Hotspot oder was? Zahl der Infizierten steigt

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Ungewöhnliche Entwicklung in Abtsgmünd und wie die Gemeinde damit umgeht.

Abtsgmünd. Das ist eine Entwicklung, die niemand gerne liest: Monatelang war das Infektionsgeschehen in der zwar großen, aber eher ländlich strukturierten Gemeinde vergleichsweise gering. Weniger als zehn Erkrankte bei mehr als 7000 Einwohnern.

Und jetzt? In Abtsgmünd steigen die Zahlen – auf inzwischen 17 aktive Fälle. Und das mitten im Lockdown, der andernorts die Zahl der Infizierten sinken lässt. Was Bürgermeister Armin Kiemel jüngst im Gemeinderat sogar zu einem Appell an die Bürger motivierte: "Halten Sie sich an die Vorschriften", bat er.

Denn das bestätigt Susanne Dietterle, die Pressesprecherin des Landratsamts: Die Statistik deutet auf ein diffuses Ausbruchsgeschehen. Sprich: "Es gibt keinen Hotspot in der Gemeinde", übersetzt der Bürgermeister. Betroffen seien einzelne Familien, und zwar in allen Teilorten der Gesamtgemeinde.

Wo sich die Erkrankten jeweils angesteckt haben, das bekomme die Gemeinde nicht mitgeteilt, sagt Kiemel – aber dass es einige ganz schön erwischt hat, das weiß der Bürgermeister. "Das ist in einigen Fällen deutlich mehr, als nur ein Schnupfen", warnt er. Schon deshalb sei die Gemeinde sehr darum bemüht, dass die Quarantänevorschriften auch eingehalten werden. Zur Sicherheit aller.

Konkret ist dafür Ordnungsamtsleiterin Daniela Ott zuständig. Sie bekommt vom Gesundheitsamt die Adressen und Daten der Betroffenen. "Ich rufe dann erst mal an und erkundige mich, wie es den Menschen geht. Ob sie versorgt sind, mit Lebensmitteln und mit Medikamenten? Ob sie Unterstützung brauchen", erzählt Ott und erlebt, dass manche von der Diagnose total geschockt und verunsichert sind. Und froh, dass sich jemand für sie interessiert.

Bei ihren Telefonaten macht die Amtsleiterin zudem immer klar, dass die Quarantäne von der Ordnungsbehörde überwacht wird. Was ganz konkret bedeutet: Wenn Daniela Ott, die immer mal wieder bei den Betroffenen anruft, mehrfach niemanden ans Telefon kriegt, dann schickt sie den Vollzugsdienst vorbei. Dieser überprüft dann, ob die Bestimmungen befolgt werden und die infizierte Person auch tatsächlich zuhause ist.

"In diesen Fällen wollen die den Betroffenen dann auch sehen", sagt Bürgermeister Armin Kiemel.

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