Meisen im Einsatz gegen Spinner

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Bauhofleiter Wolfgang Schrem zeigt den Nistkasten an einer Eiche in der Fachsenfelder Straße. Insgesamt 15 zusätzliche davon gibt es derzeit in der Gemeinde Abtsgmünd.

Abtsgmünd bekämpft Eichenprozessionsspinner auf natürliche Art und setzt Meisen ein, die die frisch geschlüpften Raupen fressen sollen.

Abtsgmünd

Im Kampf gegen die Eichenprozessionsspinnerraupen geht Abtsgmünd neue Wege und setzt dabei ganz auf die Mithilfe von Kohl- und Blaumeisen. Vor einigen Jahren fanden Forscher nämlich heraus, dass Blau- und Kohlmeisen ausgesprochen gerne die frisch geschlüpften Eichenprozessionsspinnerraupen verspeisen, die im frühen Entwicklungsstadium noch kaum Brennhaare aufweisen.

Die Natur nicht aus dem Gleichgewicht bringen, sondern das natürliche Gleichgewicht nutzen, um Ungleichgewicht zu bekämpfen. Das ist die Idee, weshalb der Abtsgmünder Bauhof an insgesamt 15 Eichen in der Gemeinde bereits im März zusätzliche Nistkästen für Kohl- und Blaumeisen angebracht hat. Ausgewählt wurden dafür hauptsächlich alleinstehende Eichen an Wegesrändern, die häufiger vom Eichenprozessionsspinner betroffen sind als Bäume im Wald.

Natürliche Fressfeinde

Kohl- und Blaumeisen zählen zu den „natürlichen Fressfeinden“ der Eichenprozessionsspinnerraupen, denn sie fressen, wie noch weitere Vögel und auch einige Insekten, sehr gerne Raupen. Befällt der Eichenprozessionsspinner einen Baum in unmittelbarer Nähe ihrer Brutstätte, so bietet sich ihnen ein reich gedeckter Tisch, denn im ersten und zweiten Entwicklungsstadium weisen die Raupen noch nicht die für den Menschen gefährlichen Brennhaare auf.

Sollten einige wenige Raupen des Prozessionsspinners es dann ins dritte, ins haarige Stadium schaffen, sind sie zum einen zu stark dezimiert, um einen Baum völlig einzuspinnen, zum anderen bleibt dann immer noch der Kuckuck als Fressfeind. Gut für die Meisen, deutlich dezimierend für die Eichenprozessionsspinner. Und letztendlich sehr gut auch für die Menschen, denn die Meisen dezimieren die Prozessionsspinnerraupen bei weitem auf natürlichste Art und Weise.

Gängige Arten, den gefährlichen Raupen zu Leibe zu rücken, ist zum einen Spritzen von biologischem Schädlingsbekämpfungsmittel. Dieses tötet aufgrund der großflächigen Verteilung, oftmals durch Hubschrauber, allerdings nicht nur die Prozessionsspinnerraupen, sondern auch andere Insekten. Absaugen oder kontrolliertes Abflammen der Raupen vernichtet ebenso andere Kleinstlebewesen und umgebende Flora.

Daher hat sich die Gemeinde nun für die Bekämpfung auf ganz natürliche Art und Weise durch Wohnraum für Kohl- und Blaumeisen entschieden. Die Häuschen wurden von Heimbewohnern der Stiftung Haus Lindenhof gefertigt. Sollte sich diese Methode als effektiv beweisen, könnten noch einige Häuschen mehr hinzukommen und somit eine nachhaltige Alternative zu den anderen Bekämpfungsmethoden darstellen. Dazu müssen die Vogelhäuschen einmal im Jahr ausgeputzt werden. Der Bauhof der Gemeinde freut sich dabei um tatkräftige Mithilfe von naturbegeisterten Freiwilligen.

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