"Ich gehe nicht mit meiner Laterne" - abgesagter Laternenumzug erregt Gemüter

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Der Laternenumzug des Naturkindergartens in Abtsgmünd fällt aus. Die Eltern haben kein Verständnis dafür.
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Eltern des Naturkindergartens sind sauer auf die Gemeindeverwaltung. Das steckt dahinter.

Abtsgmünd. „Ich gehe nicht mit meiner Laterne und meine Laterne nicht mit mir“ – in Coronazeiten könnte so das Kinderlied, das am Martinstag während eines Laternenumzugs gesungen wird, lauten, zumindest für die Kinder des Naturkindergartens in Abtsgmünd. Sie ziehen in diesem Jahr nicht mit ihren selbst gebastelten Dosenlaternen durch die Nacht. Die Gemeindeverwaltung hat beschlossen, die Feier abzusagen.

Eltern des Naturkindergartens haben sich deshalb am Mittwoch an die SchwäPo gewendet. „Erst gerade habe ich in der Tagesschau wieder 60 000 grölende Fußballfans in der Allianzarena feiern gesehen und meine Kinder dürfen nicht zum Laternenumzug mit ihrer eigenen Kindergartengruppe. Wegen Corona. Immer wegen Corona“, schreiben die Eltern in ihrem Brief.

Im vergangenen Jahr hätten sie für die Absage Verständnis gehabt. In diesem Jahr hätte ein Umzug an der frischen Luft mit 2 oder 3 G starten können, schlagen sie vor. „Uns ärgert es, dass niemand mehr Verantwortung übernehmen möchte.“

Warum fällt die Feier aus? „Wir haben mit den kommunalen Kindergärten vereinbart, dass es Umzüge nur um das Gebäude herum gibt, ohne Eltern und ohne Großeltern“, sagt Abtsgmünds Bürgermeister Armin Kiemel. Für den Naturkindergarten gelte diese Regel aus mehreren Gründen nicht. „Wir sind durch viele Krankheitsfälle personell absolut auf Kante“, betont Kiemel. Bei einem Laternenumzug müssten sich zwei Betreuerinnen um 20 Kindergartenkinder kümmern – und das in einem hügeligen Gelände ohne Straßenlaternen, sagt der Bürgermeister. Hinzu komme, dass viele Kinder noch in der Eingewöhnungsphase seien. Mit der Leiterin habe er besprochen, aufgrund dessen den Laternenumzug des Naturkindergartens abzusagen. Der St.-Martin-Gedanke werde in dieser Woche im Kindergarten behandelt, fügt er hinzu.

Es gibt noch ein Thema, das den Eltern sauer aufstößt. „Unser beliebtes Adventsmärktle, für welches wir ein professionelles Hygienekonzept erstellt haben, wird selbst unter Verantwortung der Elternschaft auf dem Gelände des Naturkindergartens nicht genehmigt“, so das Schreiben weiter. Auch das Märktle falle Corona wegen aus, sagt Kiemel. „Die Absage hängt stark mit den steigenden Coronazahlen zusammen. Das ist kein böser Wille“, betont er und hofft, dass im kommenden Jahr Umzug und Markt wieder starten können. 

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