Kaninchenquäler: Über 72.000 Unterschriften für Petition an Ellwanger Staatsanwaltschaft 

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Blick in eine Stallanlage eines Kaninchenzuchbetriebs.
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Die Initiatoren erhoffen sich dadurch Konsequenzen für die Betreiber der Tierzucht in Abtsgmünd.

Abtsgmünd. Etwas mehr als zwei Wochen ist es her, dass Tierschützer des Vereins Deutsches Tierschutzbüro Bild- und Videomaterial, mutmaßlich aus einem Kaninchenzuchtbetrieb in Abtsgmünd, veröffentlicht haben – einem der größten seiner Art in Deutschland. Darauf zu sehen sind zusammengepferchte, kranke Kaninchen und dreckige Käfige. Zudem sollen die Tiere "notgetötet" worden sein – indem sie auf den Boden geschlagen oder mit einer Eisenstange malträtiert wurden. 

Bei der Ellwanger Staatsanwaltschaft erstattete das Deutsche Tierschutzbüro Anzeige. "Leider werden selbst solche Fälle massiver Tierquälerei oft nicht verurteilt", heißt es auf der Internetseite der Tierschützer. Daher haben sie auch eine Petition auf dem Online-Portal change.org ins gestartet. Diese richtet sich an Andreas Freyberger, Ellwangens leitenden Oberstaatsanwalt. 

Innerhalb kürzester Zeit haben über 72.300 Menschen (Stand: 27. Juli) die Petition unterschrieben. Viele der Unterstützerinnen und Unterstützer, die den Grund für ihre Unterschrift online angeben können, bemängeln, dass die Justiz in Fällen von Tierquälerei zu milde urteilt. "Bei 75.000 Unterschriften wird diese Petition zu einer der meist gezeichneten Petitionen auf change.org", so ein Hinweis der Webseite. 

2019 erstmals Haftstrafe für industriellen Züchter

Wie Die Zeit berichtet, wurde tatsächlich erstmals im Jahr 2019 in Deutschland eine Haftstrafe gegen einen industriellen Züchter verhängt, der sich wegen Tierquälerei vor dem Ulmer Amtsgericht verantworten musste. Katastrophale Zustände sollen in den Schweineställen in Merklingen geherrscht haben, Hunderte der Tiere seien verendet, zwei davon habe er selbst mit einem Vorschlaghammer erschlagen. Drei Jahre Freiheitsstrafe lautete damals das Urteil. 

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