Jugendliche nehmen die Bundestagswahl ins Visier

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Auf dem Podium, von links: Moderatorin Anke Schwörer-Haag, Tim-Luka Schwab (SPD), Inge Gräßle (CDU), David-Sebastian Hamm (FDP) und Andreas Wörner (AfD).
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Kolpingfamilie Abtsgmünd in der Kochertalmetropole mit Vertretern verschiedener Parteien.

Abtsgmünd. Gemeinsam mit den Abtsgmünder Schulen hat die Kolpingfamilie Abtsgmünd am Donnerstag eine Podiumsdiskussion in der Kochertalmetropole veranstaltet.

Grundlage war die kommende Bundestagswahl. Anke Schwörer-Haag, Redakteurin bei der Gmünder Tagespost, führte als Moderatorin durch den Abend und konnte Dr. Inge Grässle von der CDU, Andreas Wörner von der AfD, David-Sebastian Hamm von der FDP und Tim-Luka Schwab von der SPD auf der Bühne begrüßen. Von den Linken und den Grünen war keine Kandidatin beziehungsweise kein Kandidat anwesend, hatten aber ebenso eine Einladung.

Um den Abend zielführender und effektiver zu gestalten, konnten im Vorfeld Fragen eingereicht werden, die Schwörer-Haag zu Themenkomplexen formierte, um daraus den Vertretern der Parteien gezielt auf den Zahn zu fühlen. „Toll, dass so viele Jugendliche da sind“, sagte die Moderatorin mit Blick auf die vollbesetzten Stuhlreihen.

Corona, Bildung, Digitalisierung, Gesellschaft, Soziales, Wirtschaft sowie der Klima- und Umweltschutz standen zur Debatte.

Zu Beginn gab es die Vorstellungsrunde, anschließend die ersten Fragen. Warum man eigentlich genau in der Partei ist, für die man kandidiere, was man für den Klimaschutz tue oder wie ehrlich Politikerinnen und Politiker seien. Inge Grässle meinte, für sie sei Politik wichtig, sie gebe nie auf und könne auch Kompromisse machen. Ihr sei das Menschenbild der CDU am nächsten und es sei ihr wichtig, den Wohlstand in der Region zu bewahren. Der Klimaschutz greife tief und Lügen hätten bekanntlich kurze Beine.

Tim-Luka Schwab von der SPD forderte, es sollte eine zweite Industrielle Revolution geben und bis 2045 müsse man klimaneutral werden. Die Treibhausemissionen müssten zudem gesenkt werden. Auf die Frage, warum junge Menschen die SPD wählen sollten, sagte er, weil seine Partei die Grundlagen retten würde und man für bezahlten Wohnraum sorgen werde.

„Mir geht es nicht schnell genug“ sagte Daniel-Sebastian Hamm von der FDP. Deshalb sei er in die Politik gegangen. Er wolle Geschwindigkeit in die Politik bringen, und um die Kosten des Klimaschutzes finanzieren zu können, müsse auch dafür gesorgt werden, dass die Wirtschaft boomt.

Die AfD, am Donnerstag vertreten durch Andreas Wörner, sei ebenso stark interessiert an der Digitalisierung wie die anderen Parteien. Das habe die Vergangenheit mit Corona gezeigt. „Wir brauchen eine technologie-offene Entwicklung“, so Wörner. Weiterhin sei man für Steuersenkung und die Freiheit der Person. Auf die Frage von Anke Schwörer-Haag, zu welchem Flügel er gehöre, meinte der Politiker, zu keinem. Er sei in der Mitte.

Einige Themen, wie beispielsweise bedingungsloses Grundeinkommen oder befristete Jobs, wurden durchaus unterschiedlich bewertet. Im Gegensatz dazu waren sich alle Parteien einig bei der Frage, wie man junge Leute von heute einschätze und wie man sie unterstützen wolle. Offen, kreativ, mutig, vernünftig, solidarisch, herzlich, und kritisch, so die Adjektive, die die Diskutierenden der Jugend von heute attestieren. Man müsse noch viel mehr tun, so der Tenor in der Runde, möglichst wenig Staatsschulden hinterlassen und ihnen die Politik generell näherbringen.

Neben einigen Sticheleien und den teils vorhersehbaren Aussagen, wer im Notfall mit wem, und wer mit wem nicht, koalieren kann oder will, konnte das Publikum die sachlichen Fragen von Anke Schwörer-Haag mit den entsprechenden Antworten verfolgen.

Wolfgang Haas, Vorsitzender der Kolpingfamilie, dankte den Akteuren und war sich sicher, mit der Podiumsdiskussion einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung beigetragen zu haben.Uwe Glowienke

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