Im Pfarrgarten war ein Dorfweiher

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Eine Kopie des vermutlich um 1840 entstandenen Bildes hat die Heimatforscherin Lisa Plank jetzt Bürgermeister Armin Kiemel überreicht.

Ein Aquarell, das vermutlich um 1840 entstanden ist, gibt wertvolle Hinweise zur Ortsgeschichte von Abtsgmünd.

Abtsgmünd.

Ein bisher unbekanntes Aquarell ist geeignet, Abtsgmünds Ortsgeschichte um einen wesentlichen Aspekt zu ergänzen. Um einen Dorfteich. Eine Kopie des vermutlich um 1840 entstandenen Bildes hat die Heimatforscherin Lisa Plank jetzt Bürgermeister Armin Kiemel überreicht.

Dieses Bild zeigt die älteste Ansicht der Dorfstraße von Abtsgmünd im Bereich der Kirche, die 1884 abgerissen worden ist. Sie musste dem großen neugotischen Gotteshaus Platz machen. Bei der Übergabe hat die oben in Wöllstein wohnende Lisa Plank die Situation erläutert. „Die große Überraschung“ für sie ist, „dass auf dem Gelände des jetzigen Pfarrgartens ein Dorfweiher war“. Er sei auf keinem alten Katasterplan aufgeführt. Weichen musste er, damit das linke Leinufer bebaut werden konnte.

Ein Beleg in der Pfarrchronik

Dass es den Teich, wenngleich nicht amtlich belegt, tatsächlich gegeben hat, geht aus der Pfarrchronik hervor. Dort kann man nachlesen, was der von 1986 bis 1999 in Abtsgmünd wirkende Pfarrer Albert Menrad über den Bau des Josefshauses an der Lein herausgefunden hat. Demnach musste man drei Meter tief hinuntergraben, um auf tragfähigen Fels zu stoßen. Die dabei freigelegten Erdschichten haben verraten, dass hier einst ein See gewesen sein musste. Damit ist diese Frage schlüssig beantwortet.

Und damit zum künstlerischen Beleg. Den Hinweis auf das Bild hat die 85 Jahre junge Lisa Plank von ihrer einstigen Schülerin Ute Schmid-Spranz erhalten. Deren Schwester Claudia hatte das Aquarell von ihrem Onkel August Ebert, dem letzten Inhaber des gleichnamigen Kaufhauses geerbt. Dieser wiederum hatte es vor Jahrzehnten von einem Antiquitätenhändler erworben.

Bleibt die zweite große Frage, wer das Bild gemalt hat. Lisa Plank vermutet mit aller Vorsicht, es könnte eine frühe Skizze des 1821 in der Kochertalgemeinde geborenen und später in München als Historienmaler erfolgreichen Xaver Zimmer sein.

Bürgermeister Armin Kiemel hat sich sichtlich über die Kopie gefreut. Sie eröffne ganz neue Ansichten über den Ort. „Ich bin wirklich dankbar, dass dieses wunderbare Bild hier im Rathaus aufgehängt werden kann“, versicherte er.

Ausdrücklich hat er „den Enthusiasmus und das Engagement“ Lisa Planks bei der Erforschung der Geschichte des alten Abtsgmünd gewürdigt. „Sie weiß eben, wie hier alles zusammenhängt.“

Eine Kopie des vermutlich um 1840 entstandenen Bildes hat die Heimatforscherin Lisa Plank jetzt Bürgermeister Armin Kiemel überreicht.

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