtsgmünd. Auch dieses Jahr investiert die Verwaltung daher wieder mehr als drei Millionen Euro in Schulen, Sport- und Kulturzentren sowie Freizeitangebote für die Jugend. In diesen Bereichen zu investieren scheint sich für Abtsgmünd auszuzahlen. 2021 kamen in der Gemeinde insgesamt 75 Kinder auf die Welt. „Das ist der höchste Stand seit 2003“, meint Kiemel. Entsprechend hoch ist auch die Nachfrage nach neuen Wohnbauplätzen, denen die Gemeinde bei den Planungen mit Hochdruck nachkommt. Gleich mehrere neue Wohngebiete sind aktuelle in Umsetzung. Der Breitbandausbau spielt eine große Rolle in der Attraktivität von Abtsgmünd als Wohn- und Arbeitsort. 14,8 Millionen Euro will die Gemeinde in den nächsten Jahren investieren, um die letzten weißen Flecken in Wohn- und Gewerbegebieten sowie Schulen zu beseitigen. Auch die notwendige Infrastruktur, wie zum Beispiel die Wasserversorgung oder die Anschaffung neuer Feuerwehrfahrzeuge profitieren vom aktuellen Investitionsprogramm der Gemeinde.

Kämmerer Tobias Maier zieht in seiner Etatrede eine etwas vorsichtige und mahnende Gesamtbetrachtung: „Vor welchen finanziellen Herausforderungen die Gemeinde in den kommenden Jahren steht, zeigt uns der Haushalt 2022 unmissverständlich auf. Mit einem deutlich negativen Ergebnis, trotz hoher Steuereinnahmen, im Ergebnishaushalt und einem Zahlungsmittelüberschuss nahe Null möchte ich in meiner Funktion als Kämmerer mit Nachdruck darauf hinweisen, auch das Thema Nachhaltigkeit bei den Finanzen nicht aus dem Blick zu verlieren. Der Begriff Generationengerechtigkeit wird oft als Synonym für Nachhaltigkeit verwendet. Gerade jetzt müssen wir gemeinsam aufpassen, dass unsere laufenden Kosten nicht überproportional ansteigen und mit der Ertragsseite auseinanderlaufen“, sagt Kämmerer Maier. Der Gemeinderat verabschiedete einstimmig die neue Haushaltssatzung.

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